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12. Dezember 2012 3 12 /12 /Dezember /2012 17:53

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Wer ist ABDA? Das steht für "Arbeitsgemeinschaft der Berufsvertretungen Deutscher Apotheker".  Mitglieder sind alle Landesapothekerkammern und alle Landesapothekerverbände. Und die ABDA scheint auch freiberufliche Berater resp. Lobbyisten zu beschäftigen.

Derzeit wird ja ein Spionagefall hochgekocht. Ausgelöst hat ihn die Süddeutsche mit einem Vorabbericht. Auf diesen Zug sprang gleich BILD auf und meldet, dass der Gesundheitsminister "sauer" ist. Ja, er habe "getobt"!

Quelle: BILD Minister Bahr: "Ich bin stinksauer!": Der Mitarbeiter, der über die IT-Firma im Ministerium zur „Datenpflege“ tätig war, soll demnach regelmäßig Mails, Beschlüsse, Gesetzesentwürfe und andere geheime Daten übermittelt und dafür Geld kassiert haben.

Das Handelsblatt meldete, dass dieser IT-Mensch mit einem Lobbyisten der Apotheken zusammengearbeitet hat. 

Quelle: Handelsblatt Angeblicher Apotheken-Spion im Gesundheitsministerium

Da steht doch die Frage im Raum: Wer hat diesen Lobbyisten beauftragt, wer hat ihn bezahlt? Umsonst arbeiten Lobbyisten nämlich nicht!

Der Tagesspiegel schreibt: Laut [Berliner] Staatsanwaltschaft soll der freiberufliche Lobbyist der Apothekerschaft mit einem Mitarbeiter des Unternehmens zusammen gearbeitet haben, das für die IT-Struktur des Ministeriums zuständig ist. Dieser habe ihm E-Mails, Beschlüsse, Gesetzesentwürfe und andere Daten übermittelt und dafür Geld kassiert. Die Apotheker-Vertretung Abda nahm zunächst keine Stellung. (AFP, dpa)

Quelle: Der Tagesspiegel Gesundheitsminister Bahr "stinksauer" über mutmaßlichen Datenklau

Jetzt ist die Empörung groß! Aber Leute, jetzt spielt ihr die Erschrockenen! Und dabei wird ignoriert, dass bereits Doktorarbeiten den Lobbyismus zum Thema haben! Wenn also bereits Studenten sich mit dem Lobbyismus befassen müssen, wenn sie einen Doktortitel ergattern wollen. Da läuft in dieser Republik doch etwas falsch!

Ich habe eine Dissertation von Marina Greven ausgewählt: Sie hat 2009 der Philosophischen Falkultät an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn eine Dissertation vorgelegt:

Quelle: Inaugural-Dissertation Public Affairs – Wie strategische Unternehmenskommunikation den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik fördert

In dieser Arbeit steht unter anderem: "Lobbying: Die Königsdisziplin der Public Affairs" und Die Beeinflussung politischer Entscheidungen - „Lobbying zu betreiben kann teuer sein – Kein Lobbying zu betreiben ist in jedem Fall teurer.“

Diese Arbeit schließt mit einer "Toolbox für Public Affairs Manager" ab: Eines der Instrumente aus der Werkzeugkiste für Lobbyisten ist demnach:

Monitoring: Erfolgreiche Public Affairs Arbeit setzt voraus, dass eine Organisation die Issues und Stakeholder kennt, die Einfluss auf ihre Ziele und Tätigkeit haben können. Monitoring bezeichnet die kontinuierliche und zielgerichtete Beobachtung und Aufar-beitung eines Issues oder der Aktivitäten von Stakeholdern.

Also, wieso die gesamte Aufregung? In einer Dissertation steht ja so etwas. Und auf dem Deckblatt dieser Dissertation stehen die Namen von mehreren Professoren, die diese Dissertation beurteilt haben. Also ist diese Form des Lobbyismus in der philosophischen Forschung angekommen!

Also können wir davon ausgehen, dass diese Form der Spionage des Gesundheitsministeriums kein Einzelfall ist. Wahrscheinlich haben sich beim Gesundheitsministerium einige Leutchen derart dämlich angestellt, so dass sie auffallen mussten!

Und noch etwas: Deser Bundesminister Bahr informiert sich selbst in den Apotheken vor Ort! Nicht über die Lobbyisten der Apotheker! Das macht doch verdächtig! Was bleibt da den armen übergangenen Lobbyisten anderes übrig, als sich Informationen über des Ministers Pläne anderweitig zu besorgen ...

Daniel Bahr macht Notdienst
Veröffentlicht von ApothekeAdhoc am 11.10.2012

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Kommentare

Katharina vom Tanneneck 12/13/2012 03:13


Da hat wohl einer im Amt nicht dicht gehalten, anders kann ich mir das nicht erklären. Es ist doch schon mittlerweile normal, dass wir von Lobbyisten und Bänkern regiert werden. Wozu bezahlen wir
eigentlich noch die Politiker?

Kiat Gorina 12/13/2012 08:57



Und dabei kam auch heraus, dass das Gesundheitsministerium eine externe Firma für die IT-Struktur und die Datenpflege beschäftigt! Dann dürfen sich die Veranwortlichen nicht wundern, wenn es dann
Datenpannen gibt. Früher haben Ämter nie ihr empfindlichen Daten externen Mitarbeitern anvertraut. Und das war richtig so! 


Bereits zu Zeiten Röslers als Gesundheitsminister gab es schon Hinweise! Aber denen wurde nicht nachgegangen. Wer den Namen dieses "Dienstleisters" kennt, weiß weshalb  Und vor einigen Monaten gab es einen anonymen Hinweis, dem musste die Staatsanwaltschaft nachgehen!


Die Empörung von Daniel Bahr dürfte demnach gespielt sein! Entweder er hat wirklich nichts gewusst,  dann ist das ein Bewis dafür, dass das Ministerium seinem Minister auf der Nase rumtanzt
oder er wusste oder ahnte etwas, dann ist das schlecht für ihn ...


Überall, wo du hinschaust in dieser Republik, ist der Wurm drin! Kein Wunder, wenn die - scheinbar - Mächtigen dieser Republik es vorexerzieren! Was hat ein Joseph Ackermann aus der Deutschen
Bank gemacht? Und wer war und ist Chefberater der Kanzlerin? Hat sie sich bereits von ihrem Chefberater distanziert?


Ich habe nichts gehört ...



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