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11. November 2012 7 11 /11 /November /2012 10:47

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Der BBC ist eine Ikone für Rundfunk und Fernsehen - international anerkannt. Sein Generaldirektor George Entwistle ist zurückgetreten. Was war geschehen? Beim BBC gibt es eine Sendung "Newsnight", da behauptete ein angebliches Opfer von Kindesmissbrauch, der Täter sei ein Politker gewesen. 

Das zog Kreise - gab es ja in den 1970-er und 1980-er Jahren in Wales bis heute ungeklärte Fälle von Kindesmissbrauch. Im Internet wurde diese Falschbehauptung hochgekocht - der betroffene Politiker wies die Vorwürfe zurück. Und der angebliche Zeuge in "Newsnight" gab zu, er habe sich "geirrt!"

Eigentlich hätte die Redaktion des BBC vorher genau rechieren müssen. Das war offensichtlich nicht der Fall! Wie solche "Recherchen" auch bei deutschen Sendern so ablaufen, das habe ich mehrmals hautnah mitbekommen.

Ich bin ja schon öfter angesprochen worden, ob ich daran interessiert sei, als Gast zu einer Talkshow eingeladen zu werden. Das lief meist nach folgendem Schema ab:

  1. Ein ziemlich hektisch wirkendes Mitglied der jeweiigen Redaktion ruft an, erzählt etwas von dem gplanten Thema, beispielsweise, wie es andersartigen Menschen in dieser Gesellschaft ergeht. Und die Redaktion sucht ganz schnell nach Gästen, die in dieses Raster passen.
  2. Da erzähle ich meine Geschichte - schließlich habe ich einiges zu erzählen. Das Redaktionsmitglied macht Notizen.
  3. Es gibt eine Redaktionsbesprechung, da wird dann über alle angerufenen Personen geredet. Und es wird ausgelotet, ob die jeweiligen Geschichten zum Thema passen. Inwieweit das, was die Angerufenen so erzählen, auch anderweitig überprüft wird, weiß ich nicht.
  4. Landete ich in der näheren Auswahl, kam meist ein Anruf, die oder der Moderator(in) "geruhe mit mir zu sprechen." Dann werde ich verbunden: Es meldet sich jemand mit einem bekannten Namen. Meist war mir dieser Name vorher nicht bekannt. Grund: Ich schaue nicht oft Fernsehen, weil ich keinen Fernseher habe - aus Prinzip! Sollte es wirklich einen interessanten Beitrag geben, lade ich mich bei Freunden ein ... 
  5. Aber ich informiere mich vorher über die Talkshow und wer moderiert. Und dann antworte ich mit meinem Namen - mit der mir üblichen vollen Stimme. Eben geschult - Chor und Kaserne lassen sich nicht verleugnen. Wenn ich eine Lesung halte, benötige ich selten ein Mikrofon, es sei denn, der Saal ist übergroß. Wenn ich nun meinen Namen ins Telefon gesprochen habe, ist meist Funkstille. Ich hake nach: "Hallo, sind Sie noch da?" Eine Freundin fragte mich mal, ob ich aufgeregt sei? Wenn mich ein Fernsehmensch anruft! "Nein, wieso solte ich aufgeregt sein? Dieser Mensch macht seinen Job, er braucht Gäste für seine Sendung, sonst muss er sich mit sich selbst unterhalten ..."
  6. Jedenfalls reden wir dann über meine "Geschichte". Da ich mir vorher eine alte Sendung aus der Mediathek angeschaut habe und sah, wie sich die Gäste in Schale geschmissen hatten, sagte ich einmal: "Ach ja, was meine Kleidung angeht, ich bin stets leger und praktisch angezogen!" - "Was soll das heißen?" - "Wenn Sie erwarten. dass ich im Kleinen Schwarzen erscheine, so etwas besitz ich nicht!" - Dann eine lange Pause ...

Mein Fazit: Großartig überprüft wird da wohl kaum ... Jedenfalls rechne ich es dem Ex-BBC-Generaldirektor hoch an, dass er die Verantwortung auf sich nicht nimmt!

Daran sollten sich all die Journalisten in Deutschland mindestens eine Scheibe abschneiden. Ja, diejenigen Journalisten, die Wetterfrosch Kachelmann vorverurteilt hatten. Und dann wurde Kachelmann freigesprochen! Und wer von diesen widerlichen journalistischen Hyänen hat sich öffentlich (sic!) bei Kachelmann entschuldigt? Mir ist niemand bekannt!

Quelle: Frankfurter Allgemeine BBC-Chef Entwistle erklärt Rücktritt

Selbst Ulrich Warncke vom Weißen Ring greift den unschuldigen (!) Kachelmann an! Kachelmann ist freigesprochen! Es gibt keinen "Freispruch zweiter Klasse!" Freispruch ist Freispruch! Und selbstverständlich steht Kachelmann das Recht zu, Schadenersatz zu fordern!

67) Ulrich Warncke vom Weissen Ring, greift den unschuldigen Jörg Kachelmann an!
Veröffentlicht am 02.11.2012 von ScheidungsManager

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Kommentare

Katharina vom Tanneneck 11/12/2012 00:27


Ich wußte das schon lange. Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass sogar der Vater auf eine Anzeige bestand. Gerade Mannheim, da gab es schon sehr viele Fehlurteile. 


Richtig, ein einfacher Mensch, der kann sich so einen Anwalt nicht leisten und säße wahrscheinlich im Knast!


Kachelmann hat wirklich Glück gehabt und er sollte von allen Schadenersatz fordern.

Kiat Gorina 11/12/2012 17:34



Es ist erschreckend, wie schnell jemand fälschlicherweise verdächtigt wirdt. Da ist eine Frau sauer auf ihren Freund, behauptet, er habe sie vergewaltigt, und schon sitzt derjenige im Knast! Ich
kenne so einen Fall aus dem Bekanntenkreis. Da wollte eine Frau ihren langjährigen Freund loswerden ... Sein Leben ist jetzt zerstört. Vor Gericht wurde er zwar freigesprochen, aber die Menschen
haben sich die Mäuler verrissen. Er ist weggezogen. Und die Frau erkrankte an Krebs - irgendwie gibt es doch Gerechtigkeit. Nicht von Menschen, sondern durch andere Instanzen.



Katharina vom Tanneneck 11/11/2012 23:16


Ich finde es auch gut, dass Entwistle die Verantwortung übernimmt und gegangen ist. Es zeugt von Charakter!


In Deutschland versuchen sie immer zu bleiben und die Verantwortung auf andere zu schieben. In den Medien und in der Politik. Meist wird ein Bauernopfer gefunden, das eigentlich nichts dafür
kann. Das ist charakterlos!


Im Fall Kachelmann bin ich immer noch geschockt, was einem in unserem Land widerfahren kann. Sein Lebenswerk wurde vernichtet und sein Leben totel auf den Kopf gestellt. Eine Entschuldigung gab
es von keiner Seite. Kachelmann wurde vorverurteilt und da er freigesprochen wurde ist er unschuldig. Er hat jedes Recht der Welt, Schadenersatz zu verlangen.

Kiat Gorina 11/11/2012 23:59



Solche Schand- und Fehlurteile gibt es bei der derzeitigen deutschen Justiz fast täglich! Kachelmann konnte sich einen Starverteidiger leisten, sonst säße er jetzt im Gefängnis. Andere können das
nicht, und deren Existenzen werden brutal zerstört. 


Schlimm ist auch der Filz, der über die Jahrzehnte gediehen ist. Der Vater des angeblichen "Opfers" ist mit dem Richter des Verfahrens befreundet. Das erklärt wohl vieles ...



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