Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
6. August 2013 2 06 /08 /August /2013 10:24

TRANSLATE

Da sitzt seit sieben Jahren ein offensichtlich Unschuldiger in der bayerischen Forensik - nennen wir ihn Gustl M. - er ist vielen Prominenten ein Dorn im Auge. Grund: Er verfügt über Insiderwissen. Über Wissen, wie schwarzes Geld in Richtung Schweiz verschoben wurde. Und diese Prominenten hatten Angst: Der Gustl M. könne sein Insiderwissen zu Geld machen. Also wurde er verurteilt.

Nicht wegen angeblicher Sachbeschädigung, auch nicht wegen Körperverletzung! Wäre er dafür verurteilt worden, dann hätte er seine Strafe abgesessen. Also musste er weggesperrt werden - in die bayerische Forensik. Manchen ging es in der Forensik gar nicht schlecht. So einem Mann, der im Wahn drei Menschen umbrachte. Er durfte in der Ansbacher Forensik sündteuere Modellautos bauen. Ein findiger Gerichtsarzt hatte dafür extra eine neue Therapieform erfunden - die Therapiemodellwerkstatt. 

Und extra eine Firma, um diese Modellautos zu versteigern. Er hatte auch eine geschäftstüchtige Frau, sie kümmerte sich um die Abrechnungen. Heute ist sie Sozialministerin! Wie das passt! Und ihr Mann ist besonders findig: Er reichte einen Text ein - mit nur zehn Seiten. Als Dissertation! Und er bekam dafür den begehrten Doktortitel!

Solche Karrieren sind nicht in allen Bundesländern möglich. Das gibt es nur in Bayern! Da regiert seit 56 Jahren die CSU, der Filz quillt aus allen Ecken! Da arbeiten gerade im forensischen Sektor Justiz und Gutachterunwesen Hand in Hand! Schließlich müssen die wenigen Prominenten vor einem Gustl. M. geschützt werden!

Auch ein Chefarzt - nennen wir ihn Klaus L. - ist der Meinung, dass der Gustl M. weiterhin in der Forensik bleiben muss. Auf jeden Fall, bis der letzte Prominente unter den damaligen Schwarzgeldverschiebern verstorben ist. Mindestens!

Dieser Chefarzt Klaus L. ist auch ein findiger Mensch: Er kann sogar Gutachten über Patienten erstellen, ohne mit ihnen sprechen zu müssen! Zum Beispiel über den Gustl M. Und sein Gutachten fiel so detailliert aus, dass die Richter gar nicht anders konnten, als den Gustl M. in die Forensik wegzuschließen. Und dieser Chefarzt setzte sich ein, dass dieser Gustl M. in seine Klinik verlegt wurde. Schließlich kannte Klaus L. den Gustl, aus seinem eigenen Ferngutachten.

Aber in letzter Zeit hat es Klaus L. sehr schwer. Grund: Dieser Gustl M. hat immer noch Freunde, die setzen sich für ihn ein. Ja, sie fordern: 

Freiheit für Gustl Mollath! 

Immer mehr Menschen unterschreiben! Ja, angeblich schreiben sie dem Klaus L. Drohbriefe und drohen ihm böse Sachen an! Dabei ist doch dieser Klaus L. so zart besaitet, ja er war so zart besaitet, dass er sich nicht zumuten konnte, mit seinem Patienten persönlich zu sprechen. Aus der Not heraus musste er ein Ferngutachten erstellen.

Was blieb dem Klaus L. anderes übrig, als zu versuchen, seinen Patienten Gustl M. nach Ansbach wegzuschieben. Sollen sich die Ansbacher mit ihm und seinen bösen Freunden herumärgern! Die Ansbacher haben sogar einen Werner S. überstanden, der in nur einem Jahr Millionen von Schulden angehäuft hatte. Ja, zu diesen Ansbachern passt der Gustl M.

Aber diese Verlegung ging schief. Und der Gustl M. "lebt" immer noch in der Klinik des Klaus L. Und der Gustl M. bekommt immer mehr Freunde, die seine Freilassung fordern. Das geht sogar so weit, dass der Ministerpräsident und der Bundespräsident aushandeln, wer von ihnen einen Gnadenakt erlässt, damit der Gustl M. endlich frei wird! Zur Zeit diskutieren die beiden darüber, wie sie zu einem Ergebnis kommen wollen. Bayerns Ministerpräsident schlug ein Duell vor - im Fingerhakeln. 

Der Bundespräsident aber hält nichts davon! Aber die Zeit drängt: Bald sind Wahlen! Und wenn der Gustl M. immer mehr Freunde gewinnt, das ist schlecht für die Schwarzen!

Und einige von Gustls Freunden sind gar Piraten. Da gibt es einen - nennen wir ihn Martin H. - der jagt Plagiatoren. Er und seine Leute waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich.

Dem Chefarzt Klaus L. schlottern schon die Knie - uas Angst! Vor diesen Piraten! Die haben doch glatt seine Doktorarbeit gelesen. Nicht nur den überlangen Titel. Der ist so lang geraten. Das war pure Absicht: Wer diesen langen Titel sieht, der verliert doch ganz bestimmt die Lust, die Doktorarbeit zu lesen. Aber diese Piraten haben Erfahrung: Sie wissen: Je länger der Titel einer Doktorarbeit, umso fragwürdiger die Arbeit:

Leipziger, Klaus: 

Forensische Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Beschreibung und Untersuchung der Rahmenbedingungen, Konzepte und Behandlungsergebnisse bei nach § 63 Strafgesetzbuch im Maßregelvollzug untergebrachten Patienten im Bezirkskrankenhaus Bayreuth, unter besonderer Berücksichtigung der Gruppe Sexualstraftäter. 

Regensburg, 2000

Also, wer bei einem solchen Titel nicht gleich aufgibt! Der Pirat Martin H. und seine Leute gaben nicht auf, sie fanden Stellen, die nach Plagiaten riechen:

Quelle: PolitPlag Free-Gustl-Molath

Da ist doch verständlich, dass Klaus L. von Angst ergriffen wird - Angst vor Mollaths Freunden! Der Chefarzt überlegt: Dann kommt ihm eine Idee: Auch diese Piraten stellen eine Gefahr dar - für den bayerischen Frei- und Rechtsstaat! Da hilt nur die Methode Mollath - wegsperren in die Forensik. Klaus L. überprüft schon gar, welche Räumlichkeiten für eine neu zu schaffende piratische Forensik in Frage kommen.

Und ein Ferngutachten ist leicht erstellt, da braucht er nur auf frühere Gutachten zu verweisen. Früher hieß es, der zu Untersuchende bildet sich ein, dass es Schwarzgeldgeschäfte gibt. Und die Richter haben gelacht!

Jetzt wird es heißen: Diese Piraten bilden sich ein, dass ein Chefarzt Klaus L. in seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat! Da werden die Richter erst lachen. Ihr Urteil ist klar: Ab in die Forensik!

Aber eins ist sicher: Es kommt die Zeit, dass einigen Leuten das Lachen gründlich vergehen wird.

Gustl Mollath Prof Leipziger unter Plagiatsverdacht
Veröffentlicht am 03.08.2013 von Verfassung1871

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Kiat Gorina - in GLOSSE
Kommentiere diesen Post

Kommentare

ishkaria 08/16/2013 10:30


Wenn ich mir das alles so durchlese, beschleicht mich das Gefühl, daß dieser "Chefarzt" (sollte seine Doktorarbeit ein Plagiat sein, darf er diesen Posten nämlich gar nicht bekleiden), ziemlich
viel Angst vor Mollath und vor allem vor dem, was Mollath sagen könnte, hat. Da stellt sich mir ja schon die Frage, warum das wohl so ist. Nur weil Mollath bei ihm untergebracht war und er die
Regeln, die auch in der Forensik gelten, nicht umgesetzt hat? Oder ist da noch mehr im Busch? Man könnte ja fast auf den Gedanken kommen, der Herr "Chefarzt" hat auch was mit Banken und
Schweizern zu tun...


*Grübelt*

Kiat Gorina 08/16/2013 15:34



Hinzu kommt, dass dieser Chefarzt unbedingt den Gustl Mollath in Bayreuth haben wollte  Zuerst sollte Mollath
in die Ansbacher Forensik gesperrt werden. Und im übrigen, es soll ja auch Chefärzte geben, die schwarzes Geld in der Schweiz bunkerten ... Ich habe aber keinen Namen genannt 



Mary 08/15/2013 23:02


Gabriele Pauli hatte Mollath als Begleiter für die Bayreuther Festspiele eingeladen. Chefarzt Leipziger lehnte ab. Grund: Gefährdung der Sicherheit des Klinikpersonals!


http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten/deutschland-und-welt_artikel,-Sekt-mit-Seehofer-Gabriele-Pauli-laedt-Mollath-zum-Bayreuth-Empfang-UPDATE-_arid,1015099.html

Kiat Gorina 08/15/2013 23:17



Das darf doch nicht wahr sein! Was bildet sich dieser Chefarzt eigentlich ein? Ihm wird vorgeworfen, dass er bei seiner Doktorarbeit geschummelt hat, aber Mollath einen Freigang zu gewähren, dazu
knnte er sich nicht aufraffen!



Juliane 08/07/2013 18:14


Herr Leipziger hat zur Entlassung Gustl Mollaths wahrscheinlich schon wieder gelogen; die Nürnberger Nachrichten berichten seit vielen Jahren zum Fall


 


>Man habe, so Leipziger, erst nach der Echtheitsprüfung des Bescheids dem Patienten eröffnet, dass er die forensische Abteilung der Bayreuther Klinik verlassen müsse, und zwar bis 15 Uhr.
„Herr Mollath hat dann um etwas mehr Zeit gebeten“, fährt der Klinikchef fort, „die hat er auch bekommen.“ Der Nürnberger hat in seinem Zimmer umfangreiche Akten untergebracht. Die mussten erst
zusammengepackt werden. Gegen 17.30 Uhr war es dann so weit.


Leipziger versichert, man habe Mollath, wie in solchen Fällen üblich, sozialpädagogische Hilfe angeboten. Da geht es darum, dem Entlassenen mit einem kleineren Geldbetrag die ersten Schritte in
Freiheit zu erleichtern. Hat er ein Dach über dem Kopf? Braucht er Hilfe bei Behördengängen? Um so etwas gehe es dabei.


Ob sein berühmtester Patient eine solche Unterstützung in Anspruch nehmen wollte oder nicht, will der Arzt nicht sagen. Seine Schweigepflicht verbiete ihm das. Mollath aber schimpft.


„Und dann auch noch so was“


Rein gar nichts habe man ihm angeboten. Man habe ihn einfach nach draußen geschickt. „Fast acht Jahre haben die mich hier gehalten, und dann auch noch so was.“ Für Gustl Mollath ist das der
Gipfel der Respektlosigkeit. Wo er seine erste Nacht in Freiheit verbringt, weiß er nach eigenen Angaben noch nicht. „Vielleicht sollte ich beim Bayreuther Bürgermeister nach einer
Obdachlosenunterkunft fragen“, sagt er, ohne dass man sicher sagen könnte, es handle sich dabei um einen Witz.


In der Vergangenheit haben ihm Unterstützer wie Gerhard Dörner aus Nürnberg schon ein Domizil angeboten. Wo Gustl Mollath jetzt die ersten Tage in Freiheit tatsächlich verbringt, ist allerdings
offen. Ein Obdachlosenheim aber bleibt ihm wohl erspart. Robert Lindner hat seinem Freund auch Arbeit in seinem Betrieb angeboten.


In Unterstützerkreisen erinnert man sich in diesen Stunden an Gustl Mollaths Konzept, das er schon vor Jahren in festem Glauben an seine Sache entworfen hat: 1. Öffentlichkeit, 2. Wiederaufnahme,
3. Rehabilitierung, 4. Entschädigung für erlittenes Unrecht.


Menschen, die ihn seit Jahren kennen und lange Zeit an seinem Schicksal teilgenommen haben, sind immer wieder erstaunt, mit welcher Konsequenz Gustl Mollath auch hier vorgegangen ist. „Den
zweiten Schritt hat er jetzt erreicht“, sagt einer von ihnen nicht ohne Respekt in der Stimme.<


http://www.nachdenkseiten.de/?p=18217#more-18217


Desweiteren bin ich noch hier drüber gestolpert:


http://www.astro.com/loop/loop130806_g.htm


"...Denn es geht ja hier auch um ein anderes Thema, das immer wieder aufkommt - die Beugung der Realität, zum Beispiel durch die schöne Angewohnheit, Steuern zu hinterziehen...."


>Schöne Angewohnheit< . pah.


Zur Exfrau steht auch was drin, reichliches Gesülze in meinen Augen. Von den Vorwürfen zu den Schwarzgeldgeschäften, die sich schließlich bewahrheitet hatten, findet sich im Text nix. Die
Eso-Pesos scheinen sich da gegenseitig Rückendeckung geben zu wollen. Na, wer weiß, wer da verklüngelt ist und noch eine Leiche oder ein paar Taler in einem Schweizer Tresor hat.


 


 


 


 

Kiat Gorina 08/07/2013 18:54



Wenn ich da lese "Der Rechtsstaat funktioniert" dann muss ich kotzen! Mollath ist kein Einzelfall! Und es ist noch gar nicht sicher, wie das neue Verfahren ausgeht! Was passiert, wenn er trotzdem
wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt wird? Muss er dann die Strafe absitzen? Bei dieser Justiz ist alles möglich! Was ist mit der Bestrafung all derer, die Mollath fast acht
Jahre in die Forensik sperrten? Was ist mit den Gutachtern, die falsche Gutachten erstellten? Was ist mit den prominenten Schwarzgeldverschiebern? Was passiert mit Petra M.? Was passiert mit
Richter Brixner, der öffentlich kund tat: "Ich lese doch keine 100 Seiten!" Muss er auf seine Pension verzichten? Es gibt ja Hartz IV 


Von wegen: Der Rechtsstaat funktioniert! Bis das stimmt, da muss sich noch sehr viel ändern!


Und vergessen wir nicht: Was Mollath passiert ist, kann so ziemlich jeden von uns passieren! Auch heute noch!



xamantao 08/07/2013 06:19


Das klingt bedrückend nach einer Zukunftsvision für unbequeme Piraten.

Kiat Gorina 08/07/2013 07:25



Nicht nur unbequeme Piraten! Wie Mollath unmittelbar nach seiner Freilassung vor der Presse erklärte, er sei kein Einzelfall! Halten wir fest: Menschen, die ihrem Gewissen gehorchen und Illegales
öffentlich aufdecken, leben sehr gefährlich. Aktuelle Beispiele sind Manning und Snowden. Mir selbst sind Fälle bekannt, in denen kritische Bürgerinnen und Bürger von Behörden schikaniert wurden
und werden!



Klaus kleber 08/07/2013 01:22


Am besten wir machen nur noch Anarchie.Politiker,Manager,Banker,Richter,Ärzte jeder der was versemmelt oder uns verarschen will bekommt nen Wikingerbegräbnis

Kiat Gorina 08/07/2013 07:20



Wikingerbegräbnis? Wieso soviel Aufwand? Auch wenn jemand "prominent" ist, müssen auch für eine solche Person die Gesetze gelten und angewandt werden. Sollte es eine "Liste" geben, auf der
mögliche Schwarzgeldverschieber stehen, dann muss gegen diese Verdächtigen ermittelt werden, auch wenn die Gefahr besteht, dss dann einige Personen "des öffentlichen Lebens" entlarvt werden ...



Über Diesen Blog

  • : Blog von Kiat Gorina
  • Blog von Kiat Gorina
  • : Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
  • Kontakt

Suchen