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22. Januar 2013 2 22 /01 /Januar /2013 23:06

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Was machte früher ein Fürst, wenn seine Zarin Katharina ihn besuchen und seine blühenden Dörfer sehen wollte, mit denen er vor ihr geprahlt hatte? Er ließ bunte Hausfassaden aufstellen, die den blühenden Zustand auf dem Lande vorgaukeln sollten.

Andere Fürsten in dieser Lage versuchten es mit Zauberei - so jüngst der halbschottische David in Niedersachsen: für seinen schwächelnden gelben Partner ließ er Zweitstimmen - auch Leihstimmen genannt - zaubern. Und er zauberte zu viel des Guten. Erst am Wahlsonntag merkte er zu spät, dass diese Leihstimmen auf seine Kosten gingen. Und er verlor die Wahl bitterlich. 

Bitter, weil er um nur einen Sitz weniger verlor. Und seine Zarin Angela konnte sich nicht verkneifen festzustellen: "Wir haben schon höher verloren!"

Und noch jemand befindet sich derzeit in einer argen Zwickmühle: der Infrastrukturvorstand Dr. Volker Kefer! Er soll Informationen liefern! Informationen? Ja, die Bürger wollen wissen, wieso der Monsterbahnhof immer mehr kostet und einfach nicht fortschreitet. 

Da grübelte der Technikvorstand Volker und ihm fiel der russische Fürst Grigorij Alexandrowitsch Potemkin ein und seine Dörfer! Und Volker erfand einen neuen Begriff - den Datenraum. Ja, er legte noch eins drauf - den geschützten Datenraum!

Geschützt vor Ausspähung! Schließlich geht es ja um geheime Daten, selbst bei den engsten Insidern der Bahn weiß bis heute niemand, wieso die Kosten davongaloppieren. Deshalb wurde dieser Datenraum beschlossen.

Da werden dann die Informationen ausgelegt. Die dürfen jedoch längst nicht alle sehen. Wo kämen wir denn hin? Denn diese geheimen Daten müssen vor der Öffentlichkeit geschützt werden. Und umgekehrt muss die Öffentlichkeit vor diesen Daten geschützt werden, sonst könnte es ja einen Aufschrei geben. Und wieder Protest gegen das Monsterprojekt für diesen unterirdischen Maulwurfsbahnhof.

Als Kanzlerin Angela davon hörte, nickte sie beifällig: Ja, das habe ja schon der ESM - diese supergeheime Superbank in Luxemburg - vorgemacht. Diese ESM-Bank darf alles machen, aber niemand darf ihr in die Karten gucken. Nicht einmal die Justiz, und auch nicht die Polizei.

Diesen Hinweis nahm der Volker gleich auf. Und er ließ seinen Datenraum gleich verdunkeln. Die ausgewählten Bürger dürfen dann diesen Datenraum betreten - aber sehen dürfen sie nichts - schließlich ist alles geheim. Und ein neues Wort des Jahres ward geboren: Schwarze Transparenz!

Quellen:

  1. Stuttgarter-zeitung.de Bahn will vertrauliche Informationen liefern
  2. cams21.de Pressekonferenz der S 21-Projektpartner über die derzeitige Vertrauenskrise

01_S 21_Pressekonferenz Lenkungskreis_21.01.2013_Winfried Hermann
Veröffentlicht am 21.01.2013 von Wackerer Schwabe

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Kommentare

Morrighan 01/23/2013 10:52


Hier ist noch ein Link auf die Kontext, die Vergleiche zieht zur Schlichtung:


http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2013/01/grubes-geheimkammer/


Grüße aus der "narrischen" Stadt :)


 

Kiat Gorina 01/23/2013 21:32



Diese Alliteration - Grubes Geheimkammer - trifft es haargenau  Vielen Dank für diesen Link!



Juliane 01/23/2013 07:54


Hallo Kiat,


bei diesem inoffiziellen Lenkungskreis waren auch Hannes Rockenbauch (ja, der Rothaarige von der Schlichtung)) und Thomas Adler dabei, die beiden habe eine Presseeklärung herausgegeben:


http://www.bei-abriss-aufstand.de/2013/01/22/presseerklarung-soslinke-das-projekt-ist-das-problem-nicht-die-kommunikation/


Dort ist u.a. das zu lesen:


"Dass die Bahn transparenter werden will und dafür ausgewählten Personen ausgewählte Unterlagen nur in einem so genannten Datenraum zur Verfügung stellen will, ist – so Hannes Rockenbauch –
Augenwischerei: „So eine ‚Dunkelkammer’ war schon während des Geißler’schen Faktencheck 2010 ein umstrittenes Ablenkungsmanöver der Bahn AG. Auch Moderator Heiner Geissler forderte seinerzeit,
dass die Fakten auf den Tisch und damit an die Öffentlichkeit gehören und nicht in stundenweise unter Aufsicht zu nutzende Datenräume."


Und ein Herr Bergmann schreibt in der Kommentarspalte:


"Die Sache ist ja viel schlimmer: Im Spiegel 38/2010 sagt Herr Grube: ” Ich halte gern meine Hand hin und sage das im Namen aller Projektpartner: Lasst uns an einen Tisch setzen, lasst uns
gemeinsam die Experten anhören. Die Wahrheit muss endlich auf den Tisch.”
Lasst uns die Herren auf diesen Satz festnageln. Die Wahrheit gehört ans Licht der Öffentlichkeit und nicht in einen geheimnisumwitterten Raum!!!!"


Kefers Mission ist gescheitert:


"Das Angebot mit geheimen "Datenräumen" nach 18-jähriger Planungszeit und nach all den Manipulationen bei Schlichtung und Stresstest, der sensibilisierten Öffentlichkeit mit einer Fortsetzung
dieser Camouflage zu kommen, könne nur noch als dreist bezeichnet werden, so Bündnissprecher Dr. Eisenhart von Loeper. Dies sei wahrlich kein Beitrag zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der
Bahn."


Siehe:


http://www.bei-abriss-aufstand.de/2013/01/22/presseerklarung-aktionsbundnis-gegen-s21-kefers-mission-gescheitert/


Dass der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann nicht zufrieden ist, kann man ganz deutlich seinem Gesicht entnehmen als der Kefer "spricht".:


http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=PL5U9ijUo7k


(3 Minuten 43).


 

Kiat Gorina 01/23/2013 09:47



Auch Fritz Kuhn scheint nicht glücklich aus  Vielleicht bereut er schon sein OB-Amt?


Vielen Dank für deine Links! S21 ist nur noch mit "schwarzem" Galgenhumor zu ertragen. Muss erst ein Katastrophe passieren, bevor die Verantwortlichen umdenken müssen? Oder muss erst die
Kanzlerin abgewählt werden und der Bundesverkehrsminister dazu? Nach Niedersachsen sind ja die Chancen dafür gestiegen! Sollten sich die Entscheider - vor allem auf Bundesebene - nicht
entscheiden können, dann muss S21 zu einem Bundesthema gemachtfür die Wahl werden!



Morrighan 01/22/2013 23:21


Die geologischen Gutachten aus den Zeiten der Schlichtung liegen noch immer gut geschützt vor neugierigen Blicken in Frankfurt in irgendwelchen Geheimkammern. Bis heute weiss niemand, was da so
geheim ist. Was für jämmerliche Gestalten!

Kiat Gorina 01/23/2013 01:32



In den Gutachten wird wahrscheinlich davor gewarnt, die vielen langen Tunnels zu bohren! Also sind diese Gutachten weggesperrt! Wirklich jämmerlich!



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