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15. Oktober 2012 1 15 /10 /Oktober /2012 23:49

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Heute sah ich einen Mann, ich erinnerte mich an ihn, das letzte Mal traf ich ihn in einem Gerichtssaal - im August. Eine Freundin bat mich, sie zu begleiten. Was war passiert? Sie hatte ihre zwei Pferde bei einem Bauern eingestellt. Am Anfang ging alles gut.

Aber eines Tages versuchte der Bauer sie zu begrapschen. Sie wehrte sich. Da begann der Bauer sie zu schikanieren. Sie suchte sich einen anderen Stall. Und meinte, damit wäre alles erledigt. Ein Irrtum:

Da flatterte ihr Post vom Amtsgericht ins Haus. Der Bauer hatte geklagt. Ihre Pferde hätten seine Wiese zerstört. Und er wollte die "Renaturierungsarbeiten" bezahlt haben. Er verlangte dafür 200 Euronen.

Sie fragte mich, ob sie zahlen solle. "Der Bauer hat doch die eine Wiese als Koppel gegeben - so war es ausgemacht!" Aber sie hatte das nicht schriftlich. Leider. Ob sie einen Anwalt nehmen solle? Das ist ein Rechenexempel. Ich fragte sie, ob sie eine Rechtsschutzversicherung habe. Ja, mit 250 Euro Selbstbeteiligung.

Na dann rechnet sich das mit einem Anwalt nicht. Zusammen setzten wir eine Klageerwiderung auf und es kam zum Gerichtstermin. Eine Richterin. Sie hatte offensichtlich etwas gegen mich. Ob ich Zeugin sei? Nein, ich begleite meine Freundin. Ob ich etwas mit dem Verfahren zu tun habe? Nein, aber ich begleite meine Freundin. 

Dann meinte die Richterin, ich solle in den Zuschauerreihen Platz nehmen. Nahm ich auch. Und die Richterin ermahnte mich: "Wenn Sie etwas sagen, fliegen Sie raus!" Ich hatte schon so etwas erwartet. Deshalb hatten meine Freundin und ich vereinbart, wenn ich zu husten anfange, dann solle sie eine Pause beantragen. Grund: Sie ist Diabetikerin, und ihr Diabetes drohe zu entgleisen ...

Der klagende Bauer erwies sich als totales Ekel und als Lügenbold: Er behauptete, dass nicht vereinbart war, was die Wiese anginge. Er wurde von einem Assessor vom Bauernverband begleitet. Der unterstützte natürlich sein Verbandsmitglied. Meine Freundin hatte keine Chance.

Da ergriff mich eine solche Wut über diesen Bauern, dass ich dachte: "Du Ekelpaket! Du führst dich auf wie ein zänkischer Schimpanse!" Nach der Verhandlung tröstete ich meine Freundin. Sie kam bald über diese Niederlage hinweg.

Und heute sah ich diesen Bauern. Aber wie sah er aus? Er trug einen dunklen Anzug - etwas zu stramm. Und - ich glaubte es zunächst nicht und sah noch mal hin: Aus den Ärmeln quollen Haare, so als sei eine Rosshaarmatratze geplatzt. Ich erinnerte mich an die Verhandlung - da hatte er ein kurzärmeliges Hemd an. Und war nicht behaart.

Und heute? Ja, sogar seine Handrücken waren über und über behaart! Ich überlegte: Hirsutismus? Nein, das bekommen nur Frauen. Aber vielleicht Hypertrichose? Oder gar Morbus Cushing? Vielleicht ein Tumor in der Hypophyse? Oder ...

Und ich erinnerte mich an den Tag im Gerichtssaal, als ich so wütend war. Ob meine Wut etwas ausgelöst oder in Gang gesetzt hat? 

Jedenfalls rief ich meine Freundin an und erzählte ihr von der Begegnung. Ihr Kommentar: "Das geschieht ihm recht, diesem Schwein!" Worauf ich sagte: "Beleidige nicht die Schweine." Und sie konnte darüber lachen. 

Vielleicht geht dieser haarige Bauer auch ins Guiness Buch der Rekorde ein ...

Das Wolfsmädchen
Veröffentlicht am 26.09.2012 von DiagonalViewDE

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Kommentare

Katharina vom Tanneneck 10/16/2012 22:32


So spielt manchmal das Leben! Hier hat dann doch mal die Gerechtigkeit gesiegt. Wäre es nicht schön, wenn alle Ungerechtigkeiten auf der Welt, etwas ähnliches auslösen würden? Vielleicht würden
die Menschen dann wieder ehrlicher werden!


Ich habe mir das Video mit dem Wolfsmädel angeschaut. Sie muß anfangs schlimmes mitgemacht haben und der Eintrag ins Guiness Buch, hat ihr viel Leid erspart. 

Kiat Gorina 10/17/2012 17:49



Bestimmt, da zeigt sich wieder, wozu ein "Rekord" gut ist! 


Und dass der Bauer noch zu Lebzeiten seine Strafe abbekommen hat, finde ich auch gut!



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