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11. November 2011 5 11 /11 /November /2011 20:18

Über Josefa Schmid schrieb ich ja schon einige Artikel - erstmalig am 25.09.2011  - und dann immer wieder. Mir stinkt es gewaltig, dass die Männer der CSU eine solche Nachwuchspolitikerin wegmobben wollen. Als Politikerin taugt sie nämlich sehr viel - im Gegensatz zu gewissen anderen - denken wir nur an Silvana Koch-Mehrin.

Die Josefa Schmid dagegen hat schon als Bürgermeisterin einiges bewegt: Sie hat dafür gesorgt, dass die Computer in ihrer Gemeinde ein WLAN-Netz bekamen. Wenn ich da an den Bürgermeister hier in Windsbach denke, als ich den mal wegen DSL-Versorgung fragte, da meinte er, er könne ja mal bei der Telekom anrufen.

Das war auf einer Bürgerversammlung, danach konnte ich die Bürgerversammlung nicht mehr besuchen. Grund: Diese Versammlung findet in einer Dorfkneipe statt, deren Wirt mir Hausverbot erteilt hatte. Angebliche Begründung: Ich sei eine Hexe! Gut, dass wir schon im 21. Jahrhundert angekommen sind, ein paar hundert Jahre früher wäre ich sicher verbrannt worden - wie die beiden armen Frauen in Düsseldorf.

Was hat Josefa Schmid in ihrer Gemeinde noch geschafft? Eine Kindertagesstätte! Und ihre Gemeinde erhielt einen Preis - den Landespreis für "Kommunale Seniorenpolitik"! Wenn das nichts ist! Und sie ist immer für ihre Bürgerinnen und Bürger erreichbar. Im WELT ONLINE Artikel wird sie zitiert: "Alle Bürger haben meine Handynummer, jeder kann jederzeit anrufen, auch mitten in der Nacht." Das lobe ich mir! Da könnten sich andere Bürgermeister mindestens eine Scheibe abschneiden.

Zum Beispiel der Windsbacher Bürgermeister: Als ich mich erdreistete ihn anzurufen, weil der Schneepflug wieder einmal die öffentliche Straße zu meinem Einzelhof partout nicht räumen wollte, drohte er mit Strafanzeige - wegen Telefonterror und Belästigung. Und so jemanden soll ich wählen?

Und deshalb verstehe ich den Helmut Brunner, derzeit Bayerischer Landwirtschaftsminister, überhaupt nicht, wenn er zu Josefa Schmid von sich gibt: "Die Dame ist eigenwillig, eigensinnig und beratungsresistent." Also Brunner, da hat die CSU ein politisches Talent, eine kompetente Politikerin und dann so ein Urteil! Wenn ein CSU-Minister so etwas über eine Parteifreundin sagt - öffentlich - was soll ich von einer solchen Partei halten? Ich persönlich nicht viel!

Oder ist die Josefa Schmid dem Helmut Brunner einfach zu gescheit? Ich denke wirklich, das ist der Grund: Gerade für die Landratsposten werden recht einfach gestrickte Kandidaten von der Staatsregierung bevorzugt. Grund: Die lassen sich leichter dirigieren! Außerdem denken viele CSU-Männer an eine frühere Landrätin im Landkreis Fürth zurück - die Gabriele Pauli! Achtzehn Jahre war sie Landrätin - eine sehr beliebte und sehr gute Landrätin. Dann wollte sie mit dem damaligen Ministerpräsidenten Stoiber sprechen. 

Ja, sie, die kleine Landrätin, sie will einen Audienztermin bei seiner Exzellenz Stoiber?! Ja, so arrogant reagierte Stoiber wirklich und dann setzte sich eine Lawine in Gang. von der sich die CSU bis heute nicht mehr erholt hat und auch nicht erholen wird. Es waren ja nicht nur die Gabriele Pauli, sondern auch Bauersfrauen, die ihren Unmut den Abgeordneten entgegenschleuderten- Eine Bäuerin überschüttete ihren Abgeordneten nicht mit Lobeshymnen, sondern mit Milch - frisch aus der Kanne. Der Abgeordnete reagierte mit einer Ohrfeige - oder andere Bäuerinnen besuchten die Kanzlerin in Berlin - aber Frau Kanzlerin hatte nicht die Güte zu erscheinen - sie schickte statt dessen den Peter Ramsauer.

Da wundert es mich nicht, wenn den Helmut Brunner die Panik ergreift - vor den aufmüpfigen Frauen, die den Mund aufmachen, und die studiert sind und jetzt sogar in ihrer Freizeit gar an ihrer Doktorarbeit schreiben! Und gerade Doktorarbeit ist ja gerade ein Reizwort - auch und gerade in der CSU. Sie hat ja deswegen sogar einen gegelten Freiherrn verloren! Und was ist mit der Stoibertochter Veronika? Sie musste ihren Doktortitel zurückgeben. Und da wieder eine Frau, die ihren Doktor macht! Und dann womöglich gar den Doktortitel behält, weil sie alles selber verfasst und nicht abschreibt oder andere für sie schreiben lässt?!

Ja, schwere Zeiten für die CSU - die Frauen kommen - auch ohne Quote! Deshalb appelliere ich an euch Wählerinnen und Wähler im Landkreis Regen: Gebt der Josefa Schmid am kommenden Sonntag eure Stimme! Ihr bekommt dann eine gute Landrätin! Garantiert!


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Kommentare

petra 11/14/2011 10:43


Immer diese blöden Männer! Die CSU scheint ja von solchen Männern nur zu wimmeln. Ich verstehe nicht, wie Frauen in Bayern die CSU wählen können ;-)


Kiat Gorina 11/14/2011 11:19



Das verstehe ich auch nicht. Naja, die Tochter der Stamm ist ja bei den Grünen, und kandidiert gegen den Seehofer bei der nächsten Wahl 



sandra 11/13/2011 23:31


Leider hat es für die Landrätin nicht gereicht! Sie ist noch jung, beim nächsten Mal klappt es bestimmt!


Kiat Gorina 11/13/2011 23:40



Ich finde es auch sehr schade  Sie wäre bestimmt eine sehr gute Landrätin geworden! Aber wie spricht der
Volksmund? "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!" So hat sie Zeit, sich ihrer Doktorarbeit zu widmen! Sie ist keine Freifrau, also muss sie selbst schreiben. Und das kann sie auch - davon bin ich
überzeugt!



werner 11/12/2011 20:24


Wieder ein sehr guter Artikel von dir. Ja, ich habe ja auch für die Josefa geklickt, das waren wohl mehr. Das wird der CSU nicht gefallen haben!


Kiat Gorina 11/12/2011 20:46



Danke für dein Lob! Ja, da haben gewiss sehr viele geklickt. Ich habe gar nicht gewusst, dass ich so viele Leserinnen und Leser habe 



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