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27. Januar 2012 5 27 /01 /Januar /2012 14:52

Marcel Reich-Ranicki hielt eine Rede, am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine erdrückende Rede, eine beklemmende Rede. Aber sie musste gehalten werden.

Als Zeitzeuge bringt Reich-Ranicki rüber, was damals in Warschau geschehen ist. Das sollten wir nie vergessen. Und wir sollten alles tun, dass sich so etwas nicht wiederholt. 

Wenn ich mir die Neonazi-Szene so ansehe, dann meine ich, wenn diese politischen Kräfte ans Oberwasser kommen, dass wieder so etwas passiert. Ja, das ist durchaus denkbar. Offenbar haben auch manche Menschen von heute nichts aus der Geschichte gelernt.

Marcel Reich-Ranickis Red findet ihr HIER

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich Nazi-Opfer fühlen. Im Jahr 2000 wurde ich von Nazis brutal zusammengeschlagen - in Wiedersbach, das ich seitdem Widerlingsbach nenne. Damals hatte ich Tiger und Miriam eingestellt. Und war mit den beiden ausgeritten - Miriam als Handeselin dabei. Da musste ein neugieriges Reitmädchen in meinem Rucksack gekramt haben und es wurde fündig: 

Es fand meinen Behindertenausweis. Weil ich Diabetikerin bin, hatte ich so ein Teil dabei. Wie mir später andere erzählten, rannte dieses Reitmädchenin die Halle des Reitvereins und posaunte: "Die ... ist behindert!" Keiner sagte dem Mädchen: "Ja und? Wo ist das Problem?"

Als ich vom Ausritt zurückkam, wurde ich überfallen und von mehreren brutal zusammengeschlagen. Sie traten auch noch zu, als ich schon auf dem Boden lag! Dabei brüllten sie: "Bei Hitler ist so was wie du vergast worden!"

Mit letzter Kraft kroch ich über die Straße und klingelte. Die Anwohner zogen mich ins Haus, mehr trauten sie sich nicht - aus Angst vor den Neonazis. 

Ich rief meinen Bär an, er unterbrach sofort seine Arbeit und fuhr zu mir und brachte mich gleich ins Krankenhaus. Dort wurde ich stationär behandelt - eine Woche lang. Da die Täter gedroht hatte, mich im Krankenhaus zu "besuchen", haben die Schwestern meinen Namen nicht bekannt gegeben.

Wir stellten Anzeige, nichts geschah. Die Staatsanwaltschaft Ansbach stellte die "Ermittlungen" ein - wegen mangelnden öffentlichen Interesses! Unglaublich, aber wahr! Ich wurde auf den Privatklageweg verwiesen- Seitdem habe ich meinen Glauben an die bayerische Justiz resp. der Ansbacher Justiz verloren. Ich wurde ja nicht einmal von Ermittlungsbeamten im Krankenhaus zur Zeugenvernehmung aufgesucht ...

Später erfuhr ich, dass noch in den 1960-er und 1970-er Jahren dieses Widerlingsbach eine Hochburg der Republikaner und der NPD war ...

Marcel Reich-Ranicki: Eilige Hochzeit als Rettung vor dem KZ 

 

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Kommentare

Andi 01/27/2012 19:52

Was du schon alles mitgemacht hast! Dieses Widerlingsbach scheint ja ziemlich schlimm zu sein. Bei dem Video ist mir aufgefallen, dass es für die Webseite gesperrt ist. Was soll das heißen?

Kiat Gorina 01/27/2012 20:14



Tja, bei YouTube wundert mich nichts mehr! Vielleicht ist es für Nichtdeutsche gesperrt, und ich bin ja halbe Mongolin, also für einige reinrassige Deutsche so etwas wie ein halber
Untermensch ALso bin ich unwürdig, dieses Video nicht eingebettet zu sehen 



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