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29. November 2011 2 29 /11 /November /2011 11:22

Ja, richtig gelesen: in Regen, nicht "im Regen". Obwohl, nach der Stichwahl des Landrates steht jemand im Regen - die CSU! Wann gab es das, dass im tiefschwarzen niederbayerischen Regen ein Kandidat die Wahl gewann, der alles auf sich vereinte, was früher für die Wählerinnen und Wähler im Landkreis Regen als unwählbar galt:

Der gewählte Landrat Michael Adam ist

  • SPD-Mitglied
  • noch sehr jung, 26 Jahre jung
  • evangelisch und
  • schwul!

Wer hätte das gedacht, dass auch in Niederbayern die Vorherrschaft der CSU zu Ende geht? Nur wenige vor der Stichwahl. Dies ist ein Indiz dafür, dass die CSU abgewirtschaftet hat. Was führte daz? Einige Gründe:

Die CSU ist im Kern undemokratisch. Ein Beispiel: Da kündigte im Landkreis Ansbach der amtierende Landrat öffentlich an, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt vorzeitig zur Verfügung stellen muss. Dann meldeten sich innerhalb der CSU gleich mehrere Kandidaten, die auch Landrat werden wollten.

Und was machte die Altherrenriege der Ansbacher CSU? Da setzten sich ein Ehrenvorsitzender und der amtierende Landrat zusammen und "bestimmten" quasi, wer Nachfolger werden soll - ein bislang unbeschriebenes Blatt, das politisch noch nicht aufgefallen war! Vielleicht gerade deshalb!

Mit solchen "stillen" Landräten lässt sich leichter regieren. Und die anderen Kandidaten? Ein paar maulten, aber keiner zog die Konsequenzen und verließ diese Partei.

Was spricht noch gegen die CSU? Sie ist frauenfeindlich? Zumindest innerhalb der Partei. Nun, einige Vorzeige- und Alibifrauen gibt es. Wenn nun Frauen jedoch politisch aktiv werden und es wagen, gegen die Männer zu regieren, dann werden sie fertig gemacht! Ein Beispiel die einst sehr erfolgreiche Landrätin von Fürth - Gabriele Pauli! Da hat die CSU ein politisches Talent - und verstößt es!

Zurück zur Wahl des Landrates in Regen: Die CSU hat auch verloren, weil sich die konservativen Kräfte zu sehr verzettelt hatten. Und weil sie eine Kandidatin - die Josefa Schmid - zurückstutzen wollten - natürlich die Männer! Schmid hatte ja sich durchgesetzt, als sie der CSU zum Trotz doch zur Bürgermeisterin von Kollburg gewählt wurde. Und sie machte als Bürgermeisterin eine erfolgreiche Politik. 

Das haben ihr die CSU-Männer nicht verziehen. Deshalb musste sie als Einzelkämpferin ihren Wahlkampf bestreiten und erhielt fast zehn Prozent der Stimmen! Ein wirklich achtbarer Erfolg! Trotz der schmutzigen Wäsche, die CSU-Männer gegen sie wuschen. Wäre die CSU in Niederbayern über ihren Schatten gesprungen und hätten sie ihr Mitglied Josefa Schmid tatkräftig unterstützt, hätte die CSU bestimmt dieses Landratsamt nicht an den SPD-Kandidaten verloren!

Dies bekommt Josefa Schmid von der "Konkrrenz" bestätigt. So schreibt der Plattlinger Anzeiger:

"Ich glaube nicht, dass die CSU den Michael Adam jemals wieder wegbringt", freute sich gestern Ludwig Kandler (SPD), stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Kandler, einer der erfahrensten noch aktiven Politiker im Landkreis, spricht von einem "großen Fehler der CSU" nach dem Freitod des früheren Landrats Heinz Wölfl: "Es hat doch niemand geglaubt, als CSU-Vertreter gesagt haben, niemand habe von der Spielsucht Wölfls gewusst, obwohl das doch überall bekannt war." Kandler weiter: "Ich glaube, die CSU im Landkreis Regen hat einiges vertuscht." Für einen großen Fehler hält es der SPD-Politiker auch, dass die CSU nicht die Kollnburger Bürgermeisterin Josefa Schmid ins "Landrats-Boot" geholt hat. Ludwig Kandler: "Das ist eine fähige, junge Politikerin, die bessere Chancen gehabt hätte als Plenk."

Also, wenn das keine Ohrfeige für die CSU ist vor allem für ihre Männer!

Quelle: Plattlinger Anzeiger Überraschung hält sich in Grenzen

Aber nun hat sich das vorherige "Auskarteln" des Kandidaten im Hinterzimmer wieder einmal gerächt! Und noch etwas hat sich gerächt: Da wurde doch allen Ernstes an die VdK-Mitglieder ein Wahlbrief verschickt, in dem empfohlen wurde, den CSU-Kandidaten zu wählen, weil er für den VdK tätig sei! Tja, hier zeigte sich wieder die Verfilzung in der CSU. Und so gewann der SPD-Kandidat.

Quelle: MAIN POST Vorherrschaft der CSU ist vorbei

 


 

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Kommentare

lara 12/01/2011 09:05

Ich bin gespannt, ob die Josefa Schmid in der CSU bleiben darf. Der Helmut Brunner hat jat so etwas angedeutet.

Kiat Gorina 12/01/2011 09:46



Da bin ich auch gespannt! Der bayerische Landwirtschaftsminister hat die Josefa Schmid als beratungsresistent bezeichnet - eben ein sturer Mann! Und sollte die CSU die Josefa Schmid ausschließen,
ich denke, sie findet andere Parteien, die sie gerne aufnehmen.


Und der CSU kann ich nur raten: Solch ein politisches Naturtalent wie die Josefa Schmid, das wäre ein herber Verlust für die CSU! Gell, Herr Brunner 



antje 12/01/2011 08:36

Ich hoffe f+r die CSU dass sie lernfähig ist ;-)

Kiat Gorina 12/01/2011 09:00



Das hoffe ich auch - vor allem für die Männer in der CSU  Konservativ ist ja an sich nichts Schlechtes - nach
dem Motto: "Bewährtes bewahren!". Wenn es allerdings darauf hinausläuft, dass alles so weiter läuft, weil wir es immer so gemacht haben, dann läuft etwas falsch!"  Und gegen einen Aktionismus, nur um etwas Neues zu veranstalten und durchzusetzen, dagegen habe ich auch etwas.


Wie immer und überall ist ein gesunder Kompromiss gefragt 



werner 11/29/2011 23:29

Ich bin sicher, von der Josefa Schmid werden wir noch viel hören. Wenn sogar die SPD sie lobt ;-)

Kiat Gorina 11/30/2011 09:26



Das meine ich auch! Sie ist wirklich eine sehr fähige Politikerin, und wenn die CSU - vor allem deren Männer - ncht einsehen, was sie an ihr haben, ist die CSU selbst schuld 



Lady 11/29/2011 17:03

faszinierend, lächle ich mal wieder hier,
wie sich Dinge wiederholen und vollkommen logisch wiederholen,
vor langer Zeit fand sowas im Innviertel statt => die sind Bayern nicht nur geografisch , sondern auch politisch nicht "unnah".

Weil der amtierende Bürgermeister ein anderes Amt wollte, wo er wohl sicherer bis zur Pension/Rente Geld verdient, trat er zurück. Wäre er 1 Monat später zurückgetreten hätte der Gemeinderat den
Bürgermeister bis zur nächsten regulären Wahl gewählt, dort hatten die konservativen die Mehrheit.
aber es drängte die Zeit und man war sich soo sicher....

3 Parteien, 3 Kandidaten es kam zur Stichwahl und im "Stichwahlwahlkampf" griffen die Konservativen den Kandidat der SPÖ persönlich an....


die Konservativen mieteten den größten Saal im Dorf für die Wahlparty,
die SPÖ eine kleine Jausenstation, da wären auch 60 Leute "viel " gewesen....


gewonnen hat der SPÖKandidat == die Jausenstation platzte aus den Nähten, der große Saal war leer ;);)

wieso hatte er gewonnen: weil die Leut am Land vieles wollen, aber niemals persönliche Angriffe in einem Wahlkampf...


der SPÖBürgermeister ist immer noch im Amt, im Gemeindarat haben sie die Mehrheit


persönlich angreifen ist ein Bumerang, dass die das nie lernen ....

Kiat Gorina 11/29/2011 17:14



Irgendwie gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass manche Politiker besonders stur und blöd sein müssen, sonst werden sie nicht als Kandidaten aufgestellt. Da wird sich das Mäntelchen,
demokratisch die Interessen der Wählerinnen und Wähler durchzusetzen, zum Schein umgehängt, aber in Wirklichkeit geht es nur um den besten Platz am Futtertrog. Das Wahlvolk ist nur hinderlich.


Nur erkennen die Wähler solche Spielchen - überall: im tiefsten Niederbayern und in Österreich. Schlechte Zeiten brechen für solche Politiker an. Vielleicht beantragen sie bald Artenschutz und
setzen sich selbst auf die Rote Liste 



DEVA8 11/29/2011 13:24

Hahaha, ja ich weiß. Man hörte da schon oft
so allerlei..die mauscheln dort wie sonstwas in Minga.
Ich kenne solche Geschichten von einem Bekannten
der als Buchhalter beim Finanzamt gearbeitet hat.
Wir waren damals empört, was da hinter den Kulissen
ablief. Da hat sich nichts geändert in Klein-Babylon.

Liebe Grüße
Deine Deva

Kiat Gorina 11/29/2011 17:07



"Klein-Babylon" - das passt



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