Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Hundert Tage sind die Piraten schon Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses - jetzt ist die angebliche Schonzeit vorbei. Jetzt können alle über sie herfallen. Und sie zerreißen. Jetzt dürfen sie verprügelt werden, weil sie sich etwas getrauten: Sie ließen sich zu Abgeordneten wählen!
Kaum zu glauben, eine solche Frechheit, sich wählen zu lassen, und dann noch die Wahl annehmen. Und die etablierten Parteien dumm aus der Wäsche schauen zu lassen. Das lassen sich die Etablierten nicht bieten. Die haben sich doch schön an den politischen Trott gewöhnt, und dann kommen die Piraten und stellen Fragen!
Ja, wo gibt es denn so etwas?! Diese jungen Hüpfer stellen Fragen. Wer hinter einem Referentenentwurf steht? Wen interessiert das die Etablierten? Die sind doch froh, dass sie nicht selbst den Entwurf schreiben mussten. Und diese Piraten, die formuleren ihre Reden selbst. Die geben den Lobbyisten keine Chance! Wo gibt es denn so etwas?
So eine Politik, die darf sich auf keinen Fall durchsetzen! Also müssen die Etablierten etwas unternehmen. Was tun? Ach ja, die Standardlösung: Sie lassen Berater zu Wort kommen, zum Beispiel von einer Agentur, der kann gleich stänkern. Diese Piraten kriegen ja über 4.000 Euro im Monat, da müssen sie schon etwas dafür tun.
Die Etablierten bekommen genauso viel Euronen, aber die tun wenigstens nichts dafür, das überlassen sie den Lobbyisten - so wie es immer war. Und so soll es bleiben, sagen die Lobbyisten und deren Drahtzieher.
Und weil diese Piraten nicht so funktionieren wie die Etablierten es wollen, werden sie verbal bestraft: Sie werden von einem Meinungsforscher zur zerredet, dass sie angeblich unglaubwürdig sind, fast so wie die FDP: "Offensichtlich haben sie noch nicht die Toleranz-Schwelle ihrer Wählerschaft überschritten. Sie haben aber bundespolitisch schon etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Wir hatten im Januar die Frage nach Glaubwürdigkeit und da lagen eben die Piraten schon ziemlich am Ende zusammen mit der FDP."
Hier wird unterschwellig darauf hingearbeitet, dass diese Piraten unglaubwürdig sind. Die Umfragen geben ein solches Ergebnis nicht her, aber was nicht ist, wird schon werden. Und schuld sind diese blöden Wähler der Piraten. Die glauben denen immer noch! Nicht zu fassen.
Aber trotzdem sind sie fast so unglaubwürdig wie die FDP, aber für dieses Umfrageergebnis haben wir nicht die Piratenwähler gefragt, die sind ja sowieso unzuverlässig, nein, da wurden die Stammwähler der Etablierten befragt, denn die wissen es genau: Piraten darf man nicht glauben, das wissen wir doch aus den Piratenfilmen!
Aber, aber! Wir meinen nicht die Piraten aus dem Kino, wir sprechen von der Piratenpartei!
Was für eine Partei? Piraten entern Schiffe und klauen! Piraten sollen eine Partei sein? Von so einem Unsinn haben wir noch nie gehört!
Quelle: klartext Top oder Flop? Die Piraten nach der ersten Schonfrist
Hinter der Piratenfahne versteckt sich ein Video - einfach klicken.
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