Da wurde der Katastrophenfilm von Roland Emmerich ganz groß beworben, ab 12. November läuft der Film in den Kinos, Fanartikel gibt es zu kaufen, und da kommt ein Berliner Forscher daher und beweist: 2012 ist nicht! So ein Pech aber auch ...
Ja, Fan-Pakete zur Katastrophe können gewonnen und gekauft werden: so ein Fan-Paket enthält:
- einen Rucksack mit den Ziffern "2012"
- ein Notizbuch mit dem Schriftzug "2012" und
- ein Taschenmesser, auch mi den Ziffern "2012".
Irgendwie erscheint mir das unvollständig. Womit soll ins Notizbuch geschrieben werden? Mit dem Taschenmesser?
So, und nun gibt es einen Dr. rer. nat. Andreas Fuls, er forscht an der Technischen Universität Berlin, sein Spezialgebiet die Mayas und deren Kalender. Und er hat festgestellt, dass das "Ende" des Maya-Kalenders nicht am 21.12.2012 stattfinden kann. Das ist ja ein Paukenschlag für all die Propheten, für all die Autoren von Überlebensbüchern nach 2012 und für die Hersteller von "Überlebensartikeln".
Aber so richtig will keiner etwas wissen von diesem Fuls. Ist ja klar, der ist ja ein richtiger Spielverderber. Und vor allem verdirbt er das erwartete Geschäft.
Dabei ist seine Methode sehr überzeugend: Er durchforstet die vorhandenen Unterlagen aus der Maya-Zeit. Da stehen nicht nur die gesellschaftlichen Ereignisse drin, sondern auch die astronomischen Konstellationen. So beispielsweise folgende:
- Wintersonnenwende
- Neumond
- Venus erscheint in einem neuen Zyklus zuerst als Morgenstern
Und Fuls bestimmt daraus nachvollziehbar den exakten Tag: 19. Dezember 830 n. Chr. Das ist eigentlich unwiderlegbar!
Aber es bedeutet, dass die bisherigen Zeitinterpretationen falsch waren, nämlich um 208 Jahre! Bisher nahmen Historiker an, dass die Hochzeit der Mayas so um 900 n. Chr. zu Ende ging. Fuls hat beweisen, dass die Kultur der Mayas aber erst 208 Jahre später, also um 1100 n. Chr. schwand. Und damit wird dann auch das "Ende der Welt" 208 Jahre später stattfinden.
Ich frage mich: Wer profitiert eigentlich von Weltuntergangsszenarien? Nun, zunächst all die, die darüber veröffentlichen und das sind ja bislang nicht wenige gewesen.
Und ich frage mich: Wer liest das? Wie ich so festgestellt habe, sind das oft enttäuschte und frustierte Menschen. Frustiert, weil sie festgestellt haben, dass nur eine kleine Clique von Superreichen die Strippen für die übrigen Menschen ziehen. Und da ist doch so eine Weltuntergangsstimmung sehr gut geeignet, um den eigenen Frust abzubauen: "Wartet nur, ihr Geier! Euch geht es auch an den Kragen! Da helfen euch eure ganzen Milliarden nicht mehr!"
Das bestätigt wieder einmal meine These, dass vieles in der Esoterik-Szene nur der Desinformation gilt. Und um Ängste zu schüren. Das wird dann ein Selbstläufer. Menschen, die Angst haben, lassen sich leichter lenken und ablenken von den eigentlichen Problemen. Sie starren wie gebannt auf 2012, und sind damit beschäftigt.
Deshalb finde ich es gut, dass es immer noch Forscher wie Andreas Fuls gibt, die solche Spielchen zum Einsturz bringen.
Quellen:
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