Angesichts der immer mehr um sich greifenden Finanzkrise versprach gestern Bundeskanzlerin Angela Merkel den privaten SparerInnen: "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind." Und der derzeit amtierende Finanzminister setzte noch drauf, kein Sparer in Deutschland müsse befürchten, einen Euro seiner Einlagen zu verlieren.
In der Talkshow mit Anne Will allerdings versuchte ein Banker dieses "Versprechen" zu "entschärfen", es sei wohl "nur" ein politisches Versprechen, kein juristisches. Was soll das heißen? Gilt ein "politisches" Versprechen nicht? Darf Frau Merkel einmal nicht daran erinnert werden, was sie den SparerInnen versprochen hat.
Überhaupt, weshalb hat sie öffentlich ein solches Versprechen abgegeben? Ist die Lage ernster als die deutsche Öffentlichkeit sie derzeit wahrnimmt? Haben die politischen Entscheider Angst, dass misstrauisch gewordene SparerInnen die Banken stürmen und die Banken die Einlagen nicht auszahlen können. Wird es bald auch in Deutschland kilometerlange Schlangen vor den Bankschaltern geben?
Ich bin ja in der Steppe aufgewachsen und da habe ich gelernt, dass für einen Menschen das Wichtigste ist, sein Gesicht zu wahren. Dazu gehörte auch, dass Versprechen gehalten werden. Das war auch im Überlebenskampf der Sippe notwendig, die einzelnen Mitglieder mussten sich aufeinander verlassen können. Wenn da einer sich mal als unzuverlässig zeigte, der hatte es schwer. Ihm wurde nie mehr geglaubt, er wurde halt noch geduldet, aber ernst genommen wurde er nicht mehr. Eine der schlimmsten Demütigungen für einen stolzen Nomaden!
(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.