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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Aqua dest.

Vor zwei Wochen hatte ich eine Frau bei mir, die hatte offensichtlich bei vielen Erkrankungen "Hier" gerufen. "Und ich lebe doch so gesund!" klagte sie. Dann erzählte sie mir, dass sie vor einigen Jahren sich ein sündteures Gerät gekauft habe, das könne aus dem Leitungswasser destilliertes Wasser zubereiten. "Ganz reines Wasser!" betonte sie mehrmals.

Ich erschrak. Wie kann jemand so dumm sein und aus dem Trinkwasser alle Mineralstoffe entfernen? Destilliertes Wasser ist zwar gut für das Dampfbügeleisen, damit es nicht verkalkt, aber für unseren Körper ist es schlecht.

"Als ich merkte, dass es mir gesundheitlich immer schlechter geht, habe ich immer mehr reines Wasser getrunken, jetzt schon über eineinhalb Liter täglich. Mehr schafft mein Apparat am Tag nicht. Ob ich mir einen zweiten kaufen muss?" jammerte die Frau.

Dann griff ich zu Papier und Bleistift und malte ihr Zellen auf. Ich versuchte ihr die Sache mit der Osmose zu verklickern, also den Austausch zwischen Molekülen. Wassermoleküle können durch die Zellwände hin- und herwandern. "Wenn Du nur destilliertes Wasser trinkst, dann sind deine Moleküle nur von Wassermolekülen umlagert, es gelangen immer mehr Wassermoleküle in die Zelle als aus ihr heraus. Folge: Der Druck in der Zelle wird immer höher, die Zelle bläht sich auf!" sagte ich ganz ruhig zu ihr.

Sie wurde nachdenklich. "Kann ich davon krank werden?" fragte sie. "Sicher, das bist Du schon. Deine Nieren haben ganz schön was abbekommen!" sagte ich ihr und fuhr fort: "Lebensgefährlich wird es, wenn destilliertes Wasser in die Blutbahn gelangt!"

Sie schwieg. Dann kam ein "Argument": "Aber der Apprat war doch so teuer! Er kann nicht schlecht sein."

Ich riet ihr, den Wasserapprat mal für einige Wochen nicht zu benutzen. Und ich schrieb ihr auf, wie sie ihren Mineralstoffmangel wieder ausgleichen kann. Sie war noch nicht überzeugt, aber sie versprach, sich daran zu halten.

Ich hörte bis heute früh nichts von ihr, da rief sie mich an. Sie erzählte mir, dass sie kein destilliertes Wasser mehr trinkt, sondern Mineralwasser und noch zusätzlich Mineraltabletten nimmt. Es ginge ihr schon viel besser. Aber dann wollte sie wissen, was sie mit ihrem Destillationsapparat machen soll. Ob sie den verkaufen solle?

Ich konterte, das sei unfair, etwas zu verkaufen, das krank machen kann. Aber sie kann doch mit diesem Apparat das destillierte Wasser für ihr Bügeleisen und ihren Dampfreiniger herstellen. Da war sie froh, dieses Teil doch noch sinnvoll verwenden zu können.


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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P
Also bei dem "Birkenteer" vermute ich einen klassischen Fall von :"Viel hilft viel!" Es ist eine langjährige Bekannte meiner Schwiegermutter in Spe, und sie hat solche Anwandlungen wohl schon öfter gehabt.<br /> <br /> Was mit deiner los ist, das vermag ich nicht zu raten ;-) <br /> Aber wenn Kundalini-Yoga einen Arzt ersetzt sollten wir das schnellstens dem Gesundheitsminister mitteilen. Dann kann er endlich die gesetzlichen Krankenkassen abschaffen.
Antworten
K
<br /> Liebe Philo,<br /> <br /> das meinen wirklich die meisten Menschen: viel hilft viel! Sie sind immer wieder enttäuscht, wenn ich bei Tieren die Ampullen von Heel nicht unter die Haut spritze, sondern nur einen Teil davon<br /> oral verabreiche.<br /> <br /> Da höre ich auch mal: "Ihre Kollegin hat aber immer gespritzt! Können Sie nicht spritzen?" Ich antworte gar nicht, spätestens dann, wenn die Kunden merken, dass meine Methode besser greift, sind<br /> sie still, die miesten jedenfalls.<br /> <br /> Leider gibt es viele BehandlerInnen, die glauben, sie könnten allein mit ihren geistigen Kräften heilen. Ich kam mal auf einen Reitstall, da hatte ein Fohlen Kieferprobleme, eine Kinesiologin gab<br /> ihm immer wieder Reiki, aber es half nichts. Selbst als das eine ausgewachsene Vereiterung wurde, blieb sie bei Reiki. Ich riet der Besitzerin, schleunigst den Tierarzt einzuschalten und mit<br /> Antibiotika zu behandeln. Sie erstaunt: "Das sagst Duuu?" Ich: "Warum nicht! In der Steppe haben wir bei Wunden, die nicht heilen wollten, den grünen Schimmel von bestimmten Kamelsätteln abgekratzt<br /> und auf die Wunden gegeben." Sie: "Und das hat geholfen?" Ich:"Sicher, heute wissen die Pharmakologen, dass in diesem grünen Schimmel auch Penicillin enthalten ist..." Leider ließ sich die<br /> Besitzerin nicht umstimmen und glaubte ihrer Kinesiologin, zwei Monate später musste sie das Fohlen einschläfern. Dann sagte sie zu mir: "Hätte ich nur auf dich gehört!"<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
P
So rein, dass es einen umbringen kann.<br /> Ich hab mich grad echt verschluckt, als ich diese Geschichte gelesen habe. Wie kann jemand seinem Körper so etwas zumuten? War sie denn nie bei einem Arzt, um ein Blutbild machen zu lassen? Da müsste man das doch sehn.<br /> <br /> Aber ich kenne jemanden mit ähnlich gefährlichen Anwandlungen. Um Wasser aus ihren angeschwollenen Gelenken zu kriegen sollte sie etwas Birkenblättertee trinken. Das Ergebnis war ein fingerdicker(!) Birkenast samt Blättern, der mit einem viertelliter Wasser gekocht wurde, bis der Tee teerfarben war und wahnsinnig Herzklopfen und Schwindelanfälle im Anschluß.
Antworten
K
<br /> Liebe Philo,<br /> <br /> nein, diese Frau meinte, sie bräuchte keinen Arzt. Begründung: Sie mache ja täglich Kundalini-Yoga und da könne sie den Krankheitserregern "befehlen", ihren Körper zu verlassen. Du, die hat das<br /> wirklich geglaubt!<br /> <br /> Aber dein Fall ist ja auch besonders krass. Ich frage mich da immer wieder, wie Menschen auf solche Ideen kommen?!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />