Vorhin rief mich eine Frau aus der Nähe von Hamburg an, ich konnte sie erst nicht einordnen. Dann erinnerte ich mich. Im Sommer kam eine Wandergruppe vorbei, mit einem Husky ähnlichen Hund. Sie hatten sich im Nachbarstädtchen einquartiert und wollten eine Woche lang diverse Wanderwege erkunden.
Ich kam gerade vom sonntäglichen Spaziergang mit meiner Hündin zurück. Als sie mein Praxisschild sahen, sprachen sie mich an.
Vor einer halben Stunde machten sie Rast an einer Quelle. Da, plötzlich schnappte ihr Hund ins Gras und hatte etwas Schmieriges im Maul. Einer der Männer wollte es ihm noch aus dem Mund ziehen, allein, es war zu spät. Der Hund hatte es schon verschlungen. An den Fingern des Mannes hing eine bräunliche Schmiere, er roch daran, es roch wie Bratenfond. Die anderen Mitglieder machten auch die Riechprobe und bestätigten, ja, es roch wie Bratenfond.
Als ich das hörte, kam mir das komisch vor. Wer bestreicht etwas mit Bratenfond und wirft es ins Gras? Seltsam, seltsam. Ich horchte den Hund ab, der Herzschlag schien mir etwas flach. Dann tastete ich an der Oberschenkelarterie, was war dem Blutdruck los? Einer hat gemeint: "Sonst ist der Hund lebendiger!"
Zur Vorbeugung verabreichte ich Kohle, das ist für alle Fälle nicht verkehrt. Sollte der Hund doch was Giftiges erwischt haben, dann kann Aktivkohle hilfreich sein. Und wenn der Verdacht auf Vergiftung sich nicht bestätigt, schadet Kohle nicht.
Dann empfahl ich, den Hund in eine Klinik zu bringen und dort röntgen zu lassen, für alle Fälle. Die Frau war einverstanden, ich rief eine Klinik an, ja, in einer halben Stunde wäre jemand in der Klinik. Also fuhr ich die Frau mit Hund in die Klinik, die Gruppe wanderte zurück zu ihrem Quartier. Mit gedämpfter Stimmung.
Erst bekam der Hund ein Mittel, damit er alles auskotzt. Da kam etwas heraus: eine dünne Scheibe von fettem, offenbar gekochten Speck, ich roch daran, es roch noch nach Bratenfond, aber da war noch was anderes, es roch so wie ganz bestimmte Herbizide. Den Geruch kenne ich nur zu gut.
Ich zog mir auch einen bleierne "Ritterrüstung" an und half der Ärztin. Die Röntgenbilder zeigten "seltsame" Ausfransungen beim Magen. Das war verdächtig.
Der Hund wurde dann versorgt und blieb über Nacht in der Klinik, zur Beobachtung. Die Speckscheibe nahm ich mit. Ich kenne eine Freundin in einem Privatlabor, die wollte ich fragen, ob sie auf Herbizide testen kann.
Dann brachte ich die Frau zu ihrem Quartier und versuchte sie zu trösten. Sie war verständlicherweise sehr traurig, machte sich große Sorgen um ihren Hund und fing an zu weinen. Ich saß noch einige Zeit bei ihr, bis sie sich beruhigt hatte. Dann fuhr ich nach Hause.
Ein Herbizid, nur was für eines? Das am meisten verwendete ist "Roundup", also Glyphosat. Und dann der verwendete Lösungsvermittler Polyoxyethylenamin, der ist ja noch viel giftiger als Glyphosat. Welche Vergiftungssymptome können da auftreten?
Schock, Störungen an den Schleimhäuten, Durchfall, Hypotonie bis Herzstillstand. Oje! Und wie lässt sich Glyphosat nachweisen? Mit einem Gaschromatographen. Ich wusste, im Labor meiner Freundin steht so ein Apparat. Also versuchte ich sie zu erreichen, konnte nur auf den AB sprechen. Abends rief sie zurück. Ich erzählte ihr die Geschichte. Ja, das könnte sie nachweisen. Ich sollte ihr die Speckscheibe schicken. Das habe ich gleich am nächsten Tag gemacht, mit Express.
Einige Tage später rief sie an: "Du hast Recht gehabt, ich habe Spuren von Glyphosat-Metaboliten gefunden. Ob das allerdings letal gewesen sein könnte, das kann ich nicht sagen." Sollte ich das der Hundebesitzerin sagen? Ich wusste, dass die Gruppe am nächsten Tag vorzeitig abgereist war, sie hatten den Hund aus der Klinik geholt und waren gleich abgereist. Die Ärztin hatte gemeint, wenn sie viele Pausen einlegen, dann würde der Hund die lange Fahrt vertragen. Die Frau hatte zwar mir ihre Handynummer gegeben, aber irgendwie musste da ein Zahlerdreher drin sein. Ich konnte sie nicht erreichen.
Und dann heute ihr Anruf. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht bei mir bedankt hatte. Ich beruhigte sie, sie hat sich gewiss große Sorgen um ihren Hund gemacht. "Wie geht es jetzt ihrem Hund?" fragte ich sie. "Anfangs nicht gut, er konnte eine Woche lange kaum was essen. Aber jetzt ist er wieder toppfit." Das war schön. Dann erzählte ich ihr von dem Laborergebnis. Sie: "Wer macht denn bloß so was? Das ist ja schrecklich!"
Das konnte ich ihr auch nicht sagen, was Menschen dazu bringt, solche Köder auszulegen. Menschen, die ihren Hass und ihre Wut an wehrlosen Tieren auslassen müssen, sind für mich keine Menschen, sondern das sind Bestien. Und solche Menschen tun mir leid, denn sie werden in der nächsten Reinkarnation dafür schecklich büßen müssen. Da bin ich mir als Schamanin ganz sicher!
(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Meiner Schwiegermutter ist eine Katze zugelaufen, die Brandlöcher in beiden Ohren hat - mit einer Zigarette reingebrannt, meinte die Tierärzten. <br />
Und mein Vater hat einen Nachbarn, dessen Babykätzchen wurde das Fell vom kompletten Schwanz abgezogen. <br />
<br />
Das ist so krank! Solche Leute gehören weg gesperrt, denn wer mit Tieren so umgeht, der kann auch mit Menschen nicht normal leben, denke ich. Leider wurde in beiden Fällen kein Täter gefunden, das war ja abzusehen...
<br />
Liebe Grinsekatz, mich haben mal Kinder gefragt, ob es stimme, dass ein Laubfrosch platzt, wenn man ihn mit einem Strohhalm aufplatzt. Ich fragte, wer ihnen das erzählt hat. Ein Mädchen: Mein Oa,<br />
der hat das schon gemacht!<br />
<br />
Kein Wunder, wenn die Erwachsenen das den Kindern beibringen.<br />
<br />
Liebe Grüße, Kiat<br />
<br />
<br />
P
Philo
11/02/2008 14:15
Ich bin mir fast sicher, dass von diesen Giftködern noch mehr ausliegen. Wenn man soetwas macht, dann doch nicht nur einen, auf gut-Glück. Vermutlich ein Bauer, der damit einige Wildtiere loswerden möchte...Aber das ist pure Spekulation.
<br />
Liebe Philo,<br />
<br />
das könnte sein. Aber die Bauern mit Jagdschein haben ganz "normale" Fuchsköder, die brauchen sich nicht den Aufwand mit Speck etc. zu machen. Aber wer immer so was macht, ist pervers.<br />
<br />
Liebe Grüße, Kiat<br />
<br />
<br />