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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Bayern und seine LehrerInnen

Wenn ich manchmal mit Müttern von schulpflichtigen Kindern gesprochen habe, dann bekam ich oft Geschichten zu hören, die eine Lachnummer waren, wenn die Leidtragenden nicht die Kinder wären.

So wurde mir von einer reinen Mädchenschule berichtet, da gab es über Jahre einen Lehrer für Mathematik, der erklärte überhaupt nichts. Er hantierte mit seinen Zeichendreiecken und murmelte etwas zur Tafel. Und wenn ein Mädchen sich erdreistete, eine Verständnisfrage zu stellen, wurde er böse und erteilte der Fragenden einen Verweis wegen "Störung des Unterrichtes". Es hat Jahre gedauert, bis dieser "Lehrer" aus dem Verkehr gezogen wurde. In diesem "Institut" gab es auch einen Physiklehrer, mit Alkoholproblemen. Die Schülerinnen konnten vom ersten Stock in den Hof einer Pizzeria schauen. Im Sommer erlebten sie folgendes Schauspiel:

Der sturzbesoffene Physiklehrer krabbelte auf allen Vieren zwischen den Tischen und suchte nach seiner Brille. Wie es da mit der Qualität seines Unterrichtes bestellt war, bedarf keiner Frage.

Ich habe den Eindruck, dass mit der Einführung neuer Lehrpläne sich die Situation noch verschärft hat. Die LehrerInnen spulen nur noch den übervollen Stoff ab, für Erklärungen gibt es kaum noch Zeit.

Andererseits wird meistens immer noch der Frontalunterricht durchgezogen, fast so wie im Mittelalter, als es keine Bücher gab. Heute wird sehr viel Geld für Schulbücher ausgegeben, aber es gibt immer noch Lehrkräfte, die den Stoff an die Tafel schreiben und die SchülerInnen damit beschäftigt sind, von der Tafel abzuschreiben. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sie genau das von der Tafel abschreiben, was 1:1 im Lehrbuch steht.

Oder es gibt Lehrkräfte, die "vergessen" haben, was sie in der Klasse das letzte Mal durchgenommen haben. Ja, auch von solchen Lehrern wurde mir berichtet, die in die neunte Klasse kommen, aber meinen, sie seien in der zehnten, also den Stoff der Zehnten durchziehen, die armen Schüler können nur staunen.

Heute hat mir eine Mutter ihr Leid geklagt: ihre Tochter geht in eine Klasse mit 31 Schülern. Bei der letzten Mathematik-Schulaufgabe gab es 8 Fünfer und 17 Vierer. Das bedeutet nach Adam Riese, dass nur sechs Schüler eine Note besser als Vier erreicht haben. Wenn das kein Armutszeugnis ist, weniger für die Schüler, sondern für die Lehrkraft!


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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G
Oh je, das richtige Beispiel für mich. Ich stand mit Chemie auch immer auf Kriegsfuss. Mein Sohn dagegen liebt das Fach... (ist das wirklich mein Sohn???) <br /> <br /> Du, ich habe dich bei mir im Blog verlinkt. Sag mir Bescheid, falls du das nicht möchtest, okay? Ich finde deine Artikel durch die Bank weg interessant und so muss ich nicht lange nach dir suchen.
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K
<br /> Liebe Grinsekatz,<br /> <br /> dass dein Sohn Chemie mag, kann auch an seinem Lehrer liegen. Vielleicht erklärt er das anschaulich?<br /> <br /> Dass ich in deinem Blog verlinkt bin,  finde ich toll!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
G
Puh, was für ein Horror! Bin ich froh, dass wir in der CH sind. Hier werden die Klassen ab 27 Kindern gesplittet. Das führt mitunder zu Mischklassen (meine Tochter ist in einer), aber das ist gar nicht schlecht. Die Unterrichtsmethoden sind auch ganz anders als zu meiner Zeit. Viel lockerer, nicht mehr so ein stures Pauken. Der Geo-Lehrer meines Sohnes (9.Klasse Gymi) sagte mir z.B., dass sein Ziel nicht ist, den Kindern einzutrichtern, welche Hauptstadt zu welchem Land gehört, sondern vielmehr ihnen beizubringen, wo und wie sie Informationen finden, die sie suchen. Ganz andere Ansätze kommen da zum Vorschein.
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K
<br /> Liebe Grinsekatz,<br /> <br /> ich kenne in einem Nachbardorf einen pensionierten Lehrer, der hatte es mit seinen Behörden als Lehrer nicht leicht. Grund: Er war der Meinung, dass er besonders den schwachen Schülern helfen muss.<br /> Und außerdem ist er Anthroposoph.<br /> <br /> Ein Schulsystem, das nur auf dem Reproduizieren von auswendig gelerntem "Wissen" beruht, ist sehr bequem für Lehrer. Aber es bringt nichts. So wie Du es schilderst, dass in der Schule die<br /> Grundprinzipien beigebracht werden, das sollte auch hier praktiziert werden.<br /> <br /> Gestern hatte ich wieder so ein Beispiel: da war eine Mutter mit Hund und Tochter gekommen. Während der Hund behandelt wurde, erzählte die Tochter von ihrem Stress mit ihrem Chemilehrer. "Ich muss<br /> da lauter Formeln auswendig lernen, die ich überhaupt nicht verstehe!"<br /> <br /> Das hörte mein Bär und er setzte sich mit der Tochter zusammen und zeigte ihr in wenigen Minuten, wie das mit den Elektronen und der Bindung zwischen Atomen zu Molekülen ist. Da ging der Tochter<br /> ein Licht auf: "Das ist ja total einfach! Warum erzählt uns das keiner?"<br /> <br /> Tja, warum ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
H
Hallo liebe Kiat ;)))) Da ja unsere Kinder unsere Zukunft sind, und es ungefähr 15 Jahre dauert, bis wir mit dieser konfrontiert werden, muß das ja jetzt noch niemanden stören!!!! Mir fehlen die Worte<br /> Herzlichst<br /> Helene
Antworten
K
<br /> Liebe Helene,<br /> <br /> tja, angesichts dieser "Bildungspolitik" kann ich nur den Kopf schütteln.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />