Und wieder einmal hat China auch deutsche EsserInnen beglückt: Zwischen 2004 und 2006 wurden Hunderte von Tonnen Kaninchenfleisch nach Deutschland importiert. Was soll daran schlecht sein?
Nun, bereits 2004 hat die EU die Einfuhr von Kaninchenfleisch aus China gewaltig eingeschränkt. Grund: Bei diesem Fleisch wurden sehr viel Antibiotika festgestellt. Also zog die EU die Notbremse, aber die Fleischlobby hat dann durchgesetzt, dass dieses Fleisch doch eingeführt werden durfte, wenn eine tierärztliche Bescheinigung vorlag, dass dieses Fleisch für die Verbraucher keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellt.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: ein Tierarzt kann also Entscheidungen treffen, die normalerweise einem Humanmediziner vorbehalten sind?!
Am 11.11.2008 hat das ZDF-Magazin gesendet, dass aber trotzdem dieses Fleisch aus China (einschließlich der Antibiotika) hierzulande verkauft wurde und zwar als argentinisches Kaninchenfleisch. "Umetikettiert" wurde in Bulgarien.
Diese Tatsache war jedoch für die EU-Behörden sehr unangenehm, das sollte auf keinen Fall öffentlich werden, weil ja Bulgarien Mitglied der EU werden sollte. Also was tun?
Da leistet sich die EU die Antikorruptionsbehörde OLAF, die informierte bereits 2004 sowohl die EU-Kommission und als auch die Mitgliedstaaten. Aber wie so oft wurde nach einem riesengroßen Teppich gesucht und diese unangenehmen Informationen runtergekehrt.
Der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz sagte entschuldigend zum ZDF. seine Behörde sei "nicht direkt" informiert worden. Aber hallo, ich habe schon bessere Ausreden gehört.
Die deutschen VerbraucherInnen erfuhren erst durch den ZDF-Beitrag von den illegalen Fleischimporten. Und wir können als Verbraucher nicht einmal die Importeuere und Händler haftbar machen. Grund: In Europa gilt Herstellerhaftung. Das heißt, wir müssten uns bei den chinesischen Karnickelzüchtern beschweren. Wenn das nicht absurd ist?!
Da dürfen also giftige Nahrungsmittel eingeführt und verkauft werden, und sollte eine VerbraucherIn wider Erwarten was merken, dann soll sie sich an den Produzenten wenden. Solche gesetzliche Regelungen sind doch zynisch und menschenverachtend!
In meiner kleinen Welt in der mongolischen Steppe gab es so etwas nicht, da bestimmte in Zweifelsfällen der Schamane, ob etwas genießbar war oder nicht. Und wenn einer die Wasserstellen vergiftete, aus welchen Gründen auch immer, der lebte nicht lange. Er wurde gejagt und starb einen grausamen Tod, z. B. in eine dicke Filzdecke eingewickelt und dann wurde solange darüber geritten, bis nichts mehr übrig war. Die Reste wurden dem Treibsand übergeben. Das schreckte in den allermeisten Fällen ab ...
Leute, nächstes Jahr gibt es Europawahlen. Schreibt eure zuständigen EU-KandidatInnen an und fragt sie, ob sie es für richtig halten, dass mit Antibiotika vergiftetes Fleisch hier verkauft werden kann! Am besten schickt gleich die Forderungen von Foodwatch mit!
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