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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Sturm auf Abwrackprämie legt sich

Heute abend kam der Autohändler wieder auf den Hof gefahren, heute mit Auto, nicht mit dem Rad wie beim letzten Mal. Er wollte einfach plaudern.

"Ich glaube, der Wirbel mit der Abwrackprämie hat sich gelegt."

"Ist doch prima, dann brauchst Du dich nicht noch mehr verschulden."

"Naja, der Umsatz wird in den Keller gehen. Aber das war ja abzusehen."

"Und die Konsumenten haben jetzt Geld für den Kauf anderer Produkte."

Er schüttelte den Kopf: "Nein, das glaube ich nicht! Die meisten Autokäufer haben doch Kredite aufgenommen, die haben kein Geld mehr. Da läuft nicht mehr viel."

"Aber die GFK verkündet doch immer wieder ungebremste Kauflust!"

"Ach, hör mir doch auf mit den Umfragen. Das ist doch getürkt. Ich glaube, solche Umfrageergebnisse hat die Merkel sich bestellt."

"Ja, ich hör es immer wieder: Das Geld ist sehr knapp geworden. Nur gut, dass Benzin und Heizöl billiger geworden sind."

"Stimmt, wenn da die Preise wieder anziehen, dann ist Holland in Not!"

"Was anderes: Was hältst Du von der plötzlichen Schließung des Krankenhauses in Feuchtwangen? In der Lokalzeitung steht plötzlich nichts mehr, nur noch im Mantelteil von den Nürnberger Nachrichten. Was läuft denn da?"

"Eine Riesen-Verarsche der Bürger. Die Redaktion der Lokalzeitung hat einen Maulkorb verpasst bekommen. Und es geht halt darum, dass das Krankenhaus in Feuchtwangen geschlossen wird, und die Anbauten im Rothenburger und Dinkelsbühler Krankenhaus bald begonnen werden."

"Und was machen die mit dem neuen Chefarzt, der Mitte Mai in Feuchtwangen anfangen soll?"

"Ach, der hat doch eine Klausel in seinem Vertrag: Wenn es mit Feuchtwangen nichts wird, dann kann er sich eine Chefarztstelle aussuchen, in Dinkelsbühl oder Rothenburg. Mir kommt das vor, als ist das alles von Anfang an geplant worden."

"Gut möglich. Der Landrat ist zu diesem Thema auf Tauchstation gegangen und seine Stellvertreter auch."

"Ich habe in unserem Ortsverein davor gewarnt, die Wähler so vor den Kopf zu stoßen. Jetzt, wo die Europa-Wahlen sind. Die Wähler lassen ihren Frust da ab. Und dabei braucht die CSU doch jede Stimme, um bundesweit über 5 % zu kommen."

"Das wird aber knapp! Und wer weiß, vielleicht holt die Pauli von den Freien von der CSU noch Stimmen?"

"Ja, die Pauli. Die ist immer für eine Überraschung gut! Aber konsequent ist sie: als die Freien wollten, dass sie den Köhler wählt, da hat sie es abgelehnt, bei der Wahl mitzumachen. Aber, eigentlich wollte ich von dir wissen, ob es stimmt, dass Du ein Buch geschrieben hast."

"Ja, im Herbst kommt es raus. Eine Leseprobe kannst Du im Internet lesen."

"Was? Das erfahre ich erst jetzt! Schreib mir dich die Adresse auf, da schau ich gleich nach. Euer Ortssprecher hat nämlich schlimme Sachen darüber erzählt."

"Der ist nicht mein Ortssprecher, ich war ja von der Wahl ausgeschlossen."

"Wieso denn das?"

"Die Wahl fand im Dorfwirtshaus statt, aber da habe ich Hausverbot. Angeblich weil ich eine Hexe bin. Und zur Bürgerversammlung kann ich auch nicht gehen ..."

"Das sind ja Zustände wie in einem afrikanischen Entwicklungsland. Aber diese Dörfler waren schon immer blöd. Sei froh, dass Du auf deinem Einzelhof wohnst."

"Das bin ich auch."

"Aber wenn ich euren Bürgermeister mal treffe, dem werde ich die Meinung geigen. Da wohnt in seiner Gemeinde eine Schriftstellerin, und er lässt es zu, dass die bei den Wahlen nicht teilnehmen kann. Also, wenn dein Buch raus ist, werde ich es lesen. Wenn es gut ist, und davon bin ich überzeugt, werde ich ein paar Exemplare an meine Top-Kunden zu Weihnachten verschenken."

"Das ist eine gute Idee! Wenn Du willst, kann ich diese Exemplare handsignieren."

"Prima! Oder Du machst mal eine Lesung in meinem Salon. Meine Frau liest ja viel. O, da fällt mir ein, dass ich schon zu Hause sein sollte ..."


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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R
die wollen doch nur transparenz vortäuschen. aber wenn es darum geht, dass sie ihre einkünfte offenlegen, dann spreizen sie sic wie ...
Antworten
K
<br /> Lieber Reiner,<br /> <br /> Transparenz mögen von den PolitikerInnen die allerwenigstens! Und wie sagt der Volksmund richtig: Beim Geld hört der die Freundschaft auf!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
U
Beim Lesen einer Biografie eines nicht näher benannten Politiker ist mir etwas interessantes aufgefallen.<br /> Kurz nach einer Wahl können sie sich nicht mehr an ihre eigenen Wahlversprechen erinnern, doch wenn sie in Pension sind schreiben sie ihre Memorien!!!<br /> Ist schon ein Zirkus mit den Politikern. Ich denke, deshalb haben sie eine Glaskuppel auf den Reichstag bekommen.Jeder Zirkus braucht sein Zelt.<br /> Liebe Grüsse,Uli
Antworten
K
<br /> Liebe Uli,<br /> <br /> das mit der Glaskuppel des Reichstags hat schon was:-)<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />