Heute behauptete jemand mir gegenüber: "In Deutschland gibt es keinen Rassismus mehr!" Ich schlackerte mit den Ohren, ich sehe das anders.
Was ist da vor fast einem Jahr in Zwiesel passiert? Da schickte eine US-Firma ihren Mitarbeiter nach Zwiesel, in einer Pension war für ihn ein Zimmer reserviert worden. Was passierte am nächsten Morgen? Der US-Amerikaner wurde aus der Pension rausgeschmissen! Grund: "Seine Hautfarbe stört die anderen Pensionsgäste!"
Unglaublich, aber wahr!
So etwas scheint kein Einzelfall zu sein. Mich wollte mal eine rumänische Studentin aus Berlin besuchen. Weil mein Gästezimmer nicht frei war, brachte ich sie in einem Gasthof mit Fremdenzimmer in der Nähe unter.
Ich fuhr sie persönlich zum Gasthof. Als der Wirt meinen Gast sah, guckte er schon komisch. Aber zu sagen traute er sich nichts. Bei der Schlüsselübergabe passierte es:
In der lang ausgestreckten Hand hielt er den Schlüssel, so als sei mein Gast ein giftiges Insekt oder so. Als die Studentin nach dem Schlüssel greifen wollte, ließ er den Schlüssel fallen. Da ich sehr reaktionsschnell bin, konnte ich den Schlüssel auffangen und ihr geben. Sonst hätte sie sich vor diesem Exemplar von Wirt noch auf den Boden bücken und den Schlüssel aufheben müssen.
Da es schon spät am Abend war, übernachtete sie einmal, am nächsten Tag fanden wir eine andere Lösung, ist doch klar!
Oder ich erinnere mich an eine Wandergruppe aus Hamburg. Sie hielt bei meinem Hof an. Die Wanderer fragten mit lechzender Zunge: "Wo gibt es hier in der Nähe ein Wirtshaus?"
Ich war verdutzt. Die Gruppe kam doch aus dem Dorf, dort gibt es unübersehbar ein Wirtshaus. Das sagte ich ihnen.
Dann erfuhr ich folgendes: Die Gruppe hat sich erwartungsvoll an die Tische gesetzt, aber es blieb nur bei Mineralwasser. Grund: Immer wenn sie den Wirt was fragten, anwortete er in Fränkisch. Das verstanden sie natürlich nicht, also fragten sie nach. Der Wirt fränkelte immer wilder und damit unverständlicher. Also bestellten sie nur Wasser und zogen mit knurrendem Magen weiter.
Ich wunderte mich sehr, zumal ich weiß, dass dieser Wirt sehr wohl des Hochdeutschen mächtig ist. Was ihn da wohl gebissen hat?
Später traf ich mal eine Frau, die im Tourismusbüro für Mittelfranken zuständig ist. Ihr habe ich diese Episode erzählt. Sie hat auch den Kopf geschüttelt und gesagt: "Das muss ich mir merken. Da jammern so manche Wirte, dass zu wenig Touristen zu ihnen kommen und dann vergraulen sie sie selbst ..."
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Liebe Flora,<br />
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ich habe festgestellt, dass es gerade in Mittelfranken kleine Dörfer gibt, da leben Menschen, für die ist ihr Dorf ihre Welt. Die Männer sind nur dann mal aus ihrem Dorf herausgekommen, wenn sie<br />
zur Bundeswehr oder älteren in den Krieg ziehen mussten. Die Frauen blieben meist in ihrem Dorf. Ich kenne ein Dorf, da ist eine Frau dem Dorf abtrünnig geworden: Sie hat es gewagt, jemand zu<br />
heiraten, der in einem anderen Dorf lebt und ist tatsächlich zu ihm gezogen. Wie kann sie nur?<br />
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Und für solche Menschen sind "Fremde" wirklich so etwas wie Aliens?!<br />
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Liebe Grüße, Kiat<br />
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N
Nerthus
06/02/2009 15:46
Da ging es uns vor ca. 2 Wochen als Deutsche in den Niederlanden genauso wie der Wandergruppe aus Hamburg. Wir bekamen in einem Lokal etwas zu trinken, aber dann wurden wir einfach ignoriert. Ich bin dann zum Tresen gegangen und es wurde einfach über mich hinweg geschaut. Irgendwann merkte die Bedienung doch, dass jemand direkt vor stand.<br />
Zum Glück kann ich etwas niederländisch, sodass sie uns später bei der Rechnung nicht über den Tisch ziehen konnten.
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Liebe Nerthus,<br />
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ich bin immer wieder traurig, wenn ich so etwas höre. Was in deinem Fall die Bedieung dazu bringt, wer weiß das schon? Ich habe immer wieder efstgestellt, dass gewisse Menschen daran interessiert<br />
sind, alte Ereignisse aus der Geschichte immer wieder aufzuwärmen, um einen gewissen Hass auf Fremde aufrecht zu erhalten. Die Frage ist dann, wer profitiert davon?<br />
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Ich erinnere mich an ein kleines Dorf Vorderbreitenthann, da hatte die örtliche Feuerwehr mal ein rundes Jubiläum. Da wurde dann ein großes Fest angekündigt mit einem großen Festzelt. Wir waren<br />
gerade in der Nähe und gingen in das Zelt. Es gab Rindfleisch mit Meerrettich. Aber die Bedienung übersah uns. Einer Familie mit vielen Kindern ging es genauso. Also sprach in die Bedienung an. Die<br />
pampte: "Ich bediene doch keine Fremde!"<br />
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Kopfschüttelnd gingen wir, die Familie nebenan hatte das mitbekommen und ging auch ...<br />
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Was ist der Grund für eine solche Abneigung gegen "Fremde"? Oft doch nur Angst vor dem Unbekannten.<br />
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Traurige Grüße, Kiat<br />
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F
Flora
06/01/2009 17:32
Nö ich doch nicht. ;o)<br />
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* Den Honigtopf zu Kiat schieb *
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Liebe Flora,<br />
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das ist lieb von dir! Aber schleck mir bitte nicht mit deiner mit Honig verklebten Zunge meine Ohren aus:-) Das kenne ich von Jogi her ...<br />
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Liebe Grüße, Kiat<br />
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