Nach den vielen Störfällen bei den Atomkraftwerken des Energiekonzerns Vattenfall musste nun der Vorstandsvorsitzende Tuomo Hattaka an die Öffentlichkeit treten. Und er lässt seinen Atommanager Ernst Michael Züfle einen Satz sprechen:
"In Krümmel lief alles bestimmungsgemäß."
Diesen Satz habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Tja, dies soll sich wohl sehr seriös anhören. Was heißt eigentlich bestimmungsgemäß?
War es bestimmungsgemäß, dass die vom Land Schleswig-Holstein verlangten Mikrofone gar nicht eingebaut wurden. Sie waren zwar angeliefert worden, aber die Kartons liegen wohl heute noch rum. Da hat also das Land Schleswig-Holstein bestimmt, dass Mikrofone installiert werden. Wenn nun alles bestimmungsgemäß sein soll, wer hat dann bestimmt, dass dies unterbleibt und dass vielmehr bei Gericht gegen diese Bestimmung geklagt wird? Oder gibt es bei Vattenfall eine Bestimmung, die es nicht zulässt, dass diese Bestimmung veröffentlicht wird?
Oder nehmen wir die durchgeschmorten Transformatoren? Wer hat da bestimmt, dass diese alten Teile den Geist aufgeben?
Oder nehmen wir die defekten Brennelemente? Wer hat da bestimmt, dass defekte Brennelemente nicht erneuert werden?
Oder wer hat bestimmt, dass der Betriebsleiter, der Bereitschaft hat, immerhin 45 Minuten braucht, um bei einem Störfall anwesend zu sein. In 45 Minuten kann ein Atomkraftwerk schon längst pulverisiert sein! Oder gibt es eine Bestimmung, dass bei einem Störfall die Zeit angehalten wird?
Fragen über Fragen. Werden wir darauf Antwort erhalten? Wohl kaum. Die Atomlobby unter unseren Politikern hilft Vattenfall beim Einigeln und Vertuschen von ernsten Störfällen. Vielleicht gibt es eine Bestimmung, die bestimmt, dass es keine Störfälle geben kann und auch nicht geben darf. Also gibt es bestimmungsgemäß keine Störfälle, das Atomkraftwerk Krümmel ist bestimmungsgemäß sicher, auch wenn es uns irgendwann um die Ohren fliegen sollte, Krümmel war bestimmungsgemäß.
(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
<br />
Lieber Reiner,<br />
<br />
herzlichen Dank für dein dickes Lob! Keine Bange, ich versuche weiterzumachen! Obwohl, wer die Atomindustrie kritisiert, bekommt Ärger. Da gab es doch mal zu Anfang der Atomindustrie einen<br />
Wissenschaftler, dem hat die Atomindustrie die ganze Karriere vermasselt. Soviel zu wertfreier Forschung!<br />
<br />
Liebe Grüße, Kiat<br />
<br />
<br />