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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Sternschnuppen und Wünsche

Heute abend lohnt sich ein Blick zum Himmel: ab 23 Uhr sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen, wenn das Wetter mitmacht. Das wird so bis nach Mitternacht gehen. Wir sollten uns einen Standpunkt suchen, an dem es kaum Fremdlicht gibt.

Da haben wir es gut: Unser Einzelhof ist genügend weit entfernt von den Straßenlaternen des Dorfes. Gelobt sei die Sparsamkeit der Stadtverwaltung, dass sie uns keine Laterne spendiert hat. So kommen wilde Tiere zu uns, fast ohne Scheu, sie wissen ja, dass wir sie nicht erschießen und aufessen wollen. So einigen Jägern passt es nicht, dass wilde Tiere bei uns Schutz suchen. Aber in diesem Punkt bleiben wir hart!

Wer heute eine Sternschnuppe sieht, darf sich dabei etwas wünschen. Aber ganz wichtig: Dieser Wunsch darf nie ausgesprochen werden, sonst geht er nicht in Erfüllung.

Ja, das mit dem Wünschen ist ja so eine Sache. Es gibt sogar Wunschseminare. Dabei ist es doch so einfach: Wenn wir uns etwas wünschen, dann sollen wir unseren Wunsch denken und ihn dann auf die Reise schicken und nicht mehr an ihn denken.

Sobald wir an unseren Wunsch denken, behindern wir unseren Wunsch. Ich erlebe immer wieder Menschen, die formulieren ihren Wünsche und dann denken sie immer wieder daran. Das wird natürlich nichts. Und diese Menschen sind enttäuscht. Je gelassener wir ans Wünschen gehen, umso größer sind die Chancen, dass sich unsere Wünsche erfüllen - irgendwann.


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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