Immer wenn Politiker mit dem Rücken an der Wand stehen, retten sie sich in Schnellschüssen. Dann heißt es "schnell und unbürokratisch!" Das heißt nach den bisherigen Erfahrungen, dass Bestimmungen erlassen werden, die nicht durchdacht sind und demnach viele Lücken haben. Nun gibt es Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, solche Lücken zu suchen und auszunützen. Da es "schnell und unbürokratisch" gehen soll, wird kaum oder nur schlampig geprüft, sehr zur Freude der schwarzen Schafe und zum Leidwesen der Steuerzahler.
So war es mit der Abwrackprämie. Als es sich herumgesprochen hatte, dass Autos sich ins Ausland verschieben lassen und trotzdem fließt die Abwrackprämie, da wurde das auch gemacht. Ich habe den Eindruck, die Verantwortlichen wollen das alles nicht wissen. In diesem speziellen Fall geht es nur darum, dass die Autoindustrie nicht abschmiert.
Tja, wenn es wenigstens hauptsächliche die deutsche Industrie wäre, die davon profitiert. Nein, es sind überwiegend ausländische Autobauer, die damit ihr Geschäft machen, die deutschen Autobauer haben meist das Nachsehen.
Heute abends kam eine alte Bekannte zu mir. Sie arbeitet in einer kleinen Firma. Ihr Chef hatte ihr und ihren Kollegen einfach gesagt, dass er für seine Firma Kurzarbeit angemeldet hat. Alle wollten wissen: "An welchen Tagen wird nicht gearbeitet?"
"Es wird so weiter gearbeitet wie bisher. Ihr stempelt nach vier Stunden aus und arbeitet einfach weiter! Ist das klar?"
Einige wollten protestieren, da kam die Drohung: "Wer Mist baut, fliegt raus! Kapiert! Oder ich mache den Laden dicht!"
Also wurde seit über zwei Monaten "kurz" gearbeitet. Aber das Gewissen der armen Frau nagte. Und sie machte sich Gedanken, ob ihr etwas passieren könnte, wenn das rauskommt: "Mir kann doch nichts passieren, oder?"
"Hm, Betrug ist es auf jeden Fall, was da bei euch abläuft. Und Du machst ja da mit, Du stempelst aus, und arbeitest weiter."
Die Frau erschrak: "Aber ..."
"Ja, ich weiß, Du bist in der Zwickmühle! Machst Du nicht mit, dann fliegst Du raus. Machst Du aber mit, dann kannst Du des Betrugs bezichtigt werden. Tja, was tun?"
"Soll ich meinen Chef anzeigen?"
"Nein, auf keinen Fall! Da bist Du auch deinen Job los, und schlimmer noch, es existieren bei vielen Arbeitgebern schwarze Listen. Wenn Du da drauf bist, wirst Du gleich bei der Bewerbung aussortiert."
"Ja, was soll ich denn machen? Weiter, wie bisher? Ich halte das nicht mehr aus! Dieses System zwingt mich zur Straftäterin!"
"Stimmt, unser Gesellschaftssystem ist korrupt, wo Du nur hinschaust. Es geht auf Kosten der kleinen Arbeitnehmer. Eine Lösung habe ich nicht, aber ich kann dir helfen, mit dem psychischen Druck fertig zu werden."
"Das wäre schön, wenn ich wieder ruhig schlafen könnte."
"Hast Du heute noch Zeit?" Sie nickte. "Also, fangen wir doch gleich damit an!"
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Liebe Kiat, das wäre alles nicht wenn wir das System aus der Schweiz hätten. Da muss der Kurzarbeiter immer bei seinem Arbeitsamt vorbei gehen und sich melden. Jeden Tag. Genau so wie derArbeitslose. Jeden Tag. Das nenne ich alles unter Kontrolle. Gruß aus Dinkelsbühl von Julie
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Liebe Julie,<br />
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auch da gibt es Lücken: der Arbeitslose fährt am Arbeitsamt vorbei und danach geht er "arbeiten". Dass er/sie sich täglich melden muss, ist mir neu. Eine Freundin von mir arbeitet in der Schweiz,<br />
wegen einer Allergie wurde ihr gekündigt, also war sie arbeitslos. Da musste sie einmal die Woche bei ihrer Vermittlerin erscheinen. Und sie wurde sehr gut betreut unf vermittelt. Und kurz drauf<br />
hatte sie eine neue Arbeit.<br />
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Diese gesamte Arbeitslosenverwaltung ist viel zu teuer. Was da an Berater und Firmen mitverdienen?! Es ist sowieos Humbug, immer noch die Lüge der Vollbeschäftigung zu verbreiten. Vollbeschäftigung<br />
wird es in Europa nie mehr geben, das erkannte bereits Keynes, der ja immer wieder zitiert wird.<br />
Seltsam, dass die Voraussage Keynes, dass es keine Vollbeschäftigung nicht mehr geben kann, unterdrückt wird.<br />
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Was als Lösung bleibt, ist ein Bürgergeld. Finanziert könnte dies mit der Einsparung der "Arbeitslosenindustrie" mit ihren Agenturen werden.<br />
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Liebe Grüße, Kiat<br />
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J
Julie
08/18/2009 10:18
Oh Kiat, wenn ich so was höre. Nun kassiert der Chef und die Arbeiter schauen dumm aus der Wäsche. Die müssen doch zum Arbeitsamt um sich als Kurzarbeiter zu melden. Denn er hat ja Kurzarbeit angemeldet. Oder. Dann bekommen sie den Ausgleich. Wenn sie nun in der Fa. bleiben und arbeiten hat er den Gewinn. Wahnsinn. Unerhört. Geniessen wir die Sonne, solange sie noch kostenlos ist. Julie
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Liebe Julie,<br />
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genau so ist es! Wenn diese Arbeitsnehmer vorzeitig ausstempeln und dann weiterarbeiten, dann ist das Betrug, also ein strafrelevantes Delikt. Andererseits wurden sie von ihrem Chef gezwungen, was<br />
deren Chef da abzieht, ist auch strafrelevant, nämlich Betrug. Alles in allem, das gibt viel Arbeit für die Gerichte. Und deutsche Gerichte neigen dazu, unternehmerfreundlich zu urteilen. Also, bei<br />
wem bleibt das wieder hängen?<br />
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Wundert es da, wenn immer mehr Betroffene rufen: Leute, wacht auf! Wehrt euch endlich!<br />
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Nachdenkliche Grüße, Kiat<br />
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