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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Skandalöser Umgang mit Behinderten

Wie Deutschland bisweilen mit Behinderten umspringt, ist ein Skandal. Mein Bär kennt einen Fall aus einem Dorf, das er "Widerlingsbach" nennt, und das aus gutem Grund.

Nach der Wende zog eine Familie mit drei schulpflichtigen Kindern von der früheren DDR in dieses Dorf um. Die Kinder hatten in der Schule Probleme mit Englisch. Kein Wunder, diese Fremdsprache wurde in der DDR nicht unterrichtet, dafür konnten sie Russisch.

Damals gab es einen Rektor an der Schule, der war ein ganz besonderes Exemplar: Mit der Abschlussklasse schloss er bei brütender Hitze alle Fenster und dann übte dann mit der Klasse das Deutschlandlied, die erste Strophe aber.

Aber da dieser Rektor am Sonntag die Orgel spielte, unternahm niemand etwas dagegen, der Rektor war ja eine Amtsperson. Dieser Rektor stellte nun von Amts wegen fest, dass diese drei Kinder für seine Schule ungeeignet sind und deshalb auf die Sonderschule geschickt werden müssen.

Er schloss sich mit dem Bürgermeister kurz, der dann die Eltern aufsuchte und ihnen nahelegte, dass die Kinder die "Förderschule" besuchten. Die Eltern kannten sich damit nicht aus, der Bürgermeister gab sich leutselig, und "Förderschule" klang ja gar nicht schlecht.

So wurde diese drei Kinder in die Sonderschule gesteckt, drei normale, aufgeweckte Kinder, die nur ein einziges "Manko" hatten, sie konnten kein Englisch. Das älteste Mädchen traf es besonders hart: Sie wurde nach der Sonderschule auf ein "Internat" gesteckt, da wurde sie auf den Beruf als Gärtnerin vorbereitet.

Sie erzählte eines Tages, dass alle Schülerinnen dieses Internates an einem Tag alle Weisheitszähne gezogen wurden, obwohl sie gesund waren. Warum dies denn? Nun, später könnten ja diese Mädchen Probleme mit ihren Weisheitszähnen bekommen und zeitweilig als billige Arbeitskraft ausfallen. Also wurden diese Zähne gleich vorbeugend entfernt. Hier zeigt sich, wie menschenverachtend manche Bildungseinrichtungen vorgehen.

Aber seit März 2009 ist es aus mit solchen Skandalen. Grund: Die Behindertenrechtskonvention gilt jetzt auch in Deutschland.

Und gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention müssen auch Schüler mit körperlichen oder geistigen Behinderungen an regulären Schulen unterrichtet werden. Das kann dazu führen, dass bis zu 90 % der behinderten Schüler an regulären Schulen unterrichtet werden müssen.

Da bin ich gespannt, ob das auch in Bayern in die Tat umgesetzt wird ...


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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M
Hallo Kiat,<br /> <br /> tut mir leid, aber ich kann für deren Verhalten fast keine Erklärungen mehr finden. Gefragt sind jetzt Lehrer, die bereit sind, neue Erfahrungen zu sammeln, die ihnen die Arbeit erleichtern können, Vertrauen in die neuen Projekte haben und nicht allein in die negative Literatur der pädagogischen Fachleute.
Antworten
K
<br /> Liebe Mathilde,<br /> <br /> das hast Du treffend geschrieben: "negative Literatur der pädagogischen Fachleute"! Ich denke, dass es immer mehr Lehrkräfte gibt, die zum Aufbruch für das Neue bereit sind.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
H
Liebe Kiat,<br /> <br /> ich bin wirklich froh das ich mit der Schule sehr viel Glück hatte. Unsere Schule war wirklich auf einen guten Stand, mit eingenen Filmraum, Bibliothek (60.000 Bücher!), Sprachlabor, Freizeiträumen, Caffeetheria (von Schülern betrieben).<br /> einziges Manko, wir waren auch rund 30 Schüler in einer Klasse. Nur zu meiner Zeit gab es eine Kinderschwemme und da war sowas kaum zu vermeiden.<br /> <br /> Wobei ich es heute nicht verstehe, dass Schulen geschlossen werden, denn jetzt hat man die Gelegenheit entlich kleinere Klassen zu machen, die man ganz anderes Unterrichten kann!<br /> Ich hoffe mal die merken es auch mal was für eine Chance sich für die Kinder dabei ergibt wenn man die Schulen nicht schließt, statt dessen lieber weniger Kinder in kleinern Klassen unterrichtet.<br /> Eine Einmalige Chance die es früher nie gab!<br /> <br /> Mit den Umbau der Schulen. Hmmm… wenn man die Fahrstühle seperat als Neubau anbringen würde, wäre es vielleicht möglich. Innen sehe ich bei meiner Schule keine Chance. Dann müßte es schon sein wie bei einen Harry Potter Film, wo der gleiche Fahrstuhl nicht nur hoch und runter geht, sondern auch seitfährts! :o))<br /> <br /> Mit den Behindert sein hast du schon recht, einige meinen sofort geistig behindert, wobei Körperbehindert ja was völlig anders ist.<br /> Das ich Glück hatte stimmt auch, sehr großes sogar. Den mit 15 Jahren hätte man das Bein ampotieren müssen, wie ich später erfahren habe. Es wa bei mir so zimlich auf "den letzten Drücker".<br /> <br /> Du hast aber auch recht, dass einige Menschen garnicht daran denken, dass sie es auch erwischen könnte. Zumindest bei Neubauden sollte man sowas immer einbeziehen, wenn es bei Altbauten öfters schon sehr schwierig ist.<br /> <br /> Was die Gesamtschulen angeht. Ich denke die Verhinderung war Politisch begründet, die Partei mit den "C" wollte nicht zugeben, dass die anderen auch gute Ideen haben. Zudem ist ja "drei-geteilt" ja sooo viel besser. *Augen verdreh*.<br /> Komischer weise nur in Deutschland.<br /> Das gute Schüler benachteitigt werden und zurück bleiben ist kompletter Blödsinn.<br /> Immerhin ist einer aus meiner Ehemaligen Klasse Rechtsanwalt gewurden, eine andere Kinderäztin in Florenz.<br /> Ein Problem gibt es allerdings wenn nur Eltern ihre Kinder aus der "Unterschicht" anmelden wollen, denn dann klapt das Intigriert nicht mehr wirklich. Denn es soll ja gemischt sein. Also auch aus der Oberschicht. Was in unserer Klasse noch war.<br /> Allerdings habe ich noch einen anderen Verdacht warum, einigen Poliktikern die Gesamtschule ein Dorn in Augen war. Auch wenn mir es erst Jahre später bewußt wurde.<br /> Wir sind von der Schule aus schon anders erzogen wurden, nämlich auch kritisch zu sein, hinterfragen. Absoltues Gehorsam wurde nie verlangt. Klar Regeln gab es.<br /> Aber wenn sie einen zu konfuss waren konnte man sie auch in Frage stellen.<br /> Wir wurden als Selbstständige Wesen erzogen, wenn ich so vieles von anderen Schulen höre, schien es dort nicht der Fall zu sein.<br /> Ehemalige Gesamtschüler (und damit auch jetztige Gesamtschüler) sind unbeqeum.<br /> Und ich denke dass könnte einigen nicht passen…<br /> <br /> Aber ich will mal Optimistisch sein und den Leuten wünschen, dass sie auch weiter lernen.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike
Antworten
K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> wir leben in einer neoliberalen Zeit, in der alles, was keinen sofortigen Gewinn macht, abgeschafft wird. Deshalb wird hier immer mehr gespart. Dabei hat Deutschland kaum Rohstoffe, nur gut<br /> ausgebildete Kinder sind unsere Kapital, nur darauf kann dieses Land bauen.<br /> <br /> Ja, da stimme ich mit dir überein, weshalb die C-Parteien so gegen Gesamtschulen sind. Vielleicht gilt hier immer noch der Spruch des Kirchenmannes zum Rittersmann: "Halt Du sie arm, ich halt sie<br /> dumm!"<br /> <br /> Kritische Schüler sind unerwünscht, weil sie viele Fragen stellen und nachdenken. So etwas kann die Wirtschaft nicht brauchen. Also werden bereits die Kinder dahin gedrillt.<br /> <br /> Aber lassen wir unsere Hoffnung nicht aufgeben, sondern uns zusammen dafür einsetzen, dass unsere Schulsysteme besser werden.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
M
Hallo,<br /> tja, das 'alte Lied', das einem so langsam zu den Ohren raushängt:<br /> hier wurde eine integrative Klasse an der Grundschule trotz erheblicher Erfolge und Begeisterung der Beteiligten wieder abgeschafft. Grund: Das Oberschulamt ist dagegen.<br /> <br /> Einen nachvollziehbaren Grund gibt es tatsächlich nicht und auch andere innovative Projekte, wie Familienklassen haben es schwer. Allerdings gibt es jetzt auch riesengroßen Aufruhr, weil z.B. an einer mir bekannten Grundschule, die mit verschiedenen modernen Projekten sehr gut zurechtkommt, das Projekt "Schule ohne Noten" wieder abgeschafft werden soll. Ein Skandal, weil die Schüler überaus begeistert sind und sogar die Lehrer, so dass eine Lehrerin kurzum gesagt hat, dass sie die Schule verlässt, wenn 'die da oben' ihre harsche Zurechtweisung der Schulleiterin und das Verbot des Projekts nicht zurücknehmen. Ein mutiger Schritt.<br /> Gruß
Antworten
K
<br /> Liebe Mathilde,<br /> <br /> es ist schon ein Kreuz mit den Ämtern. Da wird an alten Zöpfen gehangen, ja keine Veränderung und vor allem keine Verbesserung. Hier in Bayern haben Schulen eine Siebfunktion, es soll ausgesiebt<br /> werden, wer später zur "Elite" aufsteigen darf.<br /> <br /> Kritische Schüler sind unerwünscht, was die Schulen produzieren sollen, sind billige Arbeitssklaven. Leider!<br /> <br /> Traurige Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
S
Kiat,<br /> ich denke, an den Schulen muss noch viel mehr passieren als nur der behindertengerechte Ausbau. Bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es zur Zeit massive Bestrebungen alle Kinder in Regelschulen unterzubringen. Aber die Schulen werden darauf überhaupt nicht vorbereitet, die kriegen dann die Kinder präsentiert und sollen damit klarkommen. In Klassen mit bis zu 30 Schülern, bei Lehrern, die überhaupt nicht in die Richtung ausgebildet sind, ohne zusätzliche Unterstützung. <br /> Die Staaten, in denen die Integration wirklich funktioniert, haben wesentlich kleinere Klassen und zusätzliche pädagogische Fachkräfte für die Klassen. Das sehe ich als ideal an - für alle Kinder.<br /> Die "Integration" bei uns bedeutet doch nur, jetzt auch noch die Behinderten in ein unzureichendes (um nicht zu sagen besch***) System zu kicken.<br /> <br /> Liebe Grüße,<br /> Sabine
Antworten
K
<br /> Liebe Sabine,<br /> <br /> Du hast Recht, mit einem Ausbau ist es nicht getan. Auch müssen die Klassen verkleinert werden und die Lehrkräfte auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden. Und wenn die Politik versagt oder mit<br /> dem Argument kommt, es sei kein Geld dafür da, dann müssen wir als Bevölkerung darauf pochen, dass die UN-Behindertenrechtskonventionen endlich in die Praxis umgesetzt werden.<br /> <br /> Und wenn diese Politiker nicht spuren, werden sie eben abgewählt, auf den Misthaufen der Geschichte, wo sie offensichtlich hingehören. Leute, wir sind das Volk!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
H
Hm…<br /> ich denke auch dass in solchen Schulen auch Kinder kommen die dort nicht rein gehören. Da sollte man schon unterscheiden.<br /> Wenn ich an mich selbst denke, so kam bei mir die Rechtschreibschwäche ja schon in der Grundschule heraus. Dazu habe ich sehr gehingt.<br /> Wobei ich wieder mal froh bin in Norden zu wohnen, auch wenn hier die "PISA-Studie" heraus bekommen haben will das die Schüler hier nicht so schlau sind…<br /> Ich hatte nämlich Glück ich bin nicht auf eine Sonderschule gekommen, sondern hab den Sprung zur Gesamtschule geschaft.<br /> Die ja in Bayern nie anerkannt wurde. Dort hatte ich eine gute Förderung bekommen, direkt in der Schule LRS-Kurs genannt.<br /> Leider durften wir ab der 9 Klasse den Unterricht nicht mehr besuchen, die Regierung hatte gewegselt und den Förderuntericht ab dieser Jahrgangsstufe untersagt…<br /> Ich schreibe lieber nichts weiter dazu… :o(<br /> Was mein Bein angeht, so wurde es ja zwischenzeitig Operiert. Ein Arzt meinte später ich hätte mindesens 70% Behinderung darauf bekommen sollen.<br /> Ich hatte also doppeltes Glück!<br /> <br /> Nur muss ich sagen, könnte es bei Körperbehinderungen in "Normal-Schluen" ein Problem geben, denn auch in meiner Schule gab es viele Treppen.<br /> Rollstuhlfahrer hätten da keine Chance gehabt. Und ob Schulen es sich leisten können umzubauen bezweifel ist. Also wird es nicht alles Umsetztbar sein.<br /> Bis zu einen gewissen Grad schon, solange der junge Mensch noch Treppen steigen kann, sehe ich da kein Problem.<br /> Auch bei schweren geistigen Behinderungen wird es kaum möglich sein.<br /> Aber soweit hat Kiat schon recht, es sind wohl eingie zu Unrecht in Sonderschulen gelandet, eine Regelschule mit Förderung ist da schon besser.<br /> <br /> Und wieder einmal danke ich Gott das ich auf einer Gesamtschule war! :o)<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike
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K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> ja, sei froh, dass Du auf einer Gesamtschule warst. Das wird ja in Bayern aus nicht nachvollziehbaren Gründen verhindert. Und ich beglückwünsche dich, dass DU operiert werden konntest.<br /> <br /> Ich erlebe es immer wieder, dass die Ämter hier nicht unterscheiden zwischen geistig und körperlich behindert. Behindert ist behindert. Dabei vergessen die meisten Menschen, dass sie sehr schnell<br /> selbst zum Behinderten werden, durch einen Unfall beispielsweise.<br /> <br /> Und ich bin der Meinung, dass Schulen behindertengerecht ausgebaut werden müssen, wie andere öffentliche Gebäude auch. Bald sind ja wieder Wahlen. Für mich ist es eine Schande, dass viele<br /> Wahllokale für Behinderte ohne fremde Hilfe nicht betretbar sind. Dann heißt es, diese Behinderten können ja Briefwahl machen. So beginnt schon die Ausgrenzung!<br /> <br /> Dabei leben wir in einer Gesellschaft, mit immer mehr älteren Menschen mit immer mehr Gehproblemen. Auch diejenigen, die behindertengerechte öffentliche Gebäude ablehnen werden einmal darauf<br /> angewiesen sein.<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />