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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Was ist ein Menschenleben wert?

Duisburg, Rhein-Ruhr-Halle, Donnerstag, 24.9.: Ein Mitarbeiter der  Produktion turnt an den Lichttraversen herum, stürzt acht Meter in die Tiefe, schwer verletzt!

Der Mann wird in ein Krankenhaus gebracht, in der Nacht zum Freitag stirbt er. Was ist ein Menschenleben wert? Offenbar nicht viel! Die Produktion der Sendung geht weiter!

Der Mann arbeitete für eine Firma, eine externe Dienstleistungsfirma, die Aufträge des ZDF ausführt. Der Mann arbeitete immer ungesichert. Muss das sein? Ja, das muss sein! Sonst ist er zu langsam. Sonst wird die Produktion zu teuer! So zynisch denken die Auftragsgeber! Wie pervers und zynisch können Menschen denken?

Mitarbeiter, die den Sturz mit ansehen mussten, sind entsetzt, sie stehen unter Schock! Macht nichts, the Show must go on! Die Produktion geht weiter, der Schwerverletzte kämpft vergebens um sein bisschen Leben im Krankenhaus, da turnt schon der Ersatzmann am lebensgefährlichen Arbeitsplatz.

Der Sendetermin darf nicht platzen, schließlich ist das für eine Benefizveranstaltung, zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Manfred Teubner, Unterhaltungschef des ZDF: "Die Spendengelder werden zur Unterstützung schwer kranker Menschen dringend benötigt."

Das ist vielleicht eine Begründung! Deshalb darf die Sendung nicht verschoben werden oder noch besser ausfallen? Aber das ist ja nicht die eigentliche Frage. Wieso muss ein Mensch solche eine gefährliche Arbeit verrichten? Wieso gibt es da keine Absicherung? Was sind diese Spendengelder wert, wenn an jedem EUR Blut klebt?

Frage an die Moderatorin Carmen Nebel: "Wie fühlen Sie sich, eine Sendung zu moderieren, bei der ein Mensch in den Tod stürzte?"

Das war kein tragischer Unfall! Nein, dieser Mann musste sterben, weil Geiz und Habgier eine Absicherung gegen einen Absturz verhinderten.

Frage an Manfred Teubner: "Wie fühlen Sie sich, den vermeidbaren Tod dieses Mannes nicht vermieden zu haben?"

Frage an die Zuschauer: "Wie fühlt ihr euch, eine Wohltätigkeitssendung anzuschauen, bei deren Produktion ein Mensch zu Tode kam?"

Ich selbst werde diese Sendung bestimmt nicht ansehen, weil ich keinen Fernseher habe. Und ich rate allen, diese Sendung zu boykottieren! Jeder, der sich diese Sendung ansieht, sollte wissen, dass jede Sendeminute mit Blut befleckt ist, Blut, das vergossen wurde, um dem Götzen Fernsehen geopfert zu werden!

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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C
<br /> Hallo Kiat,<br /> kum welche Sendung handelt es sich denn?<br /> LG dawina<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Dawina,<br /> <br /> das war eine Sendung zugunsten der Deutschen Krebshilfe, moderiert von einer Carmen Nebel. Der Name sagt mir nichts.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
I
<br /> im neoliberalen raubtierkapitalismus ist ein mensch nichts wert, außer man kann damit profit machen, z. b. als leichenbestatter. lg isabelle<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Isabelle,<br /> <br /> leider stimmt es, was Du schreibst! Und diejenigen, die berufsmäßig dagegen angehen könnten wie z. B. Kirchen, die schweigen dazu.<br /> <br /> Traurig-wütende Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
S
<br /> Vor einigen Jahren habe ich mal den Sommer über ein Praktikum als Kirchenmalerin gemacht, in recht luftigen Höhen. Wir waren auch allesamt nicht gesichert, weil es zum Teil gar nicht richtig<br /> möglich war. Ich bin zwar schwindelfrei, aber das war mir dann doch zuviel und ich habe lieber einen Schreibtischjob erlernt ;-)<br /> <br /> In Baufirmen und bei Malern ist es nicht unüblich, dass jemand mal stürzt und auch ernsthaft verletzt wird. Die Meisten, die das nicht vertragen steigen deshalb auch aus, wenn sie können. Nur in<br /> der aktuellen Marktsituation würd ich mich das auch nicht mehr trauen...<br /> <br /> Liebe Grüße, Sefa<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Sefa,<br /> <br /> Kirchenmalerin, das stelle ich mir als einen sehr schönen Beruf vor. Und vielleicht täusche ich mich, aber ich denke, da wird mit weniger Druck, sondern mehr mit Hingabe gearbeitet. Ich kann<br /> durchaus nachvollziehen, dass dir das zu risikoreich war.<br /> <br /> Als ich meinen Hof gekauft hatte und dann ein Dach neu eindecken ließ, da war ein Altgeselle dabei, total kompetent. Als ich zwei Jahre später ein anderes Dach neu eindecken ließ, fragte ich nach<br /> dem Altgesellen. Da erfuhr ich, dass er einen schweren Unfall hatte und seitdem nicht mehr arbeiten kann. Da war ich sehr betroffen.<br /> <br /> Das mit der Marktsituation ist sehr schlimm, wenn Menschen indirekt zu Arbeiten gezwungen werden, für die sie sich nicht eignen.<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
F
<br /> Wie sieht den das Teil aus Moira ?<br /> <br /> Also ich hätte bestimmt einen großen Bogen drum gemacht, erstens weil Menschenansammelung möglich und zweitens weil dafür einer gestorben ist.<br /> <br /> <br />
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M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Als ich Deinen Text gelesen habe mußte ich sofort an etwas ähnliches denken:<br /> <br /> Porsche hat am S-Bahnhof in Neuwirtshaus ein protziges,häßliches Mueum gebaut.Während der Baumaßnahmen zu diesem megahäßlichen Klotz ist auch ein Arbeiter in den Tod gestürzt,weil er nicht<br /> gesichert war.:-(<br /> <br /> Er hätte AUCH länger gebraucht für seine Arbeit,wenn er gesichert gewesen wäre.<br /> <br /> Was lernen wir daraus:<br /> Manche lernen gar nichts!!!!<br /> <br /> Aber solche "Unfälle" müssen mehr bekannt werden.<br /> <br /> Schade finde ich,wenn Sonntags Busseweise Leute kommen um diesem widerlichen Klotz einen Besuch abzustatten und manche stellen sich sogar mitten auf die Strasse,nur um auch ja das ganze Museum auf<br /> ihrem Bild zu haben!!!<br /> <br /> Kopfschüttelnde Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> genau! Solche Vorfälle sollten immer wieder aufgezeigt werden! Zeigen Sie doch, dass in dieser Mehrklassengesellschaft ein Menschenleben nicht mehr viel wert ist! Nur, es gibt "Instanzen", die<br /> solche menschenverachtenden Einstellungen zur Kenntnis nehmen und "korrigieren". Zwar nicht nach menschlichen Maßstäben, aber dies Fehleinstellungen werden korrigiert!<br /> <br /> Eigentlich müsste dort ein Schild aufgestellt werden: Zum ehrenden Gedenken an ..., geopfert dem Moloch Kapitalismus!<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />