Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Erinnern wir uns, vor drei Monaten berichtete der ARD-Korrespondent Robert Hetkämper über die "Wegwerf-Arbeiter", die in Japan die Drecksarbeit machen. Sie werden gebraucht für ganz gefährliche Arbeiten.
Wie groß war die Empörung darüber, dass ein technologisch hochentwickeles Land wie Japan so menschenverachtend mit Menschen umspringt! Ja, viele haben das dem Korrespondenten nicht abgekauft - das gibt es doch nicht! Gibt es aber doch!
Ja, nicht nur im fernen Japan - sondern auf dem ganzen Planeten, zum Beispiel dort, wo Atomkraftwerke repariert oder gewartet werden. Da fallen Arbeiten an, für die kann das Stammpersonal nicht eingesetzt werden. Grund: Finanzielle Risiken! Welche Risiken? Finanzielle? Klar doch. Wenn das Stammpersonal gesundheitliche Schäden erleidet, dann wird das für den Energiekonzern teuer - vor allem wenn das Opfer Gewerkschaftsmitglied ist.
Aber für solche Fälle gibt es ja die Zeitarbeiter, die Leiharbeiter. Die vagabundierend von einem Einsatz zum andern geschickt werden - über den ganzen Planeten. Und wenn da einem dieser Nomaden etwas zustößt, das fällt ja dann nicht auf - dann tritt ein anderer Nomade an seine Stelle. Und der Energiekonzern hat damit nichts zu tun, denn der verunglückte oder schwer erkrankte oder verstrahlte Nomade ist ja nicht beim edlen großen Energiekonzern angestellt, sondern er arbeitet für eine meist windige Verleihfirma.
Das Prestige des Großkonzerns wird nicht angekratzt! Und wieso übernehmen diese Nomaden solche gefährlichen Arbeiten`In Deutschland werden sie dazu gezwungen, von den Arbeitsvermittlern in den Jobcentern. Wer da eine Arbeit ablehnt - und sei sie auch noch so gefährlich - der wird gleich sanktioniert und seine Bezüge werden gestrichen.
Das ist zwar erpresserische Nötigung und tritt die Würde des Menschen mit Füßen - aber wen interessiert das? Es geht ja nur um nomadisierende Arbeiter. Und zum Dank bekommen diese Nomaden viel weniger Lohn als das Stammpersonal! Ist das nicht gerecht? Klar, diese Nomaden - auch Nuklear-Nomaden genannt, bekommen viel mehr Strahlung ab als das Stammpersonal, sterben deshalb auch viel früher, also kommen sie mit viel weniger Lohn aus, weil sie ja sowieso bald sterben! Das ist eben kapitalistische Logik!
Hier zeigt sich die Menschenverachtung der Atomindustrie! Diese Atomindustrie produziert nicht nur strahlenden Abfall, von dem bis heute niemand weiß wohin mit ihm, sondern sie produziert auch menschlichen Abfall - bei ihren Arbeitern - auch Nuklear-Nomaden genannt - und bei allen Menschen, die wegen der Strahlungsschäden erkranken und dann elendig sterben. Wozu brauchen wir überhaupt die Atomindustrie? Die Antwort lautet: Damit wird das Problem der Überbevölkerung auf diesem Planeten gelöst!
Quellen: