Jetzt ist wieder die Zeit der Bescherungen: da gibt es immer noch Journalisten, die herausfinden, was Politiker uns beschert haben. Politiker wiederum fürchten diese Enthüllungen!
Heute gedenke ich der Bescherung, die sich der Stadtrat von Bamberg selbst gegönnt hat: Sie wünschten sich einen renovierten Sitzungssaal. Der Finanzsenat hat dafür 170.000 EUR genehmigt. Nach der Renovierung wollte ein Stadtrat die genaue Summe wissen, da kam es in einer nichtöffentlichen Sitzung heraus: diese Renovierung ist ein wenig teurer ausgefallen, um 100.000 EUR. Das war vielleicht eine Bescherung!
Und schon wurde versucht, das schön zu rechnen und zu reden:
Eigentlich betrugen die Mehrkosten "nur" 98.000 EUR. Und sie wurden nicht aus dem zugewiesenen Etat genommen, sondern aus dem Etat für das Amt für Beschaffungs(un?)wesen. Tja, und wie setzen sich diese 98.000 EUR nun zusammen?
Zunächst gab es einen neuen Tisch: Sonderanfertigung, in Hufeneisenform. Der kostete "nur" 46.000 EUR. Da bleiben noch 32.000 EUR. Nun, wir wollen doch nicht, dass die Stadträte sich auf den Tisch setzen müssen. Also mussten Stühle her. Für knapp 1.600 EUR das Stück. Die Stadtratssitzungen dauern ja manchmal lange, das ist schon eine Anforderung für das Sitzfleisch!
Und dass der ursprüngliche Etat von 170.000 EUR um 100.000 EUR überschritten wird, was macht das schon? Es sind doch alles Steuergelder, also nicht die privaten Gelder der Stadträte! Da muss halt dann im sozialen und kulturellen Bereich gekürzt werden.
Das ist wieder mal so ein gängiger Vorfall: Da wird eine Renovierung beschlossen, dann explodieren die Kosten, keiner regt sich darüber auf, also gibt es einen Nachtragshaushalt, das wurde immer schon gemacht!
Jetzt aber fließen die Steuergelder nicht mehr so üppig wie früher. Jetzt gibt es Vertreter von den kleineren Parteien, die fragen nach. Was für eine Bescherung?!
(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.