Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
China ist ein so großes und mächtiges Land, bis an die Zähne bewaffnet, dass es selbst kaum laufen kann. Aber es hat Angst vor einem Schriftsteller.
Wieso eigentlich? Nun, hier zeigt sich wieder einmal, dass Worte eine Waffe sein können, die alle anderen Waffen besiegen! Wie China auf seinen Nobelpreisträger reagiert, das nimmt geradezu panische Züge an. Damit erreicht China nur das Gegenteil.
Und es ist einfach lächerlich, dass China - trotzig wie ein kleines Kind - die Fischereiministerin Norwegens nicht empfängt. Dabei sind gerade Chinesen sehr auf die Wahrung ihres Gesichtes bedacht. Und wenn ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums von sich gibt:
"Liu Xiaobo ist ein Verbrecher, der chinesische Gesetze verletzt hat. Liu die Auszeichnung zu geben, widerspricht den Prinzipien des Friedensnobelpreises."
Dann bedeutet das doch, dass China mit dem Rücken zu Wand steht und dass ihm die Argumente ausgehen. Ich finde es gut, dass Norwegen sich nicht einschüchtern ließ. Außerdem, was wollen die Chinesen gegen Norwegen ausrichten? Wer hat denn Öl und wer braucht Öl?
Außerdem schadet China damit seinem Buchgeschäft. Und das schon zum zweiten Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Wann sehen die chinesischen Machthaber endlich ein, dass die Wahrheit sich nicht länger unterdrücken lässt. Die Technik der Nachrichtenübermittlung ist immer noch schneller als das Denken chinesischer Betonköpfe. Da kann sogar die Frau des Schriftstellers Twitter-Nachrichten verteilen und dabei mitteilen, dass sie mit ihrem Telefon keine Anrufe mehr entgegen nehmen kann:
"Brüder, ich bin wieder zurück. Ich stand unter Hausarrest. Und ich weiß nicht, wann ich euch sehe. Mein Telefon ist gestört, ich kann keine Anrufe entgegen nehmen. Habe Xiaobo gesehen. Das Gefängnis hat ihm die Nachricht von seinem Preis in der Nacht zum 9. Oktober überbracht.“
Nun, die Geschichte zeigt immer wieder: Staaten, die die Meinungsfreiheit nicht achten, existieren nicht lange. Das nationalsozialistische Deutschland ist ja ein Beispiel dafür: Carl von Ossietzky, 1931 wegen Spionage verurteilt, erhielt 1936 den Friedensnobelpreis rückwirkend für das Jahr 1935. Auch er konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, die Nationalsozialisten haben es verhindert. Und wo ist das Dritte Reich heute?
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