Guido Westerwelle, der designierte Außenminister und Vizekanzler wurde von Journalisten angesichts der Koalitionsvereinbarungen soziale Kälte vorgeworfen. Seine Antwort:
"Deutschland wird von der Mitte aus regiert, von einer Koalition der Mitte. Und die Ränder haben in dieser Republik nichts zu sagen."
Hört, hört! Westerwelle scheint übersehen zu haben, dass diese Ränder sehr breit sind. Wieviel Wahlberechtigte gab es, als am 27. September der neue Bundestag gewählt wurde? Es waren 62.168.489 Wahlberechtigte.
Aber es gingen nur 44.005.575 BürgerInnen zur Wahl. Und nur 43.371.190 gaben gültige Stimmen ab. Also gab es 62.168.489 - 43.371.190 = 18.794.299 Nichtwähler! Das sollte Westerwelle zu denken geben.
Die Regierungskoalition erhielt insgesamt 332 Mandate, davon sind jedoch 21 Direktmandate der CDU dabei, die ja etwas anrüchig sind und für die es eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichtes gibt, Direktmandate neu zu regeln. Aber lassen wir das.
Die Opposition bekam insgsamt 290 Mandate. Ich denke, das ist ein ziemlich breiter Rand! Und er wird nicht berücksichtigt?! Der hat nichts zu sagen?! Wenn sich Westerwelle da nicht täuscht. Wenn ich die Nichtwähler und die Splitterparteien dazuzähle, dann steht doch fest, dass diese Regierung nicht für alle Deutschen regieren wird, auch wenn Frau Merkel versichert hat, dass sie die Kanzlerin aller Deutschen ist. Frau Merkel, weiß das auch ihr Vize?
Es gab in Deutschland ja schon einmal einen Vizekanzler von der FDP: Jürgen Möllemann, der sein Geheimnis um seinen geheimnisvollen Tod buchstäblich ins Grab mitgenommen hat. Möllemann jedenfalls hatte Humor. In einer Talkshow beim Altmeister Biolek nannte er sich scherzhaft "Witzekanzler" und begann mit einem anderen Gast Witze zu erzählen. Bis sich die ebenfalls eingeladene Elke Heidenreich sich empörte, wahrscheinlich weil ihr kein Witz einfiel.
Wenn nun Möllemann, von wo auch immer, jetzt seinen Nachfolger Westerwelle sieht, dann frage ich mich: Nimmt er den ernst oder hält er ihn für einen schlechten Witz ...
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