Der Lipizzaner und der Maulesel waren heute auf der Koppel. Da kam Sturm auf. Es wehte sehr stark. Im benachbarten Dorf bogen sich die Reste des Kirchweihbaumes vom Vorjahr, ich dachte schon, jeden Moment kracht er um.
Da war ich froh, dass ich weit außerhalb des Krachradius wohne. Da der Sturm immer stärker wütete, wurde der Maulesel immer aufgeregter. Er stand vor dem Koppeltor, dann "weinte" er, als Maulesel kann er ja kein "I-AAH" wie ein Esel und er kann auch nicht wiehern wie ein Pferd. Es hörte sich eher an, wie eine quietschende Tür oder eine Sängerin, die die Tonleiter übt.
Da die Koppeltür trotzdem nicht aufging, packte es ihn und er fing zu fetzen an. Immer in die Runde, und in was für einem Tempo! Eben wie ein richtiger Fetzer! Der Lipizzaner stand ruhig daneben, es schien, als schickte er ihm Worte: "Nun beruhige dich, die Chefin holt uns schon!"
Da war der Maulesel eine Zeitlang ruhig, dann begann wieder die Fetzerei. Wir machten schnell den Stall fertig und holten wir die beiden. Der Maulesel flitzte ganz schnell in den Stall, er konnte sich immer noch nicht beruhigen. Aufgeregt wie er war, konnte er nicht essen. Anders der Lipizzaner, er sah das Futter. Also alles in Ordnung!
Er warf einen Blick zum Maulesel: "Nun beruhige dich, ist doch alles in Ordnung!"
Und dann fing es draußen zu schütten an, und wie!
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