Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Da gibt es den Dietmar Bartsch - er möchte Parteivorsitzender der Linkspartei werden. Ja, wieso auch nicht. Da aber gibt es einen Artikel von U. Gellermann, in dem über Bartsch Nachdenkenswertes berichtet wird. Ich zitiere:
Nur manchmal verrutscht dem Kandidaten das Dauerlächeln. So jüngst bei einer Diskussion in Berlin-Mitte, als er auf die Frage, wie er sich denn die vielen widerstreitenden Meinungen und Fraktionskämpfe in der Linkspartei erkläre, einen interessanten Blick in seine Psyche ermöglichte: Da in Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie "die Hartz-Vierer um den Alkohol". Wer so über seine Leute denkt und offenkundig annimmt, dass der Suff das Erkennungsmerkmal der Arbeitslosen ist, der kann, auf dem Weg in die FDP, die Mitgliedschaft in der SPD gleich überspringen.
Quelle: RATIONALGALERIE DIETMAR BARTSCH Das verrutschte Lächeln
Das stimmt mich schon nachdenklich. Solche Sprüche kenne ich bisher von Mitgliedern der CDU, CSU und Gelben. Aber von einem Linken - noch dazu einem, der für den Parteivorsitz kandidiert, das hielt ich bisher für unmöglich. Nur so ändern sich die Zeiten. Und offenbar auch die Mitglieder der Linken.
Da werden alle Hartz IV Bezieher über einen Kamm geschert, rundweg als Säufer abqualifiziert! Dietmar Bartsch, schämen Sie sich!
Andererseits, die WELT meldet, dass Dietmar Bartsch dieses Satz abstreitet.
Quelle: WELT ONLINE Bartsch streitet Hartz-IV-Stammtischparole ab
Ich war nicht dabei, aber seltsam finde ich das schon. Es gibt für mich zwei Möglichkeiten:
Aber dies ist bislang nicht erfolgt.
Und dann gibt es noch die "Junge Welt", die über einen Gesprächskreis berichtet - vom Berliner Frauenverein Xanthippe veranstaltet: Da sollen Teilnehmer diese Äußerung von Dietmar Bartsch bestätigt haben. Andererseits dauerte es sechs Wochen, bis Gellerman diesen angeblichen Satz von Bartsch veröffentlichte. Jetzt wurde von der Presse bei Gellermann mehrmals angefragt - aber keine Reaktion.
Für mich als außenstehende Beobachterin ist das unbefriedigend. Die derzeitige Parteiführung sollte dies sehr schnell intern klären und der Öffentlichkeit verkünden, was wirklich Sache ist. Sollte versucht werden, diese Angelegenheit unter den Teppich zu kehren, dann wird die Linkspartei weiter an Stimmen verlieren. Und das wäre eigentlich schade.
Was mir bei dieser Rede von Bartsch auffiel, "Hartz IV" wurde nicht erwähnt! Früher war wenigstens der Kampfspruch "Hartz IV muss weg!" zu hören, jetzt war nichts in dieser Richtung zu hören! Auch nichts über das bedingungslose Grundeinkommen. Schade um die Partei DIE LINKE!
Da haben die Piraten das bedingungslose Grundeinkommen in ihr Parteiprogramm aufgenommen, die Linken haben sich offensichtlich davon verabschiedet. Und die immer mehr werdenden Hartz IV Bezieher werden als "überflüssig" betrachtet, obwohl bisher jede zehnte Stimme für die Linken von Arbeitslosen kam. Was bleibt dann diesen Arbeitslosen anderes übrig, als sich von den LINKEN abzuwenden und bei den nächsten Wahlen ihre Stimme den Piraten zu geben.