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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Die Angst vor Trisomie 21

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Gestern rief mich eine Frau an - ganz erfreut klang ihre Stimme. Ich erinnerte mich. Vor einigen Wochen hatte sie schon einmal angerufen, da klang sie sehr traurig. Es war auch ein sehr trauriger Anlass:

Sie war schwanger, Ärzte hatten bei ihr das Fruchwasser analysiert und Trisomie 21 festgestellt. Das bedeutet ja, dass ihr Kind das Down-Syndrom aufweist. Früher wurde das als mongoloid bezeichnet. Um ganz sicher zu sein, hatte sie noch eine weitere Untersuchung mitgemacht:

Mit Ultraschall wurde die Nackenfalte untersucht. Das Ergebnis: Trisomie 21. Also Teile des 21. Gens sind dreifach vorhanden. Daher der Name. Wir unterhielten uns lange, sie erzählte mir von ihren Elten, Großeltern, von ihrem Mann, seinen Eltern.

Beim Zuhören hatte ich Bilder und ich bekam ein Gefühl - das lässt sich nur schwer beschreiben: Ihr Kind wird gesund sein. Die Ärzte hatten ihr ja zu einer Abtreibung geraten. Und das belastete sie sehr. 

Was sollte ich ihr sagen? Nur wegen meines komischen Gefühls? Wegen meiner Bilder? Da fiel mir eine Laborzeitung ein, die ich regelmäßig erhalte. Ja, ich erinnerte mich an einen Artikel, in dem ging es um neue Diagnosemöglichkeiten: da wird eine Blutprobe analysiert. Ich suchte die Telefonnummer heraus und die Anschrift des Labors. 

Und gestern erzählte sie mir, dass sie dort angerufen hatte. Das Labor hatte eine Blutprobe von ihr untersucht - mit dem Ergebnis: Keine Trisomie 21! Also kein Down-Syndrom, kein krankes behindertes Kind! Ich freute mich für sie.

Sie wollte dann wissen, was sie mir überweisen solle. Ich sagte: "Nichts! Ich habe  Ihnen doch nur geraten, ein Labor anzurufen. Mehr nicht. Dafür kann ich doch kein Geld verlangen!"

"Aber, aber, ... Sie haben mir sehr geholfen, ich möchte Ihnen etwas schenken."

Ich versuchte ihr klarzumachen, dass ich kein Geschenk erwarte. Und ich erzählte ihr, dass ich Tiermodelle sammle, zum Beispiel von der Firma Schleich. Und da gibt es ein Walfischbaby. Damit könne sie mir eine große Freude machen.

Erfreut sagte sie, dass sie mir das schicken werde. Und sie werde mich auf dem Laufenden halten. 

Und ich freue mich schon auf das Walfischbaby ...

Erfülltes Leben mit Trisomie 21 - nano - 3sat
Veröffentlicht am 01.05.2012 von DooYooToob

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H
<br /> Glaube ich gerne. Ich will mich mit denen nun Wahrhaft nicht gleich stellen… nur denke ich daran dass ich mit einen verdrehten Bein zur Welt kam. Wäre ich nicht (endlich) mit 12 Jahren operiert<br /> wurden, hätte ich mein Bein wohl verlohren. Also die Lebensjahre davor habe ich durch aus mit einer Behinderung gelebt. Nur… habe ich in diesen Jahren auch eine andere Sicht auf die Dinge<br /> bekommen wie andere Kinder, und ich denke ich habe sehr viel gelernt dabei. Und dies will ich auf keinen Fall missen! Tatsache war das mir die Gleichaltrigen oft Albern und Kindisch vorkamen,<br /> weil es so viel wichtigere Dinge gibt in Leben… vor allen hatte ich oft den Eindruck dass sie kaum Weitblick haben. Die Priotäten sind anders… und ich hatte auch keine Probleme mit Kindern mit<br /> Down-Syndrom umzugehen.<br />
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K
<br /> <br /> Was heißt eigentlich "behindert"? Wobei? Heute werden Menschen doch nur danach beurteilt, ob und wie sie als Arbeitssklaven eingesetzt werden können?! Und ob sie innerhalb einer "Norm" liegen.<br /> Jeder Mensch, der nicht normgerecht ist, gilt als Störfaktor. <br /> <br /> <br /> Das zeigt ja auch die Diskussion um die pränatalen Diagnosen. Wenn vor der Geburt angeblich feststeht, dass das Baby behindert sein wird, dann soll es abgetrieben werden. Was ist dann der nächste<br /> Schritt? Kommen dann die Rassegesetze wieder? Kommen dann Zwangssterilisierungen wieder? Kommen dann Zuchtanstalten wie der Lebensborn wieder?<br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Dahinter steckt vermutlich der gutgemeinte Rat, die werdenden Eltern vor der Überlastung durch ein gehindertes Kind schützen zu wollen. Komischerweise wird dann auch Abtreibung von Kreisen<br /> akzeptiert und sogar probagiert, die ansonsten vollkommen dagegen sind. Somit befinden wir uns schon nahe an der Nazi-Ideologie "unwertes Leben". - Oder soll ich nur sagen "gut gemeint ist der<br /> kleine Bruder von Scheiße"?<br />
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K
<br /> <br /> Leider zeigt sich in diesem Zusammenhang, dass das neoliberale Denken mittlerweile auch Ärzte erreicht hat. Behinderte sind unproduktiv, die kosten nur, das mindert die Steuereinnahmen usw. Aber<br /> die so denken, vergessen, dass es ganze Industriezweige gibt, die von den Behinderten leben.<br /> <br /> <br /> Nur finde ich es total beschissen, wenn alles am Profit gemessen wird. Dabei können wir "Normalos" uns von "Behinderten" nicht nur eine Scheibe abschneiden!<br /> <br /> <br /> Wenn ich zurückblicke in meinen Mikrokosmos der Steppe, da gab es auch Behinderte. Aber die wurden von der Sippe miternährt. Und sie machten sich für die Sippe auch nützlich: Viele Schamanen<br /> waren körperlich behindert, sie konnten nicht selbst jagen. Aber sie entwickelten einen guten Sinn für die Vorhersage über das Wetter. Andere machten sich für die Suche und Zubereitung von<br /> Heilkräutern nützlich. Andere waren für die Geschichte der Sippe zuständig. Sie verpackten Geschehnisse in Geschichten und Lieder, die an die Kinder und Jugend weitergegeben wurden.<br /> <br /> <br /> Es gibt "Behinderte", deren Sinne manchmal extrem weiterentwickelt sind. Und die dann Dinge sehen, die uns "Normalos" verschlossen sind.<br /> <br /> <br /> Wenn ich es genau betrachte, dann waren die Nomaden, die ja von den angeblich "zivilisierten" Russen als ungebildete Wilde angesehen wurden, menschlicher als Menschen von heute, die sich ach so<br /> modern dünken.<br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Das ist ein toller Beitrag! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich auch nicht weiss, wie ich mich bei Menschen mit Trisomie 21 verhalten soll. Ein Bekannter nimmt seine so behinderte Schwester<br /> manchmal im Sommer mit in ein Gartenlokal. Sie sagt nichts, macht aber einen zufriedenen Eindruck. Ich habe sie noch nie angesprochen.<br /> <br /> <br /> Da mein Mann aufgrund eines schweren Autounfalls körperbehindert ist, andererseits aber freundlich auf Leute zugeht, erlebe ich oft, dass er gut angenommen wird. Als wir uns kennenlernten, war er<br /> auch schon behindert. Na, wo die Liebe hinfällt, kann man sich manchmal wundern.<br /> <br /> <br /> Viele Grüße, Xammi<br />
Antworten
K
<br /> <br /> Meine Erfahrung mit Menschen mit Down-Syndrom ist die, dass diese Menschen sehr offen sind, dass sie nicht dumm sind. Vielleicht denken sie anders als die Normalos. Und ich mache immer wieder die<br /> Erfahrung, dass von "behinderten" Menschen oft mehr rüber und zurückkommt, als von den sogenannten "Normalos"!<br /> <br /> <br /> Und hier wurde eine künftige Mutter in Gewissenskonflikt gebracht: Ihr Kind wird behindert sein, lassen Sie abtreiben! - Von Ärzten!<br /> <br /> <br /> Was steckt da eigentlich dahinter? Neoliberale Denkweise! Dieses Kind ist wird behindert sein, es wird nie etwas leisten, es wird den Steuerzahlern immer auf der Tasche liegen! USW. Mich<br /> persönlich kotzt ein solches Denken an!<br /> <br /> <br /> Menschen, die so neoliberal denken, haben kein Mitgefühl. Tiere schon: Ich habe einmal beobachtet, da lebten Meerschweinchen und ein Hase zusammen. Ein Meerschweinchen kränkelte, da brachte der<br /> Hase dem Meerschweinchen ein Salatblatt!<br /> <br /> <br /> <br />