Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Meine Bekannte kam heute abend vorbei und brachte mir eine DVD mir der Senduing über die Rückführung der Xenia Seeberg vorbei.
Ich fragte sie: "Und was ist deine Meinung dazu?"
"Ich weiß nicht so recht, vielleicht können wir uns die Aufnahme zusammen anschauen?" Ich nickte. Also legte ich die DVD in den Computer ein und es ging los. Da kam die Sache mit dem Dorf "Detwang". Ich klickte auf den PAUSE-Knopf. "Also, das kommt mir seltsam vor: Der Name des Dorfes beginnt mit D ... Zur damaligen Zeit konnten nur ganz wenige Menschen schreiben, da ist so ein Satz schon sehr ungewöhnlich."
"Jetzt, wo du es sagst, ja, du hast recht!"
"Und den Namen der Stadt Rothenburg, an den konnte sie sich sofort vollständig erinnern. Wenn sie in dem kleinen Dorf Detwang gelebt hat, dann müsste ihr dieser Name sofort einfallen. Nur schreiben konnte sie ihn bestimmt nicht."
"Glaubst du an Rückführungen? Hat es das auch in der Mongolei gegeben?"
"Ich hatte ja mehrere Lehrer. Bei den buddhistischen Mönchen da gab es welche, die schauten die Menschen nur an und schon wussten sie über deren früheren Leben Bescheid, die konnten darin lesen wie in einem Buch. Obwohl, die meisten Buddhisten wollten von Rückführungen nichts wissen: Das gelebte Leben ist vorbei, daran kannst du nichts mehr ändern. Wichtig ist das Leben, das du gerade lebst! Aber schauen wir doch weiter."
Wir sahen dann die Hexenverbrennung an: "Komisch, Rothenburg war doch eine lutherische Reichsstadt, die waren doch eher gegen Hexenverbrennungen!"
"Und die vom Museumsleiter genannten Jahreszahlen passten alle nicht. Das kommt mir seltsam vor."
"Glaubst du an frühere Leben?"
"Natürlich, ich kann dir sogar selbst erlebte Beispiele nennen."
"Mach mal!"
"Du weißt ja, dass der Vorgänger meines Lipizzaners ein kleiner weißer Schimmel war. Ich nannte ihn Dackel. Wenn ich mit ihm ausritt, da ritten wir oft an einem Garten vorbei, der gehörte einem älteren freundlichen Herrn. Er legte immer für Dackel Äpfel am Zaun entlang aus. Dackel wusste das und schnabulierte die Äpfel. Eines Tages starb Dackel und ich suchte nach einem Nachfolger. Das war dann Tiger, der Lipizzaner. Als ich mit ihm in der Gegend mit dem Garten unterwegs war, da brummelte er und er zog schnurstracks zu dem Garten mit den Äpfeln. Also, woher hat Tiger das mit den Äpfeln gewusst? Wenn nicht von Dackel."
"Das ist ja unglaublich!"
"Ja, und später ritt ich über Land und traf auf Zigeuner. Sie bewunderten Tiger und fragten, ob Tiger ihre Stuten decken könne. Ich hatte nichts dagegen. Da holten sie einen alten Zigeuner, er sah sich Tiger genau an und warnte seine Sippe: 'Nein, dieses Pferd ist sehr gefährlich!'
"Ich protestierte, nein, ich könne mich auf Tiger immer verlassen. Der alte Zigeuner: 'Ja, ihr beide könnt euch schon lange!' Ich: 'Ich habe ihn doch erst ein paar Jahre.' Der Zigeuner: 'Ihr kennt euch schon viel länger, das erste Mal lebtest du weit im Osten ...' Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, stimmt, mein erstes eigenes Pony war Wolke ..."
"Über Wolke hast du ja in deinem Buch geschrieben!"
Mir wollten schon Tränen der Erinnerung kommen, da versuchte ich abzulenken: "Noch etwas kommt mir seltsam vor: Das Blutbuch ist auf weißem Papier geschrieben, wenn es so alt ist, müsste es eigentlich gelbe Flecken haben ..."
"Stimmt! Ob das jemand erklären kann?"
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