Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Sehr geehrter Herr Mangold,
ich wende mich an Sie, den stellvertretenden Ressortleiter des ZEIT-Feuilletons und des Moderators der ZDF-Literatursendung "Die Vorleser".
Heute habe ich im Feuilleton der ZEIT Nr. 7 Ihren Artikel "Unecht wahr" gelesen. Da schreiben Sie:
"Alle reden über Axolotl Roadkill."
Das hätten Sie wohl gern. Wenn in meinem Bekanntenkreis jemand diesen "Roman" anspricht, dann heißt es gleich: "Ach ja, die Abschreiberin ..." Schon in der Schule haben wir alle gelernt: Wer abschreibt, bekommt einen Sechser. Und wer auf der Universität für eine Arbeit sich mit fremden Federn schmückt und es kommt raus, dann hat er diese Arbeit umsonst geschrieben. Deshalb setzen ja immer mehr Universitäten spezielle Software ein, um Abschreiber zu entlarven.
Da frage ich mich, wieso setzen zumindest die großen Verlage nicht auch diese Programme ein?! Sie schreiben auch:
"Es gibt nichts zu deuteln, Hegemann hat beherzt Gebrauch gemacht, von einem Text, der, wie ihr Buch, im Berliner Nachleben an den Grenzen der Gesundheit spielt."
Nun, wir wissen aus dem Text des beklauten Autors, dass es sich um den Szenenort "Berghain" handelt. Nur, da gibt es ganz strenge Eintrittsregeln, eine Sechzehnjärige wird da nie reingelassen. Woher hat also Hegemann ihre Insiderkenntnisse dieser Szene? Hegemann hat auch gelogen, als sie sagte, sie kenne das Buch "Strobo" nicht. Die Badische Zeitung hat herausgefunden, dass Helenes Vater Carl Hegemann eben dieses Buch bei Amazon im August 2009 bestellt hat. Sie schreiben ferner:
"... hätte natürlich auf ihre Quellen verweisen müssen."
Und was ist mit dem Einverständnis des Autors und seines Verlages zur Veröffentlichung? Hier zeigt sich doch die Arroganz eines Verlages wie Ullstein: Mit so einem popeiligen Verlag unterhalten wir uns doch nicht ... Und Sie schreiben weiter:
"Der Ullstein Verlag wird sich jetzt entsprechend um eine Klärung der Urheberrechte bemühen."
Was soll das wieder heißen? Bei wem liegen wohl die Urheberrechte? Was gibt es da zu klären? Ullstein kann froh sein, wenn er nicht vom beklauten Autor verklagt wird?
Dieser ganze Vorfall ist als GAU für Verlag und Autorin anzusehen, da nützt es überhaupt nichts, wenn ein solches Verhalten schön geredet werden soll. Es ist nicht nur peinlich, wie Verlag und Autorin versuchen, sich herauszureden, sondern angesichts der vielen Marketingmaßnahmen, die ja gewiss nicht wenig Geld gekostet haben, soll noch gerettet werden, was zu retten ist. Besser wäre es für alle Beteiligten, dies als Warnung zu verstehen, dass so keine Literatur produziert werden sollte. Wer es dennoch versucht, fällt eben auf die Schnauze.
Mit freundlichen Grüßen
Kiat Gorina