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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Ein schöner Gruß

Heute erhielt ich eine ganz liebe Mail: Eine Leserin schickte mir ein Foto von sich, wie sie stolz mein resp. ihr Buch in ihren Händen hält.

Also, das hat mich schon berührt. Und sie schrieb mir, dass ihr mein Stil gefällt. Das gefällt mir natürlich auch. Nun ja, ich habe mir die Geschichterzähler in den Basars, die Basari, als Vorbild genommen. Die konnten wirklich spannend erzählen.

Und sie hatten einen Trick: Wenn einer anfing zu nörgeln, dann sagten sie lächelnd zu diesem Typen: "Wenn Du willst, kannst Du gerne die Geschichte weiter erzählen ..."

Der Angesprochene war dann meist überrascht und fing vielleicht stotternd an, die anderen Zuhörer begannen zu lachen. Spätestens dann sagte er: "Ich glaube, es ist besser, Du erzählst weiter."

Auch Schamanen hatten so ihre Tricks. In einer Sippe gab es ja immer mal Zweifler und Stänkerer. Da hatten sie dann einige Tricks parat, mit denen sie solchen "Kritikern" den Mund stopfen konnten. Aber solche Tricks brauchten eigentlich nur die schwachen Schamanen. In meinem Buch habe ich ja auch darüber geschrieben, beim Treck durch die Magnetberge.
(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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N
<br /> Hallo Kiat,<br /> <br /> Ich lese Deinen Blog stets mit grossem Interesse.<br /> <br /> Verzeih mir die neugierige Frage:<br /> Was waren das für Tricks mit denen die Schamanen den Zweifler den Mund stopften?<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Lieber Niko,<br /> <br /> das freut mich, dass dir mein Blog gefällt!<br /> <br /> Manche Schamanen hatten einige Taschenspielertricks auf Lager. In meinem Buch habe ich einige genannt, z. B. Tücher schweben lassen oder eine Schau abziehen, da wurde Magnesium<br /> verwendet.  Ist nicht ganz ungefährlich, zur Nachahmung ungeeignet. Mehr verrate ich nicht <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Der Grund für die Zweifel und das Gestänkere waren bestimmt nicht aufrichtige Zweifel und Kritik,sondern Neid:<br /> <br /> Sowohl auf einen guten Erzähler wie auf einen fähigen Schamanen.<br /> Dazu kommt,daß Vielen Dinge unheimlich sind,die ihr begrenzer Verstand nicht erklären kann:<br /> <br /> Da ist es leichter,den anderen der Lächerlichkeit preiszugeben,anstatt einfach nachzufragen und damit zuzugeben,daß man etwas nicht weiß oder versteht.<br /> <br /> Sich da eine Strategie zuzulegen,wie man solche Leute zum Schweigen bringt,ist in dem Fall die beste Lösung.<br /> <br /> Ach noch was:meine Mutter berichtete mir gerade,daß Dein Buch im TV gezeigt wurde im Zusammenhang mit dem Thema Mongolei bzw daß die jungen Leute in der Mongolei leider nichts mehr vom Wissen und<br /> Leben ihrer Ahnen wissen wollen,stattdessen lieber in die Städte abwandern.<br /> <br /> Sie meinten,es wäre wichtig,daß das alte Wissen aufgeschrieben und weitergegeben wird und in dem Zusammenhang wurde auch das Buch einer gewissen Kiat Gorina,die von der eigenen Sippe nicht<br /> akzeptiert wurde genannt.<br /> <br /> Darauf meine Mutter:Ist das "Deine" Kiat? :-)<br /> <br /> Liebe Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> ja Neid ist oft der Grund für Streitigkeiten. Seitdem mein Buch erschienen ist, reagieren so manche "seltsam" mir gegenüber. Manche sind plötzlich richtig gehässig zu mir, Leute, denen ich<br /> früher geholfen habe. Nun, das stimmt mich traurig, aber ich weiß ja, wie Menschen sind.<br /> <br />  Oh, das mit der TV-Sendung, das ist ja hochinteressant! Wie Du weißt, habe ich keinen Fernseher. Kannst Du deine Mutter bitte fragen, welche Sendung in welchem Sender das war?<br /> <br /> Ja, das stimmt. Durch die Abwanderung in die Städte ging viel "biologisch" gespeichertes Wissen verloren. Und so manches Wissen kannst Du nicht unbedingt aufschreiben, das wurde früher von Mensch<br /> zu Mensch weitergereicht.<br /> <br /> Was hierzulande nicht so bekannt ist, ist dies: Als die Not in den Städten sehr groß war, beschlossen Stadtmenschen wieder in die Steppe zu ziehen. Im kurzen Sommer funktionierte das noch,<br /> aber im strengen Winter erkrankten Vieh und Menschen oder sie verhungerten. <br /> <br /> Traurige Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />