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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Elohim? Was ist das?

Heute abends kam eine Bekannte vorbei, sie hatte Unterlagen für einen Workshop am Wochenende mitgebracht, da ging es um die "Gnade des ELOHIM".

"Das Wort Elohim kenne ich aus dem Gesangbuch, da kommt Elohim Zebaoth vor. Also ist das wohl auch für Christen wie mich. Was meinst du?"

"Stimmt, das dritte Wort in der hebräischen Bibel ist ELOHIM. Dabei ist das ein Kunstwort, das es im Hebräischen so nicht geben kann."

"Was soll das heißen? Ein Kunstwort? Was meinst du damit?"

"Also, wenn ein hebräisches Wort mit der Endung -im aufhört, dann bedeutet das die Mehrzahl und zwar von etwas Männlichem. Die Einzahl ist ELOAH. Aber die Endung -ah bedeutet etwas Weibliches. ELOAH muss als Göttin übersetzt werden. Und die Mehrzahl ELOHIM bedeutet dann Götter. Damit haben die alten Rabbinen etwas ausgedrückt, was sich nur schwer ausdrücken lässt: GOTT ist sowohl männlich als auch weiblich und GOTT gibt es sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl."

"Aber in der deutschen Übersetzung steht immer HERR?!"

"Ja, da machen es sich die Übersetzer sehr einfach. Der Grund ist folgender: Wenn ein Jude die Bibel liest und er kommt auf das Wort für GOTT, z. B. JHVH oder ELOHIM, dann spricht er das Wort für GOTT nicht aus, er macht eine Pause oder ersetzt es durch ADONAI. Das lässt sich mit HERR übersetzen. Und so kommt es, dass in der deutschen Bibel GOTT immer HERR heißt."

"Das ist hochinteressant! Da sind ja in der jüdischen Bibel die Frauen fast gleichberechtigt!"

"Nicht nur fast! Die Frauen sind gleichberechtigt. Im Neuen Testament dagegen wurde sogar mal ein Name verhunzt und aus einer weiblichen Gemeindevorsteherin ein Mann gemacht."

"Echt? Wo steht das?"

"Bei Paulus. Da besuchte er eine neue griechische Gemeinde, der Vorsteher hieß angeblich Junias. Aber diesen Namen gab es gar nicht zu dieser Zeit. Ursprünglich war es eine Vorsteherin, die hieß Junia. Aber die Männer wollten nicht, dass es eine weibliche Vorsteherin gibt und haben schnell ein S angehängt."

"Wieso kennst du dich damit so gut aus?"

"Nun, ich hatte in der Steppe und später sehr gute Lehrer. Ich wurde ja einige Jahre von Mönchen unterrichtet. Die konnte ich alles fragen. Wenn du mein Buch gelesen hast, dann weißt du Bescheid. Und ich interessiere mich auch heute noch für die verschiedenen Religionen."

"Ob das unser Pfarrer auch weiß?"

"Frage ihn doch mal in seinem Bibelkreis."

Sie zögerte. "Da geh ich nicht mehr hin. Da gibt es ein paar, die ziehen über dich her. Und das ist mir zu blöd."

"Ach so, der Veto-Dekan hat wieder zugeschlagen ..."
  
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L
<br /> das wusste ich gar nicht. das hätte ich der jüdischen religion nicht zugetraut, dass sie für gleichberechtigung ist.<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Leila,<br /> <br /> ja, die jüdische Religion ist ja schon ein bisschen älter als Christentum und Islam. Diese beiden müssen es halt noch lernen <br /> <br /> <br />