Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
In der ZEIT Nr. 28 steht auf S. 54 ein Artikel "Hinters Licht geführt". Ich finde ihn lesenswert.
Vor allem, weil er die "Preise" resp. die Gewinne von exoterischen Firmen nennt. Nehmen wir "Kryon", ein Franchise-Unternehmen, da lesen wir:
"Die Frau, die als Kryon von der Meditations-CD spricht, hat aus der bayerischen Provinz heraus ein kleines Franchise-Imperium aufgebaut: Neben CDs vertreibt sie auch Lichtnahrungsessenzen (je 30 Euro), diverse Aurasprays (25 Euro), Verjüngungscremes (99,90 Euro) sowie Kurse, in denen spirituell Talentierte die 'Berufe der neuen Zeit' erlernen können (zwischen 330 und 460 Euro). Die Unternehmerin ist nicht allein. Inzwischen behauptet eine ganze Reihe übersinnlich begabter Personen, Kryon 'chenneln' zu können, also direkt mit ihm in Kontakt zu stehen. Und die Lehrwerke des amerikanischen Schriftstellers Lee Carrol, bei dem sich Kryon vor gut 20 Jahren zum ersten Mal gemeldet haben soll, füllen im Buchhandel Regale."
Oder nehmen wir Questico: Diese Berliner Firma machte im letzten Jahr über drei Millionen Euro Gewinn, mit 2.500 freien Mitarbeitern, nur mit Astroshows und Telefonberatung.
Tja, Telefonberatung und Eso-Lines. Immer wieder erhalte ich "Angebote", das "Geschäftsmodell" läuft wie folgt ab: Die Firma hat mehrere Nummern zum Anrufen, da zahlt der Anrufer zum Beispiel 1,80 € pro Minute. Davon erhielte ich dann 0,60 €. Dann rechnen die dann vor, dass das einen Stundelohn von 36 € macht, vorausgesetzt, ich habe jemand 60 Minuten, also eine Stunde an der Strippe.
Ich kenne Leute, die sich auf so etwas eingelassen haben. Das war ein Griff ins Klo: Erstens, mussten sie die vereinbarte Zeit immer anrufbereit sein, oft stundenlang. Und wenn es heißt "Warum ruft kein Schwein an?", sitzen dann die Leutchen umsonst rum und warten. Und zweitens ist dann die Verführung groß, as Gespräch in die Länge zu ziehen, damit der Euro rollt.
"Aber manche verlangen doch nur 0,50 € pro Anruf?" werden manche einwenden. Tja, Leute, da müsst ihr richtig lesen: pro Anruf, nicht Gespräch. Ein Anruf ist auch, wenn sich eine Blechstimme meldet und dir sagt, dass alle Leitungen besetzt sind. Und ihr habt vielleicht schon die betrübten Gestalten im Fernsehen gesehen, die auf Anrufe warten und den Zusehern noch sagen müssen, dass der "Zufallsgenerator" die Gespräche auswählt. Von einem, der da mal mitgemacht hat, habe ich erfahren, dass das mit dem Zufallsgenerator Quatsch ist. Ein Anrufer kommt halt durch, wenn vorher viele angerufen haben, die dann abgewiesen wurden. Und wenn sehr wenig anrufen, dann kommt halt keiner durch ...
Zu diesem Thema habe ich ein Video gefunden: