Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Nein, hier werden keine Eulen nach Athen, oder besser zur Postbank getragen. Aber ich hatte etwas bei eben jener Postbank zu erledigen, ich wollte nämlich ein Formular haben. Arglos marschierte ich hinein - und wurde prompt von einer Mitarbeiterin derselben aufgehalten.
Das heißt, sie versuchte es. Die Gute plusterte sich zur doppelten Breite auf, und schnarrte los: „Haben Sie überhaupt einen Termin? Wenn Sie keinen Termin haben, dann ...“ „Was, dann?“, fragte ich freundlich und schob mich an ihr vorbei hinter eine der neckischen Trennwände, wo ihr Schreibtisch stand.
„Dann bekomme ich kein XY-Formular? Soll ich allen Ernstes einen Termin vereinbaren, nur damit Sie mir dann ein Blatt Papier in die Hand drücken? Tststs...“, flötete ich. O wundersame Veränderung der Postdame.
Statt der breit aufgeplusterten Dame peilte mich eine Art strichdünnes Ausrufezeichen über die Schulter an. Aber ich bekam mein Formular, anstandslos.
Hinterher überlegte ich. Irgendwie kam mir die Sache so eigentümlich bekannt vor.
Ich prustete los. Na klar, das schöne Eulen-Video. Macht euch selbst ein Bild: