Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Gestern am Mittwoch soll Facebook ausgefallen sein. Mir ist das gar nicht aufgefallen. Ich bin ja kaum noch drin. Und wenn, dann automatisch, wenn overblog eine Meldung absetzt, dass ich einen Artikel veröffentlicht habe.
FOCUS ONLINE hat auch gleich eine Umfrage gestartet und gefragt: "Haben Sie Facebook während des Ausfalls vermisst?" Darauf antworteten: Immerhin 7,8 % gaben zu: "Ja, ich wusste gar nichts mit mir anzufangen".
Und 5,7 % "Geht so." Und ebenfalls 5,7 % erkannten: "Nein, so hatte ich mehr Zeit für das reale Leben." Ja, und 80,8 % stellten fest: "Nein, überhaupt nicht, mein Leben ist nicht von Facebook bestimmt."
Quelle: FOCUS ONLINE Facebook-Ausfall löst bei Mitgliedern Witzewelle aus
Wenn ich das so ansehe, dann wusste jeder 13-te Bürger, jede 13-te Bürgerin nichts mit sich anzufangen, nur weil Facebook nicht funktioniert! Ist das nicht erschreckend? Sind diese Menschen schon so dressiert, dass sie die Krise bekommen, weil Facebook nicht läuft?
Positiv überrascht bin ich, dass von fünf Nutzern immerhin vier keine Probleme mit dem Facebook-Ausfall hatten. Also kann Facebook durchaus länger ausfallen. Vielleicht mal ein paar Tage oder gar Wochen! Hier zeigt sich doch, wie überflüsig ein solch "soziales" Netz eigentlich ist.
So ein Ausfall hat auch Vorteile: Da erkennen Menschen, dass das direkte Gespräch mit anderen Menschen doch viel mehr bringt, als das sich gegenseitige Zuschieben von Meldungen.
Und dann geisterte ein Meldung rund um den Globus: Angeblich sei die Produktivität in den Betrieb um 90 % gestiegen. Das zweifle ich an. Erstens, gibt es immer mehr Betriebe, die ihren Mitarbeitern strikt untersagen, vom Arbeitsplatz aus Facebook aufzurufen. Wer sich trotzdem während der Arbeit in Facebook rumtreibt, riskiert seinen Arbeitsplatz.
Und Nachrichten über Facebook zu versenden, das verbieten immer mehr Firmen. Grund: Die mangelnde Datensicherheit bei Facebook. Und jetzt ist ja jeder Facebook-Furz auf immer und ewig in der Timeline archiviert.
Da kann dann jeder sehen, dass die Buchhalterin Eulalia Sengespeck die neuesten Umsatzzahlen ermittelt und die vorgegebenen Werte nicht erreicht wurden.
Was bringt dann Facebook für die Werbeindustrie? Wenn 80 % nicht erfasst werden? Wozu dann der immense Aufwand?
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass mit Facebook wieder einmal Potemkinsche Dörfer aufgestellt werden. Und Firmen, die Werbekampagnen auf der Basis der Facebook-Daten durchziehen, werden böse auf die Schnauze fallen.
Aber leider erst dann, wenn diese Firmen schon längst das Zeitliche gesegnet haben.