Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Heute hatte ich einen Termin. Ich betrat den Empfangsbereich und schmetterte mein freundliches Guten Morgen.
Vielleicht war ich eine Kleinigkeit zu laut und die Milch im Kaffee gerann oder was weiß ich. Jedenfall geruhte ein bebrilltes und geblondetes Wesen über den Tresen zu blicken zu fragen: "Was wünschen Sie?" Jedes Wort einzeln gepresst.
"Mein Name ist Kiat Gorina und ich habe einen Termin bei ..."
"Sooo ?" Mit vielen "Ohs"! Sie ergriff den Hörer und sprach, so dass ich es laut verstehen konnte. Vielleicht sollte ich es verstehen: "Da ist jemand, eine Kiki Gogori, sie gibt vor, einen Termin zu haben." Ich hörte leise, aber für mich verständlich: "Frau Gorina? Begleiten Sie die Dame nach oben!"
Die Tante hinter dem Tresen schaltete ihren Befehlston: "Setzen! Da!" und zeigte auf den entferntesten Stuhl in einer Reihe leerer Stühle. Ich: "Wo ich mich setze, das entscheide ich selbst. Und außerdem sollen Sie mich nach oben begleiten. Aber ich kenne den Weg." Also marschierte ich an der Tresentante vorbei.
Ich frage mich, was so ein Gezicke soll? Ich kannte bis dato diese Tante nicht, habe sie auch nicht beleidigt, also was treibt diese Tante zu einem solch unhöflichen Verhalten? Nachdem mir ein solches Verhalten in letzter Zeit öfters auffällt, frage ich mich, ob das beginnende Auswüchse von Fremdenfeindlichkeit sind? Schließlich nenne ich einen fremd klingenden Namen ...
Oder liegt es an etwas anderem. Eine Freundin hat mich darauf gebracht: "Kiat, du bist zwar keine Schönheit, aber du wirkst!" Ist es vielleicht das, was so manche Frauen auf die Palme bringt?"
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