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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Geschäfte mit Sandwich?

Letzte Woche rief mich eine alte Bekannte an, sie wollte sich selbständig machen. Ein Franchise-Unternehmen hatte ihr ein scheinbar gutes Angebot gemacht.

Ich war skeptisch, da mir andere erzählt haben, dass die Hürden, da einzusteigen, normalerweise recht hoch sind. Also machten wir aus, dass sie mich am Samstag abends besucht. "Und bring auch deinen Mann mit!"

Und dann kamen sie, und erzählten von dem Angebot. Da wäre in einer Stadt eine Filiale frei. "Da könnten wir günstig einsteigen."

Mein Bär kam auch dazu und hörte mit. Er wollte wissen: "Wie hoch muss euer Startkapital sei und wieviel Eigenkapital braucht ihr?"

"Der Agent hat gesagt, dass 150.000 EUR reichen und 30 Prozent Eigenkapital."

"Und? Habt ihr 45.000 EUR Eigenkapital?"

"Wenn wir alles zusammenkratzen, dann gerade so."

"Und welche Branche ist das?"

"Wir können das Sandwiches verkaufen. Das soll hochprofitabel sein! 100.000 EUR Gewinn pro Jahr."

"Ist das etwa Subway?"

"Woher wießt du das?"

"Naja, diese Zahlen kamen mit bekannt vor. Da steht in der aktuellen ZEIT ein Artikel drin. Und da steht auch drin, dass viele Konkurs anmelden mussten. Subway scheint die Franchise-Nehmer ziemlich auszunutzen. Wartet, ich hole den Artikel."

Verdattert saßen die beiden da. Da kam mein Bär mit dem Artikel. "Also, dass ihr dann alles von Subway-Lieferanten einkaufen müsst, die sind natürlich teurer als der Discounter nebenan. Hier steht etwas von 40 % vom Umsatz."

"Der Agent hat erzählt, dass das nur 30 % sind."

"Naja, in dem Artikel steht es anders. Und dann kommen noch 12,5 % Franchise-Gebühren dazu. Dann kommen noch Personalkosten dazu. Und ihr müsst die Ladeneinrichtung kaufen, das kostet mindestes 100.000 EUR. Hier ihr könnt selbst nachlesen."

DIe beiden lasen. Es dauerte eine Zeit. "Da steht ja auch, dass der deutsche Franchise-Verband Subway rausgeschmissen hat. Das gibt schon zu denken!"

"Und außerdem, ihr habt doch keinerlei Erfahrung in der Gastronomie?!"

"Ach, das hätten wir schon gelernt, wir sind doch nicht blöd. Und die haben uns eine Schulung versprochen."

"Ja, eine Standardschulung von zwei Wochen, lest das noch einmal durch. Also, ich denke, ihr werdet damit nicht glücklich."

"Ja, aber was sollen wir denn machen? Mein Männe ist jetzt wegen Quelle arbeitslos geworden. In seinem Alter findet er nichts mehr."

"Also, ich würde an eurer Stelle dieses Risiko nicht eingehen. Es wird schon seine Gründe haben, dass 40 % der Franchise-Nehmer von Subway unzufrieden sind."

Mit hängenden Köpfen verließen sie mich. Den Artikel nahmen sie mit. Heute rief die Frau an, sie hatten sich mit dem Agenten getroffen und ihm den ZEIT-Artikel vorgelesen und zur Rede gestellt. Der Typ wurde pampig, so dass der Mann ihn hochkant rausgeschmissen hat.

Prima, ein potentielles Subway-Opfer weniger!
 
(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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F
<br /> ^^<br /> <br /> <br />
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F
<br /> Also wenn ich mir mal was von Subway gönne, dann lass ich was extra da, für die armen geschröpften Seelen.<br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Liebe Flora, das ist eine liebe Idee von dir. Die können es gewiss brauchen! Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />
S
<br /> Der Artikel aus der Zeit stand auch im Spiegel. Franchise-Verträge nutzen oft nur dem Vertragsgeber, nicht dem Nehmer.<br /> Und Subway ist vom Produkt her auch nicht besser, als die großen 'M's.<br /> Wenn man eh schon soviel Eigenkapital hat, könnte man sich auch mit einem eigenen Konzept an die Selbstständigkeit wagen. Das Risiko ist ja immer das Gleiche.<br /> Ich glaube, dass mancher Kioskbesitzer da besser dran ist. Auf jeden Fall hat er mehr Spaß und muss sich nicht rechtfertigen, wenn die Geschäfte mal nicht so gut laufen.<br /> LG<br /> Sabine<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Sabine,<br /> <br /> ich denke, Subway ist eher noch schlechter als die anderen, Wenn jemand aus dem Franchise-Verband in Berlin rausfliegt und in der "neuen Charta der Systemgastronomie" fehlt, das<br /> spricht doch Bände.<br /> <br /> Das denke ich auch, wenn jemand über soviel EIgenkapital verfügt, dann braucht er/sie kein Franchising. Da bist du jedenfalls frei in der Wahl der Lieferanten, musst nicht überteuerte<br /> Ladeneinrichtungen und sonstige fragwürdige Dienstleistungen kaufen. Und bist auch sonst eine frei entscheidende Unternehmerin. Und wenn es schief geht, dann erhältst du von subway et al.<br /> noch einen Tritt in den Hintern.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />