Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Da schreibt eine Minderjährige in ihrem Blog über ihr neues Handy. Nun, das ist nichts Besonderes. Aber dieses Mädchen muss sich entschuldigen, dass sie nur ein billiges Handy bekommen hat - eben ein Billigteil.
Ich finde es schon seltsam, wieso sich jemand für ein Billigteil entschuldigen muss. Wenn einer Käuferin die Funktionen eines billigen Handys ausreichen, dann ist doch die Welt in Ordnung. Nein, ist sie nicht! Da könnten doch andere VerbraucherInnen auf die Idee kommen: Warum soviel Geld für ein Edelhandy ausgeben, die meisten Funktionen brauche ich doch nicht!
Also denkt sich diese junge Dame eine entschuldigende Erklärung für ihre Kaufentscheidung aus. Und was für eine! "Ich brauche immer wieder neue Handys, weil ich die an die Wand werfe, wenn ich ausflippe!"
Also, ich kann wieder mal nur meinen Kopf schütteln. Denken solche junge Menschen nicht an die Folgen solcher öffentlich verbreiteten Aussagen? Nehmen wir mal an, diese junge Dame bewirbt sich - natürlich mit Foto! Und irgendjemand im Personalbüro - zum Beispiel eine Auszubildende - erkennt diese Blogschreiberin mit ihrem Ausflippgeständnis. Sie steckt das ihrem Chef. Der schaut in ihrem Blog nach und sortiert sie aus: "Nee, eine die ausflippt und mit Sachen um sich schmeißt, die brauchen wir nicht!" und sagt zur Auszubildenden: "Schicken Sie ihre Bewerbung zu unserer Entlastung zurück - mit der Standardantwort."
Die Blogschreiberin wundert sich und ist empört, dass sie eine Absage erhalten hat. Dabei hatte sie sich vor dem Fototermin besonders bunt geschminkt! Sie wird wütend. Und was macht sie? Ja, sie braucht wieder ein Billighandy. Die ideale Verbraucherin - solche Menschen lieben die Produzenten.
Wer weiß? Vielleicht hat da ein EU-Kommissar eine neue Idee, um die EU-Wirtschaft anzukurbeln? Wie wäre es mit einer EU-Verordnung, dass jeder EU-Bürger und jede -Bürgerin mindestens einmal im Monat ein Handy an die Wand schmeißen muss. Aber die Reste müssen dann die VerbraucherInnen in die Wertstoffhöfe tragen - sonst ist das ja nicht ökologisch!
Ach, das wäre ja auch eine Idee für eine Folge der unzähligen Seifenopern, die täglich über die Schirme flimmern. Aber das ist meine Idee - also schnell einen Copyright-Vermerk
Ach ja - gerüchteweise wurde mir berichtet, dass die Schotten ihr Nationalgericht Haggis - gefüllter Schafsmagen - selber essen und nicht mehr bei den Hochlandspielen einsetzen: Sieger ist, wer einen gefroreren Haggis am weitesten werfen kann. Eingeschworene Schotten sind gegen diese Verschwendung. Sie werfen jetzt mit Handys - vorzugsweise mit englischen!
Auch das Werfen mit Baumstämmen ist nicht ungefährlich. Da schon schwere Unfälle passierten, werden künftig die Baumstämme durch Handys ersetzt - da nicken die EU-Kommissare hoch erfreut: Das ist ökologisch!