Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Anfangs hieß es in Bayern: Dioxin, das haben wir nicht, das gibt es nicht - nicht bei uns! So schallte es aus dem Landesamt in Erlangen. Sein Leiter, Andreas Zapf, verkündete dies.
In anderen Bundesländern wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind die Bereiche Verbraucherschutz, Lebensmittelkontrolle und Landwirtschaft in einem einzigen Ministerium konzentriert, dagegen machen das die Bayern ganz anders:
Für die Lebensmittelkontrolle ist das Gesundheitsminsterium zuständig, für den Verbraucherschutz das Justizministerium. Und für die Landwirtschaft? Ja, die liegt doch im Brunnen, nein, Landwirtschaft liegt beim Brunner, Helmut. Er ist Chef vom Elfen-, nein vom ELF-Ministerium, das steht für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Aber mit Verbraucherschutz hat der Brunner nichts zu tun. Ist schon komisch. Damit darf er sich auch nicht befassen, das darf nur die Frau Dr. Beate Merk, Chefin des Justizministerium. Das wiederum ist zuständig für Gerichte. Ach ja, jetzt verstehe ich diese Aufteilung: Wenn Gerichte für Verbraucher Dioxin enthalten und deshalb ungenießbar und gar giftig sind, dann treten die Gerichte in Aktion. Ja, das ist die Bayerische Logik. Da kommen die anderen Bundesländer nicht mit.
Ja, und was macht das Gesundheitsministerium und dessen Chef, der Dr. Markus Söder? Ist doch klar! Die kümmern sich um die Gesundheit der Bayern. Und um die Umwelt. Und um das Wasser. Und wenn da Probleme mit Dioxin auftauchen, dann waschen wir unsere Hände in Unschuld, aber dazu brauchen wir Wasser. Also ist diese Dreiteilung der Verantwortung in Sachen Dioxin doch nur logisch, ja dreifaltig.
Die Kirche hat ja auch ihre Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist! Personalisiert durch Gott Vater, Gottes Sohn, vertreten durch seine Mutter Maria und den Heiligen Geist, der an Pfingsten als Taube in Erscheinung tritt. Also diese Dreifaltigkeit lässt sich jetzt direkt den Ministern zuordnen: Vater Markus, Mutter Beate und Taube Helmut. Ja, jetzt ist diese Zuständigkeit für Dioxin auch kirchlich abgesegnet.
Und so eine Aufteilung der Zuständigkeiten hat doch ihre Vorteile. Wie sagt der Volksmund: "Viele Köche verderben den Brei!" Je mehr Leute zuständig sind, umso länger dauern Entscheidungen. Zum Beispiel die Entscheidung darüber, ob die Verbraucher über Dioxin in Bayern informiert werden (sollen)?
Die Grünen schimpfen über den Zapf, Andreas, Chef vom LGL, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, weil er die Öffentlichkeit nicht richtig informiert. Aber liebe Grüne, das kann er doch nicht, da muss doch erst die Dreifaltigkeit entscheiden ...
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