Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
So ein Stress aber auch! Die Verantwortlichen für das Monsterprojekt S21 sind wirklich nicht zu beneiden: Haben sie doch angesichts der vielen, vielen Demonstranten und der kommenden Landtagswahl einem Stresstest zugestimmt.
Nun, die Landtagswahl hat Schwarz-Gelb verloren, jetzt regiert Grün-Rot. Und die Ergebnisse dieses Stresstests sollten veröffentlicht werden. Aber da hat ein Bericht des SPIEGEL und der Stuttgarter Zeitung wie ein heftiger Hagelschauer gewirkt:
Die Bahn hat offensichtlich ab 2003 die Kosten für diesen Monsterbahnhof heruntergerechnet. Andererseits hat die Bahn sich selbst ein Limit gesetzt: 4,5 Milliarden Euronen, das dürfe der Monsterbahnhof höchstens kosten! Keinen Cent mehr!
Ja, und nun stellt sich heraus, dass die Bahn die Öffentlichkeit belogen hat: Da wurden schon Ende 2002 ganze 700 Millionen weniger Euronen angegeben als berechnet. Und im März 2005 verschwieg die Bahn immerhin 1,3 Milliarden Mehrkosten. Wie glaubwürdig sind dann die Kostenberechnungen dieser Bahn?
Ja, und wenn die Bahn nicht einmal die Kosten richtig berechnen kann, wie soll eine solche Bahn in der Lage sein, eine Simulation korrekt durchzuführen, um zu beweisen, dass der Monsterbahnhof mit nur acht Gleisen um 30 % effektiver ist als der bestehende Kopfbahnhof mit 16 Gleisen. Klar, so etwas lässt sich einfach simulieren. Nur, ob dann die "errechneten" Ergebnisse mit der Wirklichkeit übereinstimmen, da bestehen doch starke Zweifel!
Also wird jetzt den Schweizern, die die Ergebnisse der Bahn überprüfen sollen, mehr Zeit eingeräumt. Die Frage allerdings, wer für die unabsehbaren Mehrkosten aufkommt, bleibt unabhängig vom Ergebnis des Stresstests offen. Dann beginnt der Stress erst wirklich: Bei der Antwort auf die Frage "Wer soll das bezahlen?"