Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Unlängst traf ich einen alten Malermeister - ein humorvoller Typ. Wir unterhielten uns über das Ansbacher Schloss und darüber, dass es seit Jahren verhängt ist. Wieso das? Ja, seit Jahren wird versucht, diesem Schloss einen neuen Anstrich zu verpassen.
Das kann ja nicht so schwer sein! Ist es anscheinend doch! Da wurden Millionen von Euronen verpulvert - der neue Anstrich war an einer Seite angebracht, die Planen und das Gerüst wurden abgebaut und dann? Ja, am Tag als der Regen kam ...
Da wurde die frisch angebrachte Farbe abgespült - einfach so! Die bayerische Schlösserverwaltung war ratlos. Also wurden wieder erneut Gerüste aufgebaut und erneut eine Farbe gesucht, die auf den Stein auch haften bleibt.
Da meinte der Malermeister: "Ich habe zu meinen Gesellen immer gesagt: Es gibt Büstenhalter, aber keine Farbhalter!" lächelte und fuhr fort: "Aber das wissen die Beamten in München nicht! Wir haben immer vorher eine Probe angebracht und geschaut, ob die Farbe hält!"
Also wird die frisch angebrachte Farbe wieder entfernt und eine neue aufgetragen. Und das Schloss bleibt wieder für Jahre verhängt. Das Schloss ist ja auch der Sitz der Regierung von Mittelfranken. Jetzt ist mir auch klar, dass es da kaum einen Menschen mit Durchblick gibt. Nun ja, wenn seit Jahren die Fenster und damit die Sicht mit Gerüsten und Planen verstellt sind!
Und die große Frage steht im Raum: "Welche Farbe nehmen wir jetzt?" Gerüchteweise soll ein Stadtrat vorgeschlagen haben: "Fragt doch die Sprayer, die den Bahnhof immer voll malen! Deren Farbe ist so etwas von hartnäckig! Die bekommt man kaum wieder ab!"
Das hat die Mehrheit im Stadtrat abgelehnt, wer spielt resp. fragt schon die Schmuddelkinder?! Wer weiß, vielleicht hätten sich die Sprayer sogar überreden lassen, das Schloss zu verschönern? Das wäre mal etwas ganz anderes - und wesentlich billiger als die Schlösserverwaltung.