Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Ich wollte gerade Schluss machen, da blinzelt mich jemand an, meine Kristallkugel. Stimmt, ich habe sie etwas vernachlässigt. Also nehme ich sie liebevoll und poliere sie blitzblank.
Sie bedankt sich mit einem Blick in einen Raum, er erinnert mich fatal an den Raum, wie er im Kapitel "In Frankfort" der Verblödungsbombe vorkommt. Ich höre bei einer Diskussion mit:
"Was ist eigentlich im Krautland los? Der Kanzlerin springen die Mitstreiter von der Schippe."
"Das stimmt leider. Alle, die eine Konkurrenz für sie darstellen, die beißt sie weg."
"Und jetzt diesen Ersten Bürgermeister von Hamburg. Dabei solle der doch Bundespräsident werden, nach Köhler."
"Das mit Ole von Beust, da steckt die Kanzerin nicht dahinter, das haben die Eliten angeleiert."
"Wieso? Beust ist doch einer von ihnen."
"Jetzt nicht mehr! Er zieht über die Reichen her!
"So, was hat er denn gesagt?"
"Zum Beispiel: 'Der Reichtum wird heute erbarmungslos gezeigt. Die Uhren werden immer größer, die Autos immer chrombeladener. Viele protzen munter' und 'Früher galt es in Hamburg als schicklich, dass derjenige, der viel Geld hat, es nicht zeigt. Inzwischen wird in Hamburg genauso angegeben wie in Düsseldorf.'
"Diese Eliten sollen sich nicht so haben. Die übertreiben doch tatsächlich. Und wir wollen Ruhe im Karton. Wir sind doch nicht so blöd wie einige vatikanische Gruppen, die unbedingt das Chaos herbeiführen wollen. Weil sie dann meinen, der Messias kehre zurück."
"Chaos haben die Kirchen angestellt, vor allem in ihren eigenen Reihen, ein Missbrauchfall nach dem andern."
"Ja, die Menschheit verblödet immer mehr. Aber solange konsumiert wird, soll es uns recht sein. Und je blöder, umso besser für unsere Geschäfte."
"Aber zurück zu den Eliten: Was passt denen nicht, in Hamburg gibt es doch die meisten Millionäre!"
"Diese Schulreform! Sie haben Angst, dass ihre Kinder zwei Jahre länger mit den Kindern der Armen zusammen im selben Klassenzimmer sitzen müssen."
"Die haben vielleicht Probleme! Die sollen für Konsum und Umsatz sorgen und nicht für ihren Standesdünkel! Irgendwie werden mir die Eliten im Krautland zu frech."
"Mir auch, ich schlage für, dass wir einige ausdünnen. Dann reißt sich der Rest zusammen und macht, was wir ihnen vorschreiben."
"Ach ja, was macht unser Geheimer Imperator?"
"Der funktioniert wieder! Er dreht jetzt eine Riesenserie, die wird wöchentlich gesendet. Das wird ein richtiger Straßenfeger."
"Worum geht es denn?"
"Um die Abenteuer der Kleinen Schamanin."
"Was? Lebt die immer noch? Ihr Vater wurde doch beauftragt, dieses Problem zu lösen! Hat der alte Kippmann wieder versagt?"
"Sind wir froh, sonst könnte der Geheime Imperator diese Serie nicht drehen ..."
Und die Kugel erlosch.
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