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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Heute las ich ...

"... heute ist ein karmischer Tag!" Da schoss gleich eine Frage durch den Kopf: Sind nicht alle Tage karmisch? Oder: Wieso ist ein Tag karmisch? Karmisch ist doch nur, was ich mache oder unterlasse! Liege ich da falsch? Also schaue ich mal bei Wikipedia nach und finde:

"Karma bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren."

Ja, das leuchtet mir ein. Also kann ein Tag an sich nicht karmisch sein. Weil ein Tag ja mein Karma nicht beeinflusst. Nur meine Taten und Untaten wirken sich auf mein Karma aus. Wieso wird dann so etwas in Facebook veröffentlicht?

Nimm es nicht so genau, was in Facebook steh, ist sowieso flüchtig, das lesen die Nutzer und vergessen das meiste. Mag sein. Aber im Unterbewusstsein bleibt immer etwas hängen, da wirken solche Sätze weiter. Und machen sich später bei unseren irrationalen Entscheidungen bemerkbar1.

Und damit sind wir bei einem falschen Verständnis der Voraussage gelandet: Wenn jemand wirklich glaubt - oder anderen einzureden versucht, dass ein bestimmter Tag karmisch ist, dann bedeutet das doch umgekehrt, dass es Tage gibt, die nicht karmisch sind. Also an solchen nicht karmischen Tage darf ich die Sau rauslassen - ohne dass sich das später auf mein Karma auswirkt.

Das ist dann ähnlich wie bei der Beichte bei den Christen. Da gab es mal eine Zeit mit einem blühenden Ablasshandel: Martin Luther wetterte dagegen und wurde - nicht nur deshalb - aus der katholischen Kirche geworfen. Aber im Prinzip "funktioniert" dieser Ablasshandel auch noch heute:

Ich begehe eine Untat, gehe zur Beichte, bitte um Verzeihung, werde zu einer Buße verdonnert und jemand spricht: "Meine Tochter, deine Sünden sind dir vergeben!" Geht es wirklich so einfach? Wenn ich da an meinen alten Vater denke, wenn ich mich an die vielen Male erinnere, als er mich umbringen wollte - aber als getürkten Unfall - damit er die doppelte Prämie der Lebensversicherung kassieren konnte. Ja, durch einen glücklichen Zufall kam ich dahinter: Er hat doch wirklich auf meinen Tod eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen, mit ihm als Nutznießer! Unglaublich, aber wahr.

Wer kann ihm verzeihen? Wenn jemand, dann doch nur ich, die unmittelbar Betroffene! Aber vergessen kann ich solche Absichten nie! Das ist ja wohl nur zu verständlich.

Das ist ja auch das Bequeme an der christlichen Religion: Ich kann ein noch so großer Schweinehund sein, aber es gibt immer jemand, der verzeiht, wenn ich nur bereue. Tja, die Frage ist, ob es da einen Automatismus gibt wie:

  1. Verbrechen begehen
  2. Bereuen
  3. Buße tun und
  4. Mir wird die Sünde vergeben

Ja, wenn das so ist, dann kann ich ja wieder von vorne anfangen ...

Da ist die Glaubenslehre vom Karma wesentlich strenger: Da wirkt sich jede meiner Handlungen auf mein künftiges dieses Leben und meine künftigen Leben aus. Kann ein Mensch wie du und ich das überhaupt einhalten?

Ich denke nicht, das können nur Übermenschen.


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H
Richtig Deva! und weil Andreas Popp das erklärt und noch einen Vortrag haarklein Auseinader genommen hat (Film dazu ist auf seiner Website), beschimpft man ihn jetzt als Staatsfeindlich *Augen<br /> verdreh*… ich werd nicht mehr…<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Heike
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D
@Kiat<br /> <br /> Oh ja Sprachen sind so interessant, im Ursprung und wie<br /> manche Wörter in den Sprachgebrauch übergehen und plötzlich<br /> einen anderen Sinn bekommen. Das finde ich total interessant.<br /> Man kann auch so gut daran erkennen, wie die einzelnen<br /> Völker entstanden und wer mit wem verwandt ist oder Kontakt<br /> hatte.<br /> <br /> @Heike...hihi ja womit wir wieder bei Platon sind, der sah<br /> das alles schon sehr vernünftig mit unserer Wirtschaft.<br /> Ja Deme oder Demo ist nur ein Teil einer Gruppe, die damals<br /> das Volk verwalteten. Also ist Demokratie keine Volksherrschaft,<br /> sondern bezeichnet nur ne Handvoll Leute<br /> die das Volk verwalten.<br /> Naja und das wir keine Demokratie haben ist auch klar.<br /> Ich finden den Satz von Platon so gut:<br /> Ich sehe den Untergang für jeden Staat kommen,<br /> in dem nicht das Gesetz über den Herrscher bestimmt,<br /> sondern dieser über das Gesetz... ;-)<br /> <br /> Liebe Grüße an alle und einen Montagsbussi<br /> Deine/Eure Deva
Antworten
H
Liebe Kiat,<br /> <br /> genauso denken mein Mann und ich uns auch um die Geschihcte mit Jesus Jousha!<br /> Dann gibt es nämlich auch einen ganz neuen Sinn "Du kannst nicht zwei Herren gleichzeitg dienen!". Du kannst nicht Gott, also deinen Freien Willen das zu tun für was man Bestimmt ist tun. Und<br /> gleichzeitig den Mamon, in unseren heutigen Zeit den Kapitalismus. Und beides Gleichzeitig geht auch nicht.<br /> <br /> Liebe Deva,<br /> <br /> Bravo! das habe ich auch nicht gewußt! Man lernt immer dazu…<br /> Sei bloss damit vorsichtig, was für ein Wort du nun auf seine Ursprungsbedeutung übersetzt ;o). Andreas Popp hat dies mit den Wort "Demokratie" gemacht:<br /> <br /> http://www.wissensmanufaktur.net/demokratie-als-religion<br /> <br /> Und wird nun gleich als "Demokratie" Feind verunglimpft. ;o)<br /> <br /> Liebe Grüße an euch Beide<br /> Heike
Antworten
K
<br /> <br /> So sehe ich das auch! Nur können auch die meisten christlichen Theologen mit einem politischen Jesus nichts anfangen - oder sie dürfen es nicht! Und das ist sehr schade!<br /> <br /> <br /> <br />
W
Mensch, so einen Rabenvater zu haben, das ist hart! Das hast du wirklich nicht verdient!
Antworten
K
<br /> <br /> Ja, das habe ich mir früher auch gefragt: Womit habe ich dies verdient? Jetzt nicht mehr! Ich will mit ihm und seiner Sippschaft nichts mehr zu tun haben! <br /> <br /> <br /> <br />
D
Hallo Kiat<br /> Das geht in die philosophische Richtung das Thema.<br /> Ein Fall für mich...hihi<br /> <br /> Ich denke der Schreiberling hat das so gemeint, daß der<br /> Tag etwas besonderes ist, in irgendeiner Konstallation oder das<br /> heute ein besonders mystischer Tag ist...Was natürlich<br /> falsch ist. Ein Tag kann nicht karmisch sein, nur meine<br /> Tat an diesm Tag, in dieser Sekunde kann das.<br /> <br /> Jedenfalls wird so die wahre Wortbedeutung langsam verbogen.<br /> <br /> Mittlerweile haben wir viele Wörter, die schon gar nicht mehr<br /> ihrer eigentlichen Etymologie (Ursprung) entsprechen.<br /> Im Moment fehlt mir die passende Beziehung zu einem<br /> ähnlichen Wort wie Karma, aber um zu verdeutlichen, was ich meine<br /> benenne ich hier mal folgendes:<br /> <br /> Nehmen wir mal das Wort *Schlampe*<br /> <br /> Ganz früher hatte es die Bedeutung:<br /> *Bequemes Gewand mit Schleppe, von Frauen getragen.*<br /> Es kommt aus dem griechischen.<br /> <br /> Später wurde es dann nur noch benutzt für *Frauen, die<br /> so eine Gewand trugen*, nicht mehr für das Gewand selbst.<br /> <br /> Dann mit dem Wandel des Frauenbildes wurde es nur noch<br /> für *Frauen* verwendet und erhielt eine negative Bedeutung.<br /> Nämlich die einer *unordentlichen Frau, die nicht aufräumt.*<br /> <br /> Und heute ist dieses Wort mit seiner negativen Konnotation<br /> am Höhepunkt angelangt und bedeutet:<br /> <br /> *Eine freizügige Frau, wenn nicht sogar Hure, die es mit jedem Mann treibt.*<br /> <br /> Interessant ist hier bei der letzten Bedeutung festzustellen, daß diese sehr negative Besetzung beim Mann nicht stattfand, und hier nur *unordentlicher Mann* bedeutet.<br /> <br /> So verändern Menschen das Sprachbild, bzw. den<br /> gesammten Urspung.<br /> Viel hat das also mit der Bildung zu tun.<br /> Aber auch mit Faulheit oder Bequemlichkeit.<br /> <br /> Irgendwann wird es mal nicht nur heißen: Heute ist ein karmischer Tag,<br /> sondern stattdessen: Heute ist ein besonderer Tag...und wenn es negativ<br /> besetzt wird, dann kann es sein, das der Satz mal bedeuten wird:<br /> *Heute ist ein unheimlicher, seltsamer Tag*, noch später vielleicht (In Bayern)<br /> Mei, heit ist's bschissen...hihi<br /> <br /> Und so gibt es dann später meist insgesamt einen Sprachwandel.<br /> <br /> Selbst altgriechische Philosophen gingen den Ursprüngen der<br /> Worte schon nach, wie Heraklit oder Platon.<br /> <br /> Letzter vertrat die Meinung, man müsse die Wörter<br /> mit ihrem Urgrund benennen, während er einen Gegner<br /> hatte, der anderer Meinung als Platon war.<br /> Sein Gegenpart vertrat die These, Menschen legen die Bedeutung der<br /> Wörter im Laufe der Zeit fest und so wäre das in Ordnung.<br /> <br /> Ich bin da eher Platons Meinung und die Isländer<br /> vertreten diese Ansicht schon lange.<br /> Ein Wort sollte seine Bedeutung beibehalten und<br /> nicht verfälscht werden.<br /> In Island gibt es sogar eine Sprachkommission die<br /> Wörter wie *Computer* umwandelt, in deren wahre<br /> etymologische Bedeutung, nämlich in dem Fall in *Rechner*,<br /> abgeleitet von computare = rechnen.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Deine Deva
Antworten
K
<br /> <br /> Ich habe gar nicht gewusst, dass du eine ausgezeichnete Sprachwissenschaftlerin bist <br /> <br /> <br /> <br />