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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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In the Ghetto ...

Heute traf mich fast der Schlag! Mein Bär und ich hatten etwas in Ansbach zu erledigen, und wollten uns anschließend den neuen Western-Saloon in der Büttenstraße ansehen.

Ich habe selbst einige Jahre in Ansbach gewohnt, mitten in der Altstadt. Es war schön dort, gemütlich, die alten Häuser waren sauber verputzt und hatten üppige Blumenkästen vor den Fenstern, viele kleine Läden und Cafés luden zum Bummeln ein. Wenn man sich auf eine Bank setzte, kam man bald ins Gespräch mit anderen Leuten ...

Und heute? Wer mein Buch gelesen hat, kennt meine erste Vision von der so genannten Zivilisation.

Aber das hier, das war viel schlimmer!
 
Es fing schon im Parkhaus an. Mein Wolfsmix Riffel, sonst immer neugierig und vorne weg, sah sich um, ließ traurig die Rute hängen und wollte wieder ins Auto steigen. Klar, Parkhäuser sehen nie besonders anheimelnd aus. Nur, dass die Treppe und der Weg zum Ausgang mit angetrockneten und festgetretenen Schleim- und Rotzflatschen gepflastert war. Auch die Altstadt hatte nichts Freundliches mehr an sich. Trostlos, schmutzig und versifft, von den Häusern bröckeln Verputz und Farbe ab. Der Verfall ist förmlich greifbar.

Und die Stadtbewohner? Als erstes fielen die verschiedenen Gruppen von Jugendlichen auf, die mit stumpfen, ausdruckslosen Gesichtern an verschiedenen Ecken "herum hingen". Ihre Unterhaltung erinnerte mich fatal an die Idiocracy-DVD. Die Sprache scheint aus Ghetto-Slang, Girlie-Gestammel, Fragmenten aus Englisch oder anderen Sprachen und zur Hauptsache aus unartikulierten Grunzlauten zu bestehen. Leute, wacht auf!

Diese Jugendlichen sind unsere Zukunft! Das liegt doch nicht allein an ihnen, dass sie zu dumpfen Zombies werden! Sie sind ganz sicher nicht dumm oder uninteressiert, die triste Umgebung stumpft sie ab. Was sollen sie in einer Stadt wie Ansbach schon unternehmen? Wo können sie in ihrer Freizeit hingehen? Gibt es Sportvereine, wo sie mit wenig Geld oder als Ausländer willkommen sind? Gibt es Jugendzentren oder wenigstens Ansprechpartner? Da heißt es immer, das ist zu teuer, die Stadt muss sparen!

Sparen an der Zukunft? Na klar, fördern wir den Verfall, kultivieren wir die Ghettos! Wer will denn schon eine Stadt mit intelligenten Menschen, in der man sich wohlfühlen kann?

Wieviel Geld wird statt dessen für irgendwelchen Schwachsinn ausgegeben. Erinnern wir uns nur an den so genannten Bock'schen Balken: das war dieser 70.000 Euro teure Leuchtbalken, der das schöne Herrieder Tor vollends verhunzte. Erst nach viel Protest wurde das Monstrum abgenommen und erleuchtet die Einkaufspassage in der Kanalstraße. Aber, das Geld ist futsch! Was sonst noch an Geldern für absolut Unsinniges verschwendet wird, entzieht sich meiner genaueren Kenntnis. Es werden wohl ansehnliche Summen sein ... In die Jugendarbeit investiert, wäre es sinnvoller!

Fazit: Ansbach, übrigens Regierungssitz von Mittelfranken verkommt offensichtlich zu einer Kloake. Da nutzen auch Bachwoche und Rokoko-Festspiele nichts mehr, um Kultur vorzugaukeln.

Die Stadt verfällt und vor allem, sie zerfällt ...

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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S
<br /> au weia, kiat - wenn du da mal nicht wieder ärger bekommst, weil du alles so deutlich und wahrhaftig ansprichst.<br /> <br /> du weißt ja, der überbringer der botschaft...<br /> <br /> mach weiter so. für uns alle. gut, dass du so viel mut und klarheit hast. danke!<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Silva,<br /> <br /> es mag schon sein, dass es Ärger gibt. Aber ich kann nun mal nicht anders. Was hier in vielen Städten abläuft, ist ja erst die Spitze des Eisberges.<br /> <br /> Ja, das mit dem Überbringer von bösen Botschaften, das kenn ich. Ich wundere mich nur, wieso so viele Menschen ihren Kopf einziehen. Leute, es geht um euch, um eure Kinder. Und vergesst nicht, die<br /> Politiker wurden von uns allen gewählt. Die sind nichts Besonderes, auch wenn sie sich so aufführen!<br /> <br /> Ein Minister ist eigentlich ein "Diener", vom Volk gewählt, und kann auch wieder abgewählt werden. Das gilt für alle gewählten Politiker!<br /> <br /> Vielen herzlichen Dank für deinen moralischen Zuspruch!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Deine Beobachtungen in Ansbach decken sich mit meinen hier in Stuttgart.Da ist an vielen Ecken nichts mehr vom Musterländle zu sehen! :-(<br /> <br /> Gestern war ich mit meinen Eltern in Fellbach,dort haben wir früher mal gewohnt und an der Kaserne,in der mein Vater arbeitete,haben wir das Auto geparkt:<br /> <br /> Nicht nur ich bin erschrocken,als ich sah,in welchem jammervollen,ungepflegten und versifften Zustand die früher einmal schmucke Kaserne nun ist!<br /> <br /> Früher war dort alles wunderschön gepflegt,das helle gelb der Gebäude war als solches zu erkennen und heute...ich könnte heulen,wie heruntergekommen dort alles ist!!! :-((<br /> <br /> Aber leider ist nicht nur die Kaserne ein trauriges Beispiel der Verwahrlosung,irgendwie kam mir die magische Regel "wie innen,so außen" in den Kopf:<br /> <br /> So verwahrlost und abgestumpft die Menschen und wie Du leider richtig bemerkt hast,die Jugend,also die Zukunft unseres Landes ist,so sehen auch die Landschaft bzw die Häuser aus.<br /> <br /> Für nutzlose Prestigeobjekte,wie das Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21,dafür ist Geld da,aber für wirklich wichtige Dinge,wie Bildung bzw Ausbilung,dafür angeblich nicht!!!<br /> <br /> Ich kann mich noch gut erinnern,wie sich unsere Herren Politiker vor 20 Jahren über die DDR mokiert haben,wie die dort alles haben herunterkommen lassen.<br /> <br /> Das Hauptproblem sehe ich aber wirklich in der immer stumpfer und blöder werdenden Jugend unseres Landes:<br /> <br /> Ich frage mich wirklich,wie es mit unserem Land unter diesen miserablen Bedingungen weiter gehen soll!<br /> <br /> Nachdenkliche,traurige Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> tja, und das gerade im Musterländle. Ich habe ja mal fast direkt an der "Grenze" zu Baden-Württemberg, also Schwaben, gewohnt. Da wurden in den Dörfern jeden Samstag die Bürgersteige geputzt, als<br /> ich das das erste Mal sah, war ich erstaunt.<br /> <br /> Mit den Prestigeobjekten, das stimmt leider. Da wollen sich Kommunalpolitiker ein Denkmal setzen, koste es was es wolle! Jetzt wird ja den Kommunen das Geld ausgehen, da geht auch das dann nicht<br /> mehr!<br /> <br /> Das mit dem Fingerzeigen auf die DDR, das kommt jetzt auf den arroganten Westen zurück. Ich sage immer: Leute, denkt dran, wer mit einem Finger auf Menschen zeigt, zeigt mit vier Fingern auf sich<br /> selbst zurück!<br /> <br /> Auch nachdenklich-traurige Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
J
<br /> Guten morgen Kiat, mir hat Ansbach nie gefallen. Aber was ich jetzt lese ist doch wirklich sehr schlimm. Und was ich weiss ich dass Du Recht hast. Unsere Jugendlichen haben wirklich diesen<br /> trostlosen Blick. Hier in Dinkelsbühl ist es nicht viel besser. Noch einen "regensreichen" Tag von Julie<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Julie,<br /> <br /> das ist wohl heute in vielen deutschen Städten so. Kein Wunder, die Städte haben immer weniger Einnahmen, vor allem die Gewerbesteuer bricht ein. Und da will die FDP die Gewerbesteuer abschaffen,<br /> wohl die Lachnummer der Woche <br /> <br /> Nächstes Jahr wird es für die Kommunen besonders schlimm werden: da müssen die Kommunen Gewerbesteuervorauszahlungen zurückzahlen, wenn die jeweilige Firma 2009 dicht gemacht hat.<br /> <br /> Mulmig sind die Zeiten, denen wir entgegengleiten!<br /> <br /> Das hat mir ein alter Professor zum Abschied mitgegeben ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />