Übermorgen ist es so weit: Die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Pforten. Und um 16 Uhr soll der Buchpreis verliehen werden. Es wird gemunkelt, dass trotz des Skandales Helene Hegemann einen der Preise für ihr gewaltverherrlichendes Buch erhält.
Da haben namhafte Schriftsteller eine Leipziger Erklärung verfasst. Darin steht u. a.:
"Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb."
Zu den Erstunterzeichnern gehören Günter Grass, Erich Loest, Christa Wolf, Hinrich Schmidt-Henkel, Sibylle Lewitscharoff et al. Ob sich die Jury davon beeindrucken lässt? Schließlich hat Ullstein und damit Bonnier viel Geld investiert. Spannend wird es allemal.
Sollte die Jury trotz allem den Buchpreis an Helene Hegemann verleihen, dann ist die deutsche Literatur nicht mehr das, was sie einmal war. Dann ist deutsche Literatur nur noch ein Synonym für eine geldgeile Marketing-Maschinerie, die als Zuhelfer bezahlte Feuilleton-Redaktionen einsetzt. Diese Literatur hat dann den Namen Literatur nicht mehr verdient. Das Buch ist dann zu einer schlichten Ware entwürdigt. Schade drum.
Und noch schlimmer! Die Leserinnen und Leser, die sonst über ein Buch urteilten, sind dann nur noch zu Käufern umprogrammiert und ihr Urteil ist nichts mehr wert und wird von der Buch-Industrie nicht mehr beachtet.
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