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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Mein Buch: Dschiggetais, die gibt es wirklich!

Heute rief mich eine Leserin an: "Du, ich habe am letzten Freitag in 3sat eine Sendung über die Mongolei gesehen. Du sicher auch?"

"Ich habe keinen Fernseher."

"Da kamen auch diese Dschiggetais aus deinem Buch vor. Ich habe ja nicht so richtig geglaubt, dass es die gibt."

"Natürlich gibt es die! Das sind Wildesel, die gefallen mir sehr!"

"Meine Tochter hat im Gymnasium ihren Biologielehrer gefragt, der hat die auch nicht gekannt."

"Das ist nicht mein Problem!"

"Und Murmeltiere waren auch in diesem Film zu sehen. Ich habe geglaubt, die gibt es nur bei uns in den Alpen."

"Nee, Murmeltiere waren ursprünglich keine Alpenbewohner, das waren Steppentiere."

"Die haben einen gezeigt, wie er Murmeltiere fängt, der war weiß angezogen. Hast du das auch gemacht?"

"Nein, das war uns zu umständlich. Ich habe mit der Schlinge oder mit Pfeil und Bogen gejagt. Aber Murmeltiere sind sehr schnell und merken fast alles."

"Hast du auch Murmeltiere gegessen?"

"Natürlich! Sonst hätte ich sie ja nicht gejagt."

"Das finde ich grausam, so putzige Tiere aufzuessen. Ich bin überzeugte Vegetarierin!"

"Dann würdest du in der mongolischen Steppe verhungern. Der Winter ist neun Monate lang. Im kurzen Sommer wächst nicht viel. Das reicht kaum für die Herden."

"Ich könnte das nicht, so kleine Tiere erschießen und aufessen. Gibt es da wirklich kein Gemüse oder Obst?"

"Wilde Beeren und wilde Zwiebeln habe ich schon gefunden. Aber nicht im Winter."

"Siehst du, dann hätten die Menschen doch einen Garten anlegen können."

"Und wenn die Sippe weiterzieht, wie soll sie dann ihren Garten mitnehmen? Aufrollen und hinterherziehen? Ihr Langnasen stellt euch das alles so einfach vor. Das ist eine ganz andere Welt."

"Ja, das haben sie im Film auch gesagt, dass die Nomaden vier- bis sechsmal im Jahr weiterziehen. Also ich könnte das nicht, so oft umziehen."

"Wir sind nicht umgezogen, sondern weitergezogen. Da wurden die Gers abgebaut, alles wurde auf die Kamelkarren gepackt und beim neuen Lagerplatz wurde alles wieder aufgebaut. Das ging normalerweise ganz schnell, weil jeder wusste, was er zu tun hatte."

"Das wäre nichts für mich. Ich habe ja schon ein Problem, wenn wir in den Urlaub fahren. Da packe ich meistens zu viel ein."

"Die Nomaden haben da Übung, sie besitzen nur das Nötigste. Und das Allerwichtigste tragen sie am Körper."

"Ja, das habe ich in deinem Buch gelesen. Ich glaube, ich lese das nochmal. Ich habe immer schneller gelesen, weil ich wissen wollte, wie es weiter geht ..."
 
 
  
(C) Copyright 2004-2010 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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H
<br /> Hallo Kiat,<br /> <br /> ich habe die Sendung auch gesehen! ;o)<br /> Nur, meine ich, kam da auch sehr deutlich raus, dass in der Mongolei nicht viel wägst. Also müßte es doch logisch sein, dass man da keine große Wahl hat und Fleisch essen muss. Und ich bin auch<br /> Vegetarier… nur lebe ich eben in Deutschland, und hier ist es möglich.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> genau! Stellen wir uns nur einmal vor, der jetzige Winter würde in Deutschland neun Monate dauern, also nur drei Monate Sommer. Und dann keine fetten Wiesen, sondern nur dünnes Steppengras. Ich<br /> denke, da griffen viele zur Flinte, um nicht zu verhungern ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />