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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Miriams Tod - Vierter Jahrestag

MiriamVergiftet.jpg Gestern war es genau vier Jahre her, dass meine junge Eselstute Miriam brutal ermordet wurde. In ihrem eigenen Stall! Nicht einmal dort war sie vor dörflichen Giftmischern sicher. 

Sie war qualvoll erstickt, und aus sämtlichen Körperöffnungen lief dünnes wässriges Blut ...

Ihr Todeskampf dauerte viel zu lange, weil der örtliche Tierarzt sich anscheinend nicht bequemen konnte, sich auf den im übrigen keine fünf Kilometer langen Weg zu machen ... Also, wenn ich als Tierarzt einen Anruf bekäme: "Kommen Sie schnell! Mein Esel erstickt!",  dann ließe ich alles stehen und liegen, schnappte Notfallkoffer und los!

Als ich ihn anrief, hörte ich, wie im Hintergrund ein Radio heitere Weisen spielte.

Alle zehn Minuten rief ich dort an, wo der Tierarzt denn bliebe? Miriam ging es minütlich schlechter,  die armdick geschwollene Zunge quoll aus dem  Maul, und sie kämpfte mit angstvoll aufgerissenen Augen verzweifelt um jeden Atemzug. Die ersten beiden Male hatte ich noch den Tierarzt dran, dann seine Bürodame. Die keifte mich auch noch an: "Wenn Sie nicht aufhören zu drängen, kommt der Herr Doktor gar nicht!"

Fast eine Stunde ging das so, und ich stand hilflos vor Miriams Box und konnte ihr nicht helfen. Hier nutzte keine Naturheilkunde mehr, nur noch die Todesspritze vom Tierarzt. Der aber ließ sich Zeit. Endlich da, wollte dieser "Gemütsmensch" es erst noch mit Cortison und Antihistaminika versuchen. Das hätte am Anfang möglicherweise noch geholfen. Jetzt war es zu spät. Viel zu spät! Jeder Veterinärmedizinstudent im ersten Semester hätte das erkannt. Und dieser Arzt fragte mich allen Ernstes, ob ich Miriam wirklich einschläfern lassen wolle? Ob ich mir das auch gut überlegt hätte?  Himmel, war dieser Tierarzt mit Blindheit geschlagen?

Miriam quälte sich schon viel zu lange! Wer einmal keine Luft mehr bekommen hat, weiß, dass jede einzelne Sekunde zur Ewigkeit wird ...

Es wurde noch ein makabrer Eiertanz, bis der Doktor sich endlich bequemte, Miriam die letzte Spritze zu geben. Er wollte einfach nicht! Sonderbar. Dann verstieg er sich zu der Behauptung, dass er gar kein Tötungsmittel dabei habe. Komisch, ich hatte ihm doch schon am Telefon gesagt, dass er Miri wahrscheinlich einschläfern muss. Da nimmt man doch nicht vorher das Narkotikum aus dem Koffer und lässt es zu Hause. Ich bin dann ziemlich grob geworden - und die arme Miri litt Todesqualen. Nun wollte er mir weismachen, dass er nicht genug Tötungsmittel dabei habe. Das kaufte ich ihm erst recht nicht ab.

Endlich, er setzte zwei Spritzen - und Miriam sank langsam zusammen. Es war vorbei.

Der Doktor verschwand, um sich im Wirtshaus zu stärken. Dafür tauchte eine Herde Dorfkinder auf, die unten an der Feldscheune herumhüpften und mit ihren dünnen Stimmchen krähten. "Der Esel ist tot! Der Esel ist tot! Endlich ist der Esel tot!"  Gestalten wie aus dem Panoptikum.

Die Polizei interessierte sich erstmal nicht für diesen "Mord". Erst als die ganze Sache in der Bildzeitung stand, sollten zwei Kripoleute in Erscheinung treten. Sie traten.

Der erste war wirklich bei der Sache. Der zweite aber - oje! Die beiden betrachteten aufmerksam Miriams dicke Decke, die sie getragen hatte. Die lag ja nach dem Einbruch in den Stall zerknüllt in einer Ecke. Die Eselmörderinnen hatten sie in Streifen geschnitten und sogar zwei Rechtecke ziemlich akkurat herausgeschnibbelt. Der Kripomensch blies sich auf und zeigte triumphierend auf eine winzige Schraubenspitze, die innen aus Miris Boxentür ragte.

"Damit hat der Esel seine Decke selbst zerrissen!", behauptete er im Brustton der Überzeugung. Ja klar, das können doch alle Esel, ganz gleichmäßige Streifen in ihre Decke schneiden. Das wurde selbst seinem Kollegen zu viel, und er versuchte, ihn zu bremsen. Dann versteifte er sich auf andere seltsame Behauptungern.

Wie kommen Menschen dazu, ein Tier zu vergiften? Eines, das ihnen niemals in die Quere kam oder sie jemals gestört hatte.

Obwohl, letztes Jahr kurz vor Weihnachten hat eine gewisse Frau aus Merkendorf versucht, Riffel mit einem präparierten Kalbsknochen ins Jenseits zu befördern. Dabei besitzt sie selbst einen Chihuahua! Also eine wahre Tierfreundin!  Dass diese Frau öfter im Dorf ins Wirtshaus geht, aber dem Merkendorfer Metzger den tödlich präparierten Kalbsknochen in die Schuhe schieben wollte, ist mehr als widerlich. Zum einen hatte eben jener Metzger zu der Zeit gar kein  Kalb geschlachtet. Das erfuhr ich vom Tierarzt, der bei eben diesem Metzger die Fleischbeschau macht. Und kein Metzger würde einen Kalbsknochen so dilettantisch auslösen, dass noch dicke Fleischfetzen dran hängen... 

MiriamStall.jpg Und der Eselmord! Wie können sich Dorfinsassen "Christen" nennen, und dann ein solches biblisches Tier umbringen? In der Bibel steht, dass Jesus an Ostern auf einer jungen Eselstute in Jerusalem eingeritten ist. Und diese ganzen Weihnachtskrippen in und vor den Häusern. Ist alles nur Heuchelei. Da stehen nämlich Ochs und Esel drin. Aber eine echte, sanfte Eselstute brutal umbringen - das passt!

Eine Zeit lang hatte ich wirklich geglaubt, was da  von der Kirchenkanzel verkündet wird. Ich hatte den bedauerlichen Wahn, dass dies alles ernst gemeint sei. 

Als mir die Widerlichkeiten der Dorfinsassen zu lästig wurden - Dach eingeworfen, Spanner, Diebstähle ohne Ende usw. - wandte ich mich an den zuständigen evangelischen Pfarrer. Ich wollte hier nämlich einfach nur in Frieden leben und meine Ruhe haben.

Ob er nicht mal mit seinen Schäfchen reden könne?

Seine Antwort: "Ziehen Sie doch weg, damit meine Gemeinde wieder Ruhe hat!"  Originalton!

Ich, damals selbst noch evangelisch, fand das gar nicht witzig. Gleich am nächsten Tag bin ich nach Windsbach zum Rathaus gefahren. "Wo ist hier die Kirchenaustrittsabteilung?", wollte ich wissen. Und landete im Standesamt. 

Da musste ich tatsächlich noch 31 Euro zahlen, um diese unglaubwürdige evangelische Kirche los zu werden. Wenn dieser Kirche tatsächlich etwas an den gepredigten christlichen Werten und Tugenden liegt, dann sollte sie schleunigst für zuverlässiges brauchbares Bodenpersonal sorgen!

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M
ich auch ! * auf dem monitor hin und herwander *
Antworten
K
Es ist gut, dass Du aus der Kirche ausgetreten bist! In Bayern sind die Pfarrer nun mal so und die werden sich auch nicht ändern.<br /> <br /> Ein Tierarzt, der sich so verhält ist für mich kein guter Tierarzt. Ich habe hier ja auch schon einiges erlebt. Menschen die Tiere vergiften sind Bestien. Mit solchen Menschen möchte ich nichts zu<br /> tun haben. Zumal Deine Miriam keinem etwas getan hat.<br /> <br /> Wir hatten auch die Wahl nach Bayern zu ziehen aber da ich diese Spezies kenne, speziell auf dem Dorf, haben wir es vorgezogen hierher zu ziehen. Es ist wenigstens nicht ganz so schlimm wie in<br /> Bayern.
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K
<br /> <br /> Eben, wenn ein Pfarrer "vergisst", was er vor vier Jahren von sich gegeben hat, dann ist das seine Sache. Wenn er aber mich der Lüge bezichtigt, dann kann ich das nicht hinnehmen. <br /> <br /> <br /> Was diesen "Veterinär" angeht, da sind wir uns einig. Aber er hat ja schion seine Strafe abbekommen - nicht von mir, nicht von Menschen, sondern da wirken andere Kräfte.<br /> <br /> <br /> <br />
P
Da bin ich auf die Antwort des Pfarrers gespannt ;-)
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K
<br /> <br /> Ich auch <br /> <br /> <br /> <br />
L
ohaaa wie schlimm :( Der arme Esel ;o Der hat doch keinen was getan ! ://<br /> So Tierquälerei ist total schrecklich >_
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K
<br /> <br /> Da stimme ich dir voll zu! Wer unschuldige Tiere quält oder gar umbringt, ist für mich kein Mensch.<br /> <br /> <br /> Und was den Tierarzt angeht, da sind wir uns einig!<br /> <br /> <br /> <br />
M
ich nehme an der herr pfarrer witzig hat sich nicht mehr gemeldet ! ( ? )
Antworten
K
<br /> <br /> Du nimmst richtig an! Wenn er sich meldet, werde ich ihm wieder anworten! Ich habe ja nichts zu verbergen. Und diese Worte sind tatsächlich gefallen. Es kann natürlich sein, dass er das vergessen<br /> hat. Übrigens "Pfarrer Witzig" ist tatsächlich eine reale Person <br /> <br /> <br /> <br />