Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Lesen wir von Missbrauch und geschah der Missbrauch weit weg, dann berührt er uns nicht so stark. Anders ist es, wenn das Unfassbare in unmittelbarer Nachbarschaft stattgefunden hat.
Wie hat alles angefangen? Da gab es in Ansbach am Gymnasium Carolinum einen Musiklehrer, so Anfang 40. Und es gab ein zwölfjähriges Mädchen, es schwärmte für den Musiklehrer, so weit, so "normal". Wieviele Mädchen haben für ihren Lehrer geschwärmt?
Es kann auch sein, dass der Lehrer sich geschmeichelt fühlte. Solange er die Situation nicht ausnützt. Nein, der Versuchung konnte er nicht widerstehen. Es begann im Jahr 1988, da wurde am Gymnasium ein Rockoratorium aufgeführt, geleitet von eben jenem Musiklehrer.
Dann gibt es einen Sonnensee, da fand eine Nachtwanderung statt, anlässlich eines Vorbereitungstreffens für die Konfirmation. Da passierte es: der Musiklehrer greift ihr unter das T-Shirt. Später legte er sich zu ihr ins Bett, küsste sie an intimen Stellen. Es blieb nicht dabei.
Der Lehrer schrieb dem Mädchen "Liebesbriefe", anfangs wollte niemand diese Briefe lesen, auch ihre Mutter nicht. Schließlich war der Lehrer ein guter Bekannter der Familie. Einige dieser Briefe sind eindeutig pornografisch, er beschreibt, was er mit seiner Schülerin angestellt hat, minutiös. Und er schreibt auch, wo dies all passierte. Gut, dass es diese Briefe gibt, das Mädchen hat einen Beweis ...
Da gibt es in Ansbach die Kirche St. Gumbertus, der Lehrer spielte auf der Orgel für den Kindergottesdienst. Wenn er nicht gerade dran war, küsste er sie intim. Nicht nur auf der Empore. Nein auch im Musiksaal des Gymnasium, beim Klavierunterricht. Im Haus ihrer Eltern, auf dem Dachboden der Schule.
Jahre später zeigte das Opfer ihren Lehrer an, 2005, das Verfahren wurde eingestellt - verjährt. Die Staatsanwaltschaft teilte ihr das erst auf Verlangen mit. Der Musiklehrer hat viele Bekannte, die wollen von diesen Briefen nichts lesen. Erst als der Ansbacher Dekan untersagte, den Musiklehrer weiterhin einzuladen, darf er im Ansbacher Dekanat nicht mehr auftreten. In anderen Dekanaten allerdings immer noch.
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