Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Da berichtete BBC über das Ehepaar Richard and Rachelle Strauss in Longhope, England. Dieses Ehepaar produziert in einem ganzen Jahr nur einen Beutel mit Abfall - alles andere wird recycelt!
Wollte das Ehepaar Strauss ins Guniness Buch der Rekorde? Nein, sie hatten mal das Bild einer Meeresschildkröte gesehen, die in einem Plastiksack erstickt war. Dann beschlossen die Strauss: Wir vermeiden unseren gesamten Müll!
Geht das überhaupt? Die Strauss schaffen es. Wenn ich mich an die Nomaden in der Steppe erinnere, hatten wir da Müll? Nein, den hatten wir nicht. Auch Artikel, die im Basar einer Oase gekauft wurden, warf niemand weg. Und wenn so ein Ding nicht mehr funktionierte, dann wurde es für etwas anderes verwendet.
Immer wieder fragen mich Menschen, die mein Buch "Die Schamanin, die keine sein wollte" gelesen haben: "Wieso steckst du immer alles in deinen Mantel?" Tja, ich lernte sehr früh, dass solche Dinge mal nützlich sein können.
Und wenn ein russischer Armeelaster einen Motorschaden hatte und unbewacht zurückgelassen wurde, naja, da verschwanden die Reifen. Handwerker hatten herausgefunden, wozu sich Gummireifen alles eigneten.
Ich erinnere mich noch gut an meinen Vermieter in Düsseldorf. Er war erstaunt, dass ich so wenig Möbel hatte. Wieso so wenig Möbel? Ich hatte alles, was ich brauchte. In mir steckt immer noch die Nomadin: Nimm für eine Reise nur das Notwendigste mit!
Ja, bei den Nomaden gab es kein Müllproblem. Es wurde alles verbraucht. Und bevor die Sippe weiterzog, dann wurde das, was keine Verwendung fand, verbrannt. Ich verstand erst gar nicht, dass es so etwas wie Müll geben kann.
Heute ist es anders. Auch ich werde mehr oder weniger gezwungen, Müll zu produzieren. Ob ich will oder nicht. Will ich wirklich Müll vermeiden? Ja! Aber da sitzt ein kleiner Teufel im Ohr, der flüstert: "Das ist doch alles so aufwendig!" Stimmt, auch ich bin manchmal sehr bequem.
Aber diese Familie Strauss, die hat bei mir etwas bewirkt. Ich denke darüber nach, wie ich Müll vermeiden kann. Wie kann ich verhindern, dass ich die Umverpackungen für die gekauften Waren nach Hause schleppe. Wieso wird so viel Müll produziert? Allein für die Selbstbedienungsläden! Es ist doch ein Unsinn, dass zum Beispiel Schrauben und Muttern und andere Kleinteile eingepackt sind. Mein Bär erzählt mir, dass es früher Läden gab, da gab es einen Tresen. Dahinter standen Verkäufer. Die suchten dann die Schrauben aus der entsprechenden Schublade heraus und schütteten sie in eine Tüte. So einfach war das früher.
Und die Tüte konnte wieder verwendet werden oder wurde verbrannt.
Dabei werden doch die meisten Verpackungen aus Öl hergestellt. Und das Öl wird immer teurer! Müssen wir nicht wieder zurückkehren zu den alten Zeiten? Einerseits haben wir viele Menschen, die verzweifelt nach Arbeit suchen, andererseits setzt diese Volkswirtschaft diese Menschen nicht ein? Das verstehe, wer will!
Ich habe einen sehr interessanten FIlm gefunen, der "Plastic Planet":